Das Karriere-Mindset der Zukunft – alles nur Mythos?

In letzter Zeit habe ich sehr viel über die neuen Arbeitswelten gelesen. Was mir dabei aber aufgefallen ist, war die etwas einseitige Beleuchtung dieser Thematik. Ja, die Kommunikation wird schneller, die Datenflut immer mehr und die digitalen Möglichkeiten tagtäglich weiter ausgebaut. Doch wird kaum oder nur peripher auf das Mindset eingegangen, welches sich jedoch auch ua. durch diese neuen Rahmenbedingungen verändert …

Open Spaces, Playgrounds … die Arbeitsplätze der Zukunft!

Plötzlich möchten alle Firmen modern werden, doch nicht immer passiert dies freiwillig. Ein gewisser Druck von außen (der sogenannte „War for Talents“) treibt sie dazu, sich an den Bedürfnissen ihrer (zukünftigen) MitarbeiterInnen zu orientieren. Dies beginnt bereits bei neuen Büroräumen, so genannten Open Spaces, die recht funky und stylish wirken, damit sich die MitarbeiterInnen in diesem Umfeld wohlfühlen und so bessere Leistung durch motiviertes Arbeiten erbringen können. Manche Unternehmen setzen hier noch eines drauf und setzen auf spezielle Gimmicks, wie Playstation-Ecke, Playground-Wohlfühlecke oder auch innerbetriebliche Rutschen zwischen zwei Stockwerken, um so aus der breiten Masse herauszustechen. Weiters wird versucht, die MitarbeiterInnen mit der neuesten Technik auszustatten, um den Bedingungen der Arbeitswelt 4.0 gerecht werden zu können. Die so genannte Digitalisierung schreitet voran und überrennt die Organisationen. Es wird flexibel von jedem Platz aus gearbeitet, online zu sein scheint kein Hindernis mehr und virtuelle Konferenzen mit KollegInnen aus dem In- und Ausland sind bereits vielerorts Alltag.

 

Mut, Offenheit … das Mindset der Zukunft!

Es wird recht viel auf die „äußeren Rahmenbedingungen“ Wert gelegt, aber darauf vergessen, dass sich nicht nur in der Arbeitsweise der MitarbeiterInnen, sondern auch in deren Mindset viel ändern muss. Damit meine nicht, dass dies alleine der Digitalisierung geschuldet ist, jedoch haben sich die Anforderungen bzw. auch die Erwartungen an das Mindset, also an der inneren (Arbeits)Einstellung, fast grundlegend verändert. Hat man die letzten 10 Jahre eine gewisse Arbeitsweise praktiziert, so kann diese mittlerweile völlig falsch sein und man wird vielleicht gar als „schlechte/r“ MitarbeiterIn abgestempelt. Das tückische ist nämlich, dass diese neuen Erwartungen nicht explizit kommuniziert werden, sondern eher „mitschwingen“ und implizit vorausgesetzt werden. Für mich gibt es diesbezüglich 4 grundlegende Veränderungen im Mindset:

 

  1. VON Antrainiertem Gehorsam zur Optimierung HIN ZU Mut und Innovationsgeist losgelöst von Strukturen
  2. VON Anpassung & Konformität HIN ZU Authentizität & Spaß bei der Arbeit
  3. VON Wissenssilo & Lerndiktatur HIN ZU Begegnung, Vernetzung & Miteinander
  4. VON Geschlossenem Arbeiten & Überprofessionalität HIN ZU Offenheit & Anschlussfähigkeit

 

Ja, plötzlich gelten andere Werte als erstrebenswert, die einem in der Karriere und generell in der Arbeitswelt weiterbringen können. Ich würde sogar meinen, dass jene Werte, die jetzt ganz hoch im Kurs stehen, noch vor ein paar Jahren als richtige No Go’s abgestempelt wurden. Mit neuen Ideen um die Ecke kommen? Ja, in einem gewissen Rahmen war dies bereits damals schon erwünscht, doch so richtig innovativ zu sein und dabei auch Fehler machen zu dürfen.. Tja, dies war dann ein anderes Thema, welches nicht so gern gesehen war. Auch zu viel Authentizität war nicht gerne gesehen, da dies schnell mit unprofessionellem Verhalten gleichgesetzt wurde. Als recht offene Person, die auch gerne Spaß an den Aufgaben hat, mit denen sie betraut ist, war das damals schon ein kleines Gefängnis. Somit erfreue ich mich persönlich an dieser Entwicklung und hoffe, dass diese ihren Kurs weiterhin so beibehält.

 

**Ani**

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