1. Mai – Tag der Arbeit

Heute feiern wir in Österreich den Staatsfeiertag bzw. den Tag der Arbeit. Es war nicht immer selbstverständlich, dass wir per Gesetz eine Limitierung unserer täglichen Arbeitszeit sowie einen Mindestlohn, Urlaubstage und eine Kranken- und Unfallversicherung hatten.

Heutzutage leben wir in einer sehr geregelten Arbeitswelt – vielleicht noch nicht fair und gleichberechtigt – aber doch mit gewissen Regulativen, sprich Gesetzen, Gewerkschaften etc. Zumindest in Europa ist dies der Fall, wobei dies jedes Land anders auslegt und lebt. Nichtsdesto trotz gibt es vieler Orts so etwas wie eine Mindestsicherung, Höchstarbeitsgrenzen und gesetzlich geregelte Rahmenbedingungen, wie Urlaubsanspruch und Versicherungen.

Dies war so nicht immer der Fall: Die erste Demonstration aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen fand am 1. Mai 1856 in Australien statt. Erst 1890 fanden dann weitere Streiks der ArbeiterInnen weltweit und somit auch in Österreich, statt. Erstmals eingeführt wurde der Staatsfeiertag am 25. April 1919 für die Erste Republik Österreich im „immer währenden Gedenken an die Ausrufung des Freistaates Deutschösterreich“. Gleichzeitig wurde der 1. Mai zum „Ruhe- und Festtag“ ausgerufen. Im Jahr 1934 legte der damalige Kanzler Dollfuß den 1. Mai dann als „Tag der Arbeit“, „Tag der Jugend“ & „Tag der Mutter“ fest. Erst nach Kriegsende im Jahr 1949 wurde der 1. Mai wiederum offiziell als Staatsfeiertag eingeführt.

Ein Brauchtum im Zusammenhang mit dem 1. Mai ist das Aufstellen eines Maibaumes. Dies hat schon eine lange Tradition und führt bis zur Verehrung germanischer Gottheiten zurück. Ich selbst bin ja auch am Land aufgewachsen, wo das Maibaumaufstellen Pflicht ist und das ganze Dorf dies feiert. Es gibt hier nämlich auch gewisse Regeln, die eingehalten werden müssen: Beispielsweise muss der Maibaum am Vortag bereits aufgestellt werden, am besten im Ortszentrum, sodass er für jede/n sichtbar ist. Darüberhinaus stehen das Maibaumkraxln, Maiumzüge mit Blaskapellen oder auch das Stehlen des Maibaumes am Programm. Ja, auch für das Stehlen das Maibaumes gelten ein paar wichtige Regeln: Der Baum darf ausschließlich in der Nacht zum 1. Mai gestohlen werden, der Baum muss bereits gefällt sein und der Dieb darf sich nicht von den „Maibaumwächtern“ erwischen lassen. In Verbindung mit einem gewissen Alkoholpegel, hat man hier aber sehr gute Chancen 🙂

Eine weitere Tradition die wir am Land zelebrieren, ist der sogenannte Maistrich. Keine Angst – dieser hat nichts mit Prostitution zu tun und ist auch absolut jugendfrei. Der Maistrich soll aufzeigen, wer im Ort zusammengehört, also welche – meist jugendlichen -Pärchen es gibt, es eventuell bald gibt bzw. es nie geben wird = wenn zu viel Alkohol im Spiel war und der Maistrich als Scherz gedacht war. Der Maistrich ist also eine Kalkspur, die sich von einem Haus zum anderen zieht. Vor den jeweiligen Häusern wird dann ein großes Herz auf die Straße gemalt, mit den Initialen der Verliebten, sodass jeder auf den ersten Blick sieht, welche 2 Menschen hier zusammengehören. Eigentlich eine liebe Geste, welche aber auch peinlich enden kann bspw. wenn man 14 Jahre alt ist und die Eltern nichts vom neuen „Freund“ erfahren sollten – so wie es mir passiert ist 🙂

Generell finde ich es schade, dass sich viele Menschen nicht wenigstens ein bisschen mit der Geschichte ihre Landes auseinandersetzen. Auch in meinem Umfeld nehme ich oft wahr, dass sich zwar alle freuen, wenn mal wieder ein gesetzlicher Feiertag in Österreich und somit arbeitsfrei, ist, sie aber gar nicht wissen, warum es überhaupt so gekommen ist. Denn nur wenn man die Vergangenheit kennt, versteht man auch die Gegenwart besser. Deshalb gibt es beispielsweise auch den Maiaufmarsch in Wien, veranstaltet von der SPÖ – der ArbeiterInnenpartei Österreichs.

Aber auch im Wiener Prater wird jedes Jahr am 1. Mai groß gefeiert. Wie dies aussieht? Schaut mal rein 🙂

 

Genießt euren freien Tag und feiert brav!

**Ani**

 

2 thoughts on “1. Mai – Tag der Arbeit

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