So eskalierst du jede Besprechung!

Heute gibts ein quasi negatives “How To”. Es liegt nun an euch, ob ihr die Ratschläge genauso so verfolgen möchtet, oder ihr sie lieber als “No Go” sieht und eure Besprechungen professionell abwickelt. Auf jeden Fall gibt es gewisse Phrasen, die man in einer bereits hitzigen und emotionalen Diskussion nicht verwenden sollte, da diese dann zu eskalieren drohen würde. Welche dies sind, verrate ich euch in diesem Artikel.

 

Die Bühne für emotionale Eskalationen: Die Besprechung

Zum Glück gab es noch nicht so viele Besprechungen in meinem bisherigen Berufsleben, in denen es dermaßen emotional wurde, sodass die Situation zu eskalieren drohte. Meistens verstehen alle, dass es um ein bestimmtes Thema geht, zu dem es auch natürlich unterschiedliche Meinungen gibt und keine/r nimmt diese persönlich und bezieht sie auf sich selbst. Erst wenn Aussagen oder Anschuldigungen persönlich genommen werden, rutscht die Diskussion in eine emotionale Schiene und verlässt somit auch eine sachliche bzw. fachliche Ebene. Bisher war ich nur Zaungast solcher emotionalen Entgleisungen in großen Besprechungen. Ich wäre auch nicht der Typ dafür, sich vor den versammelten KollegInnen auf eine solche einzulassen. Sobald ich merke, dass eine sachliche Ebene verlassen wird, halte ich mich zurück, versuche die Besprechung ruhig und gelassen zu überstehen und suche dann danach das Zwiegespräch. Aus meiner Erfahrung kann ich euch sagen, dass sich Unklarheiten, Meinungsverschiedenheiten oder sogar Missverständnisse unter vier Augen schneller aus der Welt räumen als in einem Raum mit mehreren Personen. Obwohl ich auch schon oft bemerkt habe, dass manche Menschen eine Bühne für ihre emotionalen Eskapaden brauchen und diese somit beabsichtigt suchen. Ihr könnt mir glauben, dass dies eher für eine schiefe Optik sorgt als für Anerkennung.

 

So geht Eskalieren!

Sollte das Gespräch jedoch bereits sehr emotional sein, so gibt es eben die Möglichkeit, sich je nach Situation ruhig zu verhalten und lieber weniger zu sagen, als vielleicht zu viel. Hat man diese jedoch nicht und man ist gefordert darauf auf irgendeine Art und Weise zu reagieren, so gibt es bestimmte Phrasen, die “das Wasser zum überlaufen bringen können”. Möchte man eine Besprechung also de-eskalieren, so sollte man folgende Sätze lieber nicht verwenden, da sie wie gesagt, das Gegenteil hervorrufen können:

 

“Das würdest du nicht verstehen.”

Es ist nicht jedes Thema so einfach nachzuvollziehen und meistens gibt es schon verfahrene Situationen, wo bereits mehrere Faktoren aufeinander getroffen sind, sodass dies nun zu eskalieren droht. Solltet ihr euch einmal in so einer befinden, dann verwendet bitte nicht diese Phrase. Diese suggieriert eurem Gegenüber nur, dass dieser dumm zu sein scheint, denn er/sie würde es ja sowieso nicht verstehen. Besser ist es folgendes zu sagen: “Ich will versuchen es dir zu erklären…”

 

“So sind nun mal die Vorschriften.”

Falls ihr nicht gerade bei der Polizei arbeitet, rate ich unbedingt von diesem Satz ab. Damit macht man sich zu wirklich keinem Zeitpunkt FreundInnen in der Arbeitswelt und auch sonst nirgends. In der heutigen Zeit ist es darüber hinaus auch gar nicht möglich noch so starr in seiner Arbeitsweise zu sein. Flexibilität ist das Zauberwort und wird auch fast überall schon eingefordert. Somit kann diese Aussage nur in eine Sackgasse führen.

 

“Und was soll ich daran ändern?”

Dieser Satz wird meist als faule Ausrede missbraucht bzw. auch so verstanden. Das Gegenüber nimmt sofort an, dass man sich vor der Verantwortung drücken und sich geschickt oder doch eher ungeschickt heraus manövrieren möchte. Nach dieser Aussage hat man somit 2 Probleme: das ursprüngliche, noch immer nicht gelöste und jenes, dass man durch diese Aussage erweckt hat – eben das Drücken vor der Verantwortung zur Lösung des Ursprung-Problems. Am besten lösungsorientiert Denken und Handeln und nicht problembehaftet.

 

“Beruhige dich doch.”

Eigentlich möchte man mit diesem Satz die zu eskalieren drohende Situation ja de-eskalieren, aber das Gegenteil wird eintreffen, sobald man diesen ausgesprochen hat. Indirekt kritisiert man nämlich das Verhalten des Gegenübers und vermittelt, dass dieser kein Recht hätte, sich gerade aufzuregen, weshalb dieser Satz nur alles schlimmer macht. Ihr könnt ihn ja gerne mal im privaten Umfeld ausprobieren und beobachten, wie euer Umfeld reagiert.

 

Fallen euch noch weitere Sätze ein, die eine Besprechung zur Eskalation bringen würden, sobald man sie ausspricht? Immer gerne her damit 🙂 Sollte euch keiner mehr einfallen, dann gibt’s in diesem Buchtipp noch weitere nachzulesen:

Verbales Judo: Die sanfte Kunst der Überzeugung (George J. Thompson) *unbeauftragte Werbung

 

**Ani**

Share your thoughts

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.