I’m a 90ies Bitch!

Geboren in den 1980er Jahren, begann meine Pubertät in den 90ern. Und damit auch die Phase, in der Spaß am Leben, Ausprobieren und Selbstfindung ganz oben standen. Wie sich das Teenie-Sein in den 1990ern anfühlte, lest ihr hier.

Der Wecker klingelt, los gehts, ab in die Schule! Nur, was soll ich denn heute anziehen? Lieber meine Buffalo-Plateau-Schuhe mit „Glockenhose“ (heute: Flared-Jeans) oder doch lieber leger im Skateroutfit mit Dickies Pants, Adidas Superstar (ja, richtig gelesen!) und Boxershorts (beliebt waren die aus Seide mit Snoopy Print). Und was wird Mama dazu sagen? Egal, heute mal lieber leger und nicht bauchfrei (heute: Cropped), sonst kann ich mir von Mama immer anhören, dass ich mir meine Nieren verkühlen werde und dies kein Outfit für die Schule sei. Schnell alle Sachen im Eastpak-Rucksack verstaut und ab in den Schulbus!

So sah ein Tag in meinem Teenie-Leben aus – mitten in den 90ern. Wenn ich daran zurückdenke, dann fällt mir natürlich sofort die Mode ein. Wie vorhin ja schon kurz beschrieben, war sie aus heutiger Sicht sehr eigenwillig bzw. hat sie sich bei mir auch wirklich sehr schnell verändert. Das lag wahrscheinlich an meiner Selbstfindungsphase. An einem Tag war der Skater-Look dran: weite Baggyhosen, die Boxershorts blitzte durch, Skaterschuhe wie Nike, Adidas, Etnies, DC etc. waren Pflicht, aber auch T-Shirts mit Skaterprint oder extrem weite Skaterpullies von Dickies, Carhartt etc. Meistens am Wochenende zum Fortgehen, kam dann der etwas „aufreizendere“ Look zum Einsatz, nämlich Glockenhosen, Buffalos und bauchfreie Tops – undenkbar heutzutage, aber damals voll angesagt! Zum Aussehen der Schuhe kann man ja sagen was man will, aber die Partynacht konnte darin ohne Probleme durchgetanzt werden. Der Look wurde dann mit etwas Glitzer im Gesicht perfekt! Was damals für mich gar nicht ging, waren die Tattoo-Halsbänder, die es ja jetzt auch wieder geschafft haben, „in“ zu werden und generell die Marke „Fishbone“ von New Yorker.

Wie gerne hätte ich damals schon ein Piercing und/oder ein Tattoo gehabt – jede/r hatte mind. eines! Danke liebe Mama, dass du damals so streng warst 🙂 Sonst hätte ich jetzt nämlich ein „Arschgeweih“ und säße schon beim Weglasern – Autsch! Das mit den Tattoos und Piercings habe ich dann zwar nachgeholt, aber erst als ich volljährig war und doch schon etwas zurechnungsfähiger. Auch die Haare waren recht bunt in den 90er Jahren – meine leider nicht, sondern eher Gel-ig (vorne Büro, hinten Disco), dafür die Musik umso lauter! So wie die Mode, war mein Musikstil auch sehr flexibel: mal Techno, mal Rave, mal Hip Hop, mal Punkrock oder Grunge; ich glaube, das lag auch immer ein bisschen daran, ob ich einen Freund hatte und welche Musik dieser gerade hörte. Die Backstreet Boys & auch die Bravo Hits-CD’s waren jedoch ein Muss! Genauso wie die Loveparade in Wien! Noch heute bin ich ein bisschen stolz drauf, dass ich das miterleben durfte – war doch ein cooles Erlebnis zu sehen, wie so viele Menschen friedlich mit ein wenig Bum-Bum Musik über die Reichsbrücke bis hin zum Praterstern feierten.

Neben der Musik durfte das TV natürlich nicht fehlen: auch damals chillte man am Abend oder am Wochenende vor dem TV-Gerät (Röhrengerät und nicht Flatscreen!) und sah Kultserien wie Baywatch oder Full House. Ja, die Technik war damals noch ganz eine andere: noch ein bisschen weit weg vom Smartphone und dem MP3-Player. Das heißt auch, dass man seinen ersten Schwarm daheim am Festnetzapparat anrufen musste. Klingt nicht so tragisch aber stellt euch vor, seine Mutter, Schwester, Bruder, Oma etc. geht ans Telefon! Horror! Was denn sagen? Wie erklärt wer man ist und was man möchte? Tja, das waren die Ängste und Sorgen als Teenie in den 90ern – nix da mit Whats App, Facebook etc. – so halb anonym! Und am besten ging man zum Telefonieren in die Telefonzelle (mittels Wertkarte), da sonst die Mama ja zuhause mithören konnte – wie peinlich! 🙂

Mein erstes Handy war ein gelbes Alcatel (was aussah wie eine kleine Banane), wo man die Antenne noch ausziehen musste, um einen guten Empfang zu haben und der „Bildschirm“ aus einer Zeile bestand. Außerdem musste man sehr kreativ beim SMS schreiben werden, da man nur ein paar Zeichen zur Verfügung hatte (gefühlte 60). Weiters lernte man Prioritäten zu setzen, da auch der Speicherplatz für SMS begrenzt war. Somit musste man ein paar löschen, um neue empfangen zu können. Ihr könnt euch vorstellen, welche Panik das auslöste, wenn man SMS von seinem Schwarm löschen musste. Eine Freundin schrieb sogar alle SMS in einem Buch auf, sodass sie alles nachlesen konnte. Undenkbar heute 🙂

Auch der Vorfahre des MP3-Player, nämlich der Walkman bzw. danach der DiscMan waren nicht immer leicht zu handeln: Beim Walkman musste man seine Lieblingsmusik irgendwie auf diese Kassette bringen. Hier konnte man sich zwischen 60 und 90 Minuten entscheiden. Ich als Musikjunkie kaufte jedesmal eine 90 Minuten Kassette und setzte mich am Sonntag Nachmittag/Abend vor meine Soundmachine (=Radio, CD-Player und Kassettenplayer in einem Gerät) und hörte die Ö3 – Austria Top 40. Denn dort gab es immer die neuesten Hits! Und dann hieß es schnell sein und auf Aufnahme drücken, hoffen, dass der Sender das Lied auch ganz durch spielte und dann schnell wieder auf Aufnahme beenden drücken, sodass keine blöde Werbung mit auf der Kassette ist – will doch nachher keiner hören und nimmt nur wertvolles Band, also Speicher weg! Bisschen einfacher wurde es dann mit dem DiscMan, der gleich ganze CD’s abspielen konnte. Doch auch dieser war nicht perfekt, denn er reagierte auf jede Erschütterung. Jetzt stellt euch mal eine Busfahrt vor, die man eben nicht mit einer Zugfahrt vergleichen kann. Ja, da gibts schon mal lästige Kurven und Unebenheiten auf der Straße. Hier galt es die perfekte Position für den DiscMan zu finden, sodass die Lieder durchgängig und ohne abrupten Ausfall zu hören waren. Das individuelle Balancetraining war erfunden 🙂

Ihr seht, früher war nicht alles besser – nur anders! Hyper Hyper!

**Ani**

 

 

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