Warum verfliegt die Zeit bloß so schnell?

Dies ist eine Frage, die nicht nur ich mir fast regelmäßig stelle, sondern anscheinend auch mein Umfeld. Je älter ich werde, desto öfter höre ich von allen Seiten, wie schnell die Zeit nicht nur vergeht. Dafür gibt es gute Gründe, denn ich glaube, ich weiß jetzt warum …

 

Warum dreht sich das Rad der Zeit plötzlich so schnell?

Schon wieder ist das Jahr 2018 mehr als die Hälfte um! Ich kann mich noch genau erinnern, als ich Silvester feierte und auf das neue Jahr anstieß. Es war ein toller Moment, da ich wusste, dass gleich zu Beginn eine neue berufliche Herausforderung auf mich wartete. Ich war total gespannt auf mein neues Aufgabengebiet und auch, wie ich es ausgestalten kann und werde. Tja, nach 8 Monaten in meinem neuen Job bereue ich keine Sekunde, diesen Schritt gegangen zu sein und tobe mich in meinem neuen Bereich “Employer Branding” aus. Es macht mir richtig Spaß und ich fühle mich seit langem wieder einmal in einem Bereich angekommen. Die einzige Tatsache die mich dabei “schockt” ist, dass ich nun auch schon wieder 8 Monate diese Aufgabe übernommen habe. Wohin ist denn die Zeit verflogen? Im beruflichen Umfeld fällt es mir ganz besonders stark auf, dass die Jahre nur so dahinfliegen: Ich bin nun schon knappe 10 Jahre in der selben Firma tätig und hätte mir das zu Beginn nie träumen lassen. Da ich ein Mensch bin, der die Abwechslung sucht und braucht, hätte ich mir nie gedacht, dass ich es so lange “auf einen Fleck” aushalte – wobei dies bei genauerer Betrachtung durch die internen Wechsel ja nicht so war.

 

Je älter ich werde, desto mehr fällt mir dieses Phänomen auf!

Die Schul- und Studienzeit ist auch so ein Lebensabschnitt, an den man sich gerne zurückerinnert – jedenfalls in meinem Fall. Denke ich daran zurück, wie lange diese schon her ist, dann kann ich es noch weniger glauben. Dies war damals so eine intensive Zeit, in der man so viele Dinge ge- und erlernt hat, sowie im allgemeinen viel erlebt hat. Es gibt hier wirklich noch viele Ausschnitte, an die ich mich so gut erinnern kann – fast schon so, als wäre es erst vor kurzem gewesen: Worüber ich gelacht, geweint und mich geärgert habe. Dass die Zeit so rasant vergeht, bemerke ich auch an jenen lieben Menschen, die bereits von uns gegangen sind. Rückt wiederum ein Sterbetag näher und sieht man dann das Sterbedatum unter dem Bild des/der Verstorbenen, so bin ich doch schon oft erschrocken, wie lange die Person schon nicht mehr unter uns ist. Warum ist das so? Und warum fällt mir dieses Phänomen von Jahr zu Jahr stärker auf? Das sind Fragen, mit denen ich mich näher beschäftige und ich denke, ich habe eine Antwort darauf gefunden: Es ist unser Hamsterrad, in dem wir uns tagtäglich befinden! Die Lösung ist jetzt nicht, den Job zu kündigen – nein, das möchte ich nicht damit sagen. Früher befanden wir uns ja auch in einer Art Hamsterrad, denn beispielsweise in der Schul- und Studienzeit gab es durchaus eine Routine, ein Schuljahr, welches durchgeplant und strukturiert war. Es war aber eine andere Zeit …

 

Wie kann ich denn die Zeit wieder mehr erlebbar machen?

Nicht nur, dass wir in dieser Zeit altarmäßig jünger waren als nun, früher mussten wir noch viel ERlernen. Es war eine Zeit, in der wir zum ersten Mal die verschiedensten Dinge ausprobierten oder auch zu lösen hatten, wie beispielsweise das erste Rechenbeispiel, den ersten Aufsatz, die erste Schularbeit, die erste schlechte Note, das erste mal beim Schummeln erwischt uvm. Es war die Zeit, in der wir sehr oft vor komplett neuen Herausforderungen standen, die wir nun bereits zuhauf erlebt hatten. Nun haben wir bereits ein Patentrezept für diese oder jene Situationen und können damit bereits gut umgehen. Natürlich stehen wir jetzt auch noch vor neuen Herausforderungen, klassisch à la “out of the Comfort Zone”, doch setzen die heutigen Erlebnisse oft auf einer Basis auf. Es gibt weniger Dinge, die wir komplett neu erlernen müssen und wenn, dann passiert dies mit Sicherheit nicht jede Woche oder jedes Monat mehrmals und somit fallen diese nicht ins Gewicht. Unser Hamsterrad ist deshalb vorprogrammiert – wir drehen uns jeden Tag und dies mit einer Geschwindigkeit, die immer mehr zunimmt. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum wir oft meinen, dass “früher alles besser war”. Es ist unsere selektive Wahrnehmung, die uns oft zu dieser trügerischen Aussage kommen lässt. Weiters habe ich mir überlegt, wie man diesem Umstand entgegenwirken kann: Wie kann ich meine Zeit wieder “fühlbarer” machen und diese mehr auskosten bzw. eben auch mehr zu schätzen wissen? Eine Möglichkeit, die mir dann in den Sinn kam, war, sich die kleinen Dinge, die man Tag für Tag (neu) erlebt, zu notieren, um diese so wiederum sichtbarer werden zu lassen.

 

Spüren wir uns so mehr in unseren Alltag hinein, können wir die Zeit zwar nicht anhalten oder verlangsamen, aber doch wiederum ein Stückchen mehr erlebbar machen. Lassen wir die Momente, die uns täglich begleiten nicht verfliegen, sondern versuchen wir diese verstärkt wahrzunehmen, so haben wir die Möglichkeit, das Hier und Jetzt genießen zu lernen und nicht dem Vergangenen nachzutrauern. Lasst es und doch gemeinsam versuchen 🙂

 

**Ani**

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