Arbeitest du bei einem “Digital Pioneer”?

Die Digitalisierung ist allgegenwärtig und doch ein sehr vages Schlagwort, welches noch nicht richtig ausdefiniert wurde. Trotzdem sollte eine Strategie, die sich in irgendeiner Art und Weise mit dem Thema beschäftigt, bereits in jedem Unternehmen verankert sein. Sie ist kein Trend, der rasch an uns vorbeizieht, sondern die Zukunft. Da hilft es als Unternehmen in eine aktive gestalterische Rolle zu gehen, um ganz vorne mit dabei zu sein, als abzuwarten und mitzuschwimmen…

 

Digitalisierung & die Schnelligkeit!

Es ist ja fast bei jedem Trend oder jeden neuen Richtung spürbar: Da gibt es Unternehmen, die sofort vorne mit dabei sein möchten und ohne mit der Wimper zu zucken, auf “den Zug aufspringen”. Manche jedoch sind eher passiv und warten mal ab, was da so vor sich geht – ja kein Risiko, ja keine voreiligen Handlungen setzen, die man später bereuen könnte. Ich würde fast meinen, dass wir in Österreich noch immer genügend Firmen haben, die vorab die abwartende Haltung bevorzugen, bevor sie sich auf neues Terrain begeben. Schade eigentlich, denn diese Unternehmen werden es in Zukunft immer schwerer haben am Markt zu bestehen bzw. mit den neuesten Technologie & Trends mitzuhalten. Wie wir ja wissen, wird alles schneller: die Nachrichten, die Technologien, die Märkte, die Produkte, die Lösungen etc. Der/die KundIn verlangt dies auch, denn besteht ein Problem, so möchte man am liebsten im nächsten Moment die Lösung präsentiert haben. 2 Wochen auf den/die TechnikerIn warten? Was in dieser Zeit bereits alles passiert ist…! Das muss doch viel schneller gehen! Lasse ich mir also zu viel Zeit und “warte mal ab”, verpasse ich den Sprung und muss im worst case Konkurs anmelden. Ein prominentes Beispiel hierfür ist immer noch Nokia, die Anfang der 2000er Jahre Marktführer in Sachen Mobiltelefonie waren und nun sehr schwer hinter den anderen Giganten, wie Apple oder Samsung nachkommen.

 

Digitalisierung & New Work!

Ein sehr positiver Effekt in der gesamten Digitalisierungsdebatte, sind die neuen Chancen für uns ArbeitnehmerInnen: Unternehmen, die darauf setzen vorne mit dabei zu sein, müssen an sich selbst, an der Kultur, an den Produkten, an den Rahmenbedingungen arbeiten – es wird also jede Menge in Gang gebraucht und alte Muster hinterfragt bzw. sogar aufgebrochen. Dies bedeutet für uns, dass unsere Arbeitswelt flexibler wird (die sogenannte Arbeitswelt 4.0, oder auch “New Work” genannt), neue Rahmenbedingungen oder gar neue Geschäftsfelder geschaffen werden. Firmen sind heutzutage froh, wenn MitarbeiterInnen partizipieren, also ihre eigenen Ideen einbringen, an denen dann wiederum weiter gearbeitet werden kann. Vor ein paar Jahren waren dies noch Einzelfälle. Nun, da man endlich erkannt hat, dass dadurch ein enormer Mehrwert geschaffen und der USP eines Unternehmens (also das Alleinstellungsmerkmal) ganz neu und viel konkreter geformt wird, setzt man auf diese Art von kreativem Commitment. Außerdem ist es interessanter und motivierender, aktiv an der Zukunft eines Unternehmens (und somit auch an der eigenen) mitzuarbeiten, als sich nur damit herumzuschlagen, wie man am besten mit den KonkurrentInnen am Markt mithalten kann, oder?

 

Digitalisierung & VorreiterInnen!

Alles schön und gut, doch woher weiß ich eigentlich, ob ich in einem Unternehmen arbeite, das als “Digital Pioneer” bezeichnet werden kann, oder eben nicht? Die LIMAK Austrian Business School hat die Studie “Digital Economy 2017” ins Leben gerufen und dabei mit über 50 Unternehmen im B2B und B2C-Bereich Gespräche geführt, um herauszuarbeiten, was VorreiterInnenunternehmen, also Pioniere im New Business Development ausmacht. Daraus haben sich 6 Kriterien, die sogenannte “Digital Pioneers” auszeichnet, herauskristallisiert:

 

… be Fast Forward!

“Digital Pioneers” warten nicht ab, sondern tun! Sie sind in ihrer Branche einer der ersten, die sich mit den neuen Anforderungen beschäftigen, haben bereits konkrete Schritte gesetzt und auch Investitionen diesbezüglich getätigt. Sie zeichnet unter anderen eine “Start Up”-Mentalität aus, die nicht auf Fehlervermeidung und Passivität setzt, sondern sich einer gesunden Fehlerkultur bedient und neue Wege beschreitet. Pioneers sind also in der Lage, sich am Markt neu zu positionieren und auch schneller auf Veränderungen zu reagieren.

 

… stay Connected!

Man muss das Rad nicht immer neu erfinden! Pioneers schaffen die spannende Symbiose, Altbewährtes mit neuen Technologien zu verschmelzen, um so noch erfolgreicher am Markt zu sein. Das Kerngeschäft wird konsequent mit den verschiedensten digitalen Möglichkeiten ergänzt. So entstehen ganz neue Services und Produkte, um sich vom Mitbewerb abheben zu können. In diesem Kontext ist Marktforschung das A und O, denn es gilt neue Möglichkeiten und KundInnenbedürfnisse konsequent aufzuspüren und zu erheben.

 

… think Out Of The Box!

“Digital Pioneers” ermöglichen ganz bewusst die vorhin beschriebenen kreativen und innovativen Prozesse sowie neuen Arbeitsformen. Dabei werden zum Beispiel die Teams unterstützt, temporär aus dem täglichen Geschäft auszusteigen und losgelöst von den immerwährenden Strukturen zu arbeiten. Ein besonders wichtiger Faktor in diesem Kontext sind Kooperationen mit Universitäten, Fachhochschulen aber auch Start Ups, um so einen Know How-Transfer, der für beide Seiten eine Win-Win Situation darstellt, zu forcieren.

 

… plan Smart!

Ein weiterer Punkt, an dem ihr merkt, ob ihr in einem “Digital Pioneer” Unternehmen arbeitet, ist das ganzheitliche Denken im Unternehmen. Werden neue Geschäftsprozesse oder auch -modelle entwickelt, dann bedient man sich hier einem gesamtheitlichen Ansatz, der im Gesamtkontext des Unternehmens gesehen wird und in der Strategie verankert ist. Speziell in diesen Prozessen wird hierarchieübergreifend gearbeitet, vom klassischen Top Down-Ansatz wird Abstand genommen.

 

… lead to Agility!

Auch in der Führungskultur gibt es eine starke Verschiebung, hin zu agileren, sprich flexibleren Strukturen. Gerade hier geht der Trend weg von starren Hierarchien. Die Richtung deutet ganz klar zu mehr Internationalität, Diversität und Offenheit. Man setzt in der täglichen Arbeit auf neue Wege, wie zum Beispiel Stand-Up Meetings, interdisziplinäre Projektteams oder auch neue Projektmanagement-Methoden wie Scrum oder OKR (Objectives & Key Results). Es wird fachübergreifend gearbeitet und das berühmte “Silo”-Denken, also dass jeder Bereich nur für sich denkt, wird aufgebrochen. Führungskräfte sind gefragt, hier als Vorbilder zu agieren und genügend Rahmenbedingungen für Agilität zu schaffen.

 

… act Customer-Oriented!

Sollte der Fokus nicht schon jetzt auf dem/der EndverbraucherIn liegen, dann wird es aber allerhöchste Zeit. Ein Unternehmen kann nur dann langfristig bestehen, wenn sich alle Prozesse, Produkte, Dienstleistungen etc. am/an der KundIn orientieren. Alles andere wäre kontraproduktiv und jedenfalls nicht nachhaltig. Die digitalen Möglichkeiten, die wir heute zur Verfügung haben, ermöglichen es uns, die Bedürfnisse unserer EndverbraucherInnen noch besser zu können und alle Services und Produkte stärker danach auszurichten. Dabei helfen speziell die sozialen Medien, um stärker mit diesen in Austausch zu gelangen und ein rasches Feedback zu bekommen.

 

Was meint ihr, arbeitet ihr bereits für einen “Digital Pioneer”? Wie steht ihr zum Thema Digitalisierung?

Ich freue mich über eure Kommentare 🙂

**Ani**

2 Comments

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Seifenprinzreply
September 24 at 08:09 AM

Sehr interessanter und toll ausgearbeiteter Artikel 😊👍🏼👍🏼 🔝

Anireply
September 28 at 02:09 PM
– In reply to: Seifenprinz

Danke lieber Alex <3 <3

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