That it’s all just a little bit of history repeating

„Frauen an den Herd!“ – ist ein Satz, den man sehr mit der Vergangenheit verbindet. Doch was viele nicht wissen: Dies war nicht immer der Fall! Es gab Situationen, wo von Frauen mehr verlangt wurde, als dass sie sich um den Haushalt kümmern und die Kinder erziehen. Eine davon war der Krieg. Und dieser war ein kleiner Befreiungsschlag.

Herrscht Krieg in einem Land, herrscht auch immer eine Art Ausnahmezustand. Menschen bekriegen sich und wissen glaube ich schon gar nicht mehr worum es ihnen eigentlich geht. Hass und Rache sind zwei Wörter, die mit dem Krieg unweigerlich verbunden sind und die über Generationen hinaus noch weiter vorherrschen. Krieg verbindet man aber auch immer mit etwas Männlichem – das Bild, was uns ins den Kopf schießt, wenn wir an „Krieg“ denken, sind Männer, die aufeinander losgehen. Assoziieren wir Krieg mit Frauen, so kommen uns Bilder vieler Tränen, Trauer und des Wartens. In Zeiten des Krieges, schien das traditionelle Rollenbild – welches damals ja durchaus vorherrschte – nicht mehr zu gelten. Es gab andere Spielregeln.

Die Arbeitskraft der Frauen wurde über den Haushalt hinweg benötigt. Während die Männer im Krieg kämpften, wurden Frauen als Krankenschwestern, Näherinnen für Uniformen, Arbeiterinnen in Munitionsfabriken oder als Werft-Arbeiterinnen bzw. sogar als Spioninnen eingesetzt. In Großbritannien gab es im 1. Weltkrieg sogar die „Women’s Royal Air Force“, wo Frauen als Flugzeugmechanikerinnen arbeiteten. In Summe waren es beispielsweise in Großbritannien 5 Millionen Frauen oder in Österreich/Ungarn 1 Million Frauen, die im Dienste des Krieges standen.

Jene Arbeiterinnen, die in den Munitionsfabriken tätig waren, wurden noch am ehesten wahrgenommen. 80% der Munition, die die Soldaten in Großbritannien verwendeten, wurden von ihren eigenen Frauen in den Fabriken hergestellt. Und das unter heute unvorstellbaren Bedingungen. Die Frauen hantierten mit äußerst giftigen Stoffen, ohne adäquate Schutzkleidung oder Sicherheitsvorkehrungen. Argumentiert wurde dies so, dass sie dies ihrem Vaterland zuliebe durchstanden – in Wahrheit wurden sie als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Aufgrund des Kontaktes mit der Chemikalie Sulfur, bekam ihre Haut einen leichten Gelbstich, weshalb sie oft auch als „canaries“, also als Kanarienvögel bezeichnet wurden. Darüber hinaus bekamen sie nur die Hälfte jenes Lohns bezahlt, die die Männer davor bekamen – und das alles unter dem Deckmantel „für das Vaterland“.

Es gab aber auch Frauen, die genauso wie ihre Männer an der Front kämpfen wollten – und dies auch taten: Dorothy Lawrence, eine damals 20jährige Journalistin, kämpfte beispielsweise als Dennis Smith im 1. Weltkrieg. Jedoch kam ihr die britische Armee nach 10 Tagen auf die Schliche. Vorerst glaubten sie sogar, sie sei eine Prostituierte – es war einfach unvorstellbar, dass Frauen freiwillig in den Krieg ziehen wollten. In Russland wurde sogar ein rein weibliches Bataillon gegründet – vorerst mit dem Zweck, unwillige Männer so für den Krieg zu rekrutieren. Dieses bestand aus ca. 2.000 Frauen, wo 250 von ihnen sogar an der Österreich/Ungarischen Grenze kämpften. Um 1917, formierte sich mit Unterstützung der russischen Regierung, das sogenannte „Frauen-Todes-Bataillon“.

Trotz dieser Umkehr des traditionellen Rollenbildes, wurden Frauen jedoch wiederum für die Kriegs-Propaganda im klassischen Sinn hergenommen. Sie wurden als hilflose Opfer des Krieges auf Poster oder Videos porträtiert. Weiters wurden sie für die Rekrutierung neuer männlicher Soldaten verwendet. In Großbritannien beispielsweise entstand die „White-Feather-Campaign“: Frauen übergaben weiße Federn an nicht-uniformierte Männer als Zeichen der Feigheit. Und dieser Druck, der hier aufgebaut wurde, zeigte seine Wirkung, denn Männer verließen ihre Arbeitsplätze und zogen in den Krieg.

So nahmen Frauen, die vorerst frauen-untypischen Berufe ein. In vielen Ländern, war es sogar der letzte große Schritt zum Frauenwahlrecht. Viele Regierungen sahen Frauen zwar immer noch als Hausfrauen und Mütter, jedoch bekamen sie nach dem 1. Weltkrieg neue soziale und ökonomische Möglichkeiten und hatten generell ein stärkeres Gewicht in der Politik. Auch das Erscheinungsbild von Frauen war ein anderes nach dem 1. Weltkrieg: sie trugen die Haare und die Röcke kürzer bzw. sogar Hosen, was damals eine kleine Revolution war. Trotz all dieser Neuerungen blieb jedoch das traditionelle Rollenbild in den Köpfen verhaftet.

Die Rolle der Frau war ein bedeutender Bestandteil der Kriegsmaschinerie, ihr Einsatz wurde leider nur selten wertgeschätzt und oft nur zu Propagandazwecken genutzt. Neben all den Bemühungen ihre Familien zu ernähren, mussten sie noch um diejenigen trauern, die sie im Krieg verloren hatten – nämlich ihre Männer, Väter und Söhne.

Das war das Bild des 1. Weltkrieges in Europa (1914-1918). Wenn ihr meint, das ist doch schon alles ewig her und seitdem hat sich alles geändert, dann liegt ihr nur bedingt richtig. Auch gegenwärtig herrscht Krieg, bspw. in Syrien, und obwohl sich die Rahmenbedingungen geändert haben, wirkt die Geschichte nach und wird wiederum Realität. Das nachfolgende Video beispielsweise zeigt kurdische Frauen, die durch den vorherrschenden Krieg in Syrien, Befreiung und subjektive Gleichberechtigung erfahren, indem sie an der Front mit den Männern mitkämpfen.

That it’s all just a little bit of history repeating!

**Ani**

 

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