Das ungewollte Ü30-Schlafmangel-Experiment

Letzte Woche startete ich ein eher unfreiwilliges Experiment: Ich wagte mich nach einer recht kurzen Nacht und 3 Stunden Schlaf in die Arbeit. Wie ich den Arbeitstag überstanden habe, ob ich produktiv war und wie meine KollegInnen reagiert haben, gibts in diesem Artikel nachzulesen …

 

Das Konzert & der Wecker

Ich bin ja selbst Schuld! Nachdem ich auch keine 20 mehr bin, trotzdem unter der Woche auf Konzerte gehen und danach noch in geselliger Runde zusammensitzen möchte, darf ich mich nicht wundern, wenn es einer meiner schrecklichsten Tage seit Jahren war. Aber von Anfang an: Letzten Mittwoch war ich wiedermal bei einem Konzert in der Arena Wien. An sich keine Tragik, obwohl ich Konzerte unter der Woche nicht so prickelnd finde, aber ja, man kann sich dies ja leider nicht immer aussuchen. Ich dachte mir, dass ich diesen einen Tag mit ein bisschen weniger Schlaf schon  irgendwie überstehen werde – ist ja auch nur ein Tag! Nachdem sich dem Konzert noch eine gesellige Runde aufgetan hat, wurde ich mir immer bewusster, dass sich meine Schlafenszeit um jede Minute verkürzen würde. Mein Wecker würde pünktlich um 5 Uhr klingeln, es war bereits 1 Uhr Nachts und ich noch weit von meinem Bett entfernt. Mehr muss ich euch glaube ich nicht dazu erzählen. Mein Wecker klingelte und weckte mich nach nur 3 Stunden aus meinem tiefen und angenehmen Schlaf. Spätestens jetzt war ich mir bewusst, dass ich es bereits bereute. Mir schossen sogleich etliche Gedanken durch den Kopf, wie ich wohl den heutigen Arbeitstag überstehen sollte?! Ich wusste keine Antwort drauf, stand auf und machte mich einfach für die Arbeit fertig. Es half ja nichts, da musste ich nun durch – alt genug war ich ja, dass ich diese Konsequenzen einschätzen konnte.

 

Pizza-Koma & Netflix ‘n’ Chill

Zum Glück hatte ich kaum Termine an diesem Tag. Meine KollegInnen wussten aber bereits Bescheid, sobald sie mir in die Augen blickten. Den Schlafmangel konnte ich auch nicht wegschminken, die Müdigkeit auch nicht mit Red Bull bekämpfen und meine Konzentration auch nicht aufrecht erhalten, strengte ich mich noch so sehr an. Phasenweise ging es aber wieder sehr gut und so überstand ich den Vormittag recht passabel. Mittags musste dann ein großes Stück Pizza her, denn der Heißhunger wollte gestillt werden. Ihr könnt euch auch vorstellen was dann passierte: Richtig! Ich rutschte direkt in ein Nachmittagstief und in ein kleines Pizza-Koma. Aus diesem konnte ich mich jedoch auch wiederum befreien und erledigte Nachmittags überraschenderweise noch einige Themen. Auch dieser verging dann relativ schnell, doch der Zeitpunkt kam recht rasch, an dem ich merkte: Jetzt geht nichts mehr! Dies war auch jener Zeitpunkt an dem ich beschloss nach Hause zu fahren. Dort angekommen machte ich es mir sogleich auf der Couch gemütlich und wählte “Netflix & Chill” als gute Option für meine Verfassung aus. Um 19:00 Uhr fielen mir meine Augen zu und ich verfiel in einen koma-artigen Schlaf aus dem ich am nächsten Morgen wieder frisch und gut gelaunt aufwachte.

 

8 Stunden & 3 Stunden Schlaf

Keine Ahnung was ich mir dabei dachte, aber anscheinend braucht man alle paar Jahre eine solche Erfahrung, nur um zu sehen, dass man einfach zu alt dafür ist. Mit zunehmenden Alter steckt man derartige Nächte nur schwer weg und die Produktivität am nächsten Tag leidet hier natürlich auch darunter. Normalerweise achte ich sehr darauf genügend Schlaf zu bekommen, denn mind. 8 Stunden benötige ich auf jeden Fall. Die 3 Stunden waren eine Ausnahme, die wie gesagt nur alle paar Jahre vorkommen, öfter könnte ich dies auch nicht durchhalten. Es gibt aber Menschen, die konstant und langfristig recht wenig schlafen. Dass sich ein derartiger Schlafmangel negativ auf die Gesundheit auswirkt, ist hoffentlich keine Neuigkeit, doch zusammengefasst hat dieser folgende Auswirkungen:

 

  • Verlangsamte Wahrnehmung
  • Eingeschränktes Empathieempfinden
  • Steigendes Risiko für Herzerkrankungen
  • Muskelschwund
  • Heißhunger-Attacken
  • Verlangsamter Stoffwechsel
  • Geschwächtes Immunsystem
  • uvm.

 

Kurz gesagt: Der Schlafmangel war für mich eine Erfahrung, die ich nicht so schnell wiederholen möchte. Man fühlt sich wie in einem Dauer-betrunkenen Zustand und jedenfalls nicht ganz bei der Sache. Es ist auch für einem selbst recht unbefriedigend mitzubekommen, dass Aufgaben und Themen nicht wie gewohnt effizient abgearbeitet werden können. Doch in diesem Zustand ist man machtlos etwas daran zu ändern.

Habt ihr schon derartige Erfahrungen gemacht? Wenn ja, welche Learnings nehmt ihr euch mit?

**Ani**

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