Just say no!

Im Alltag geht uns ein „Nein“ recht schnell über die Lippen, beispielsweise wenn uns ein/e KellnerIn fragt, ob er/sie uns noch etwas bringen darf. Nur warum ist dies in der Arbeitswelt ganz anders? Warum scheuen wir uns hier „nein“ zu gewissen Aufgaben zu sagen?

Indem wir uns „nein“ denken, jedoch „ja“ sagen und somit gewisse irrelevante Aufgaben erledigen, geht uns wertvolle Zeit für die wirklich effektiven Aufgaben verloren. Es versetzt uns in gewisse Situationen, die wir nicht möchten und bereitet uns auch oft Bauchweh, bevor wir uns diesen Themen überhaupt widmen.

Schon fast in jedem Ratgeber steht geschrieben: „Grenzen Sie sich ab! Setzen Sie klare Statements! Lassen Sie sich nicht ausnutzen und konzentrieren Sie sich auf Ihre wesentlichen Aufgaben!“ Es liest sich so einfach und ist auch klar für jede/n verständlich, nur ist es doch schwer im Alltag umzusetzen.

Ich lasse es mir noch einreden, wenn man sich von seinen KollegInnen abgrenzt. Es gibt ja solche, die eher für sich arbeiten lassen als dass sie selbst alles daran setzen, dies zu erledigen: „Ich muss heute leider ganz dringend zum Arzt, den Termin kann ich leider nicht verschieben – die morgige Sitzung muss jedoch noch vorbereitet werden. Bist du so lieb und kannst du dies ausnahmsweise übernehmen?“ Klingt doch erstmals nach einem einfachen Gefallen, und es handelt sich ja schließlich um eine Ausnahme. Ja – dies kann natürlich vorkommen, doch behaltet dies im Auge und sensibilisiert euch für derartige Situationen. Merkt ihr, dass es sich mit den Gefallen häuft, sprecht dies bitte direkt an und sagt auch klar „nein“ dazu.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Diese Schwierigkeiten bei der Abgrenzung haben meistens Frauen. Sie möchten nicht egoistisch wirken und setzen auf Hilfsbereitschaft. Sie möchten ein positives Zeichen damit setzen, welches auch dem/der Vorgesetzten auffallen soll. Nur lasst euch gesagt sein: Ihr rutscht mit diesem Verhalten recht schnell in das „Mädchen-für-alles“-Schema und dies nutzt der eigenen Karriere nämlich überhaupt nichts. Ihr habt dann nämlich gar keine Zeit mehr für jene Themen, die eure persönliche Karriere weiterbringen. Jene Aufgaben, durch die ihr brillieren könnt. Ihr seid dann nämlich mit allen anderen möglichen Kram eingedeckt.

Was ich persönlich selbst sehr schwierig und kritisch sehe, ist ein „nein“ gegenüber dem/der eigenen Vorgesetzten. Ich habe mir selbst schon oft in der Vergangenheit gedacht: „Naja, eigentlich gehört dies nicht zu meinem Aufgabengebiet – aber egal, wenn der/die ChefIn meint, es gehört gemacht, dann übernehme ich dies natürlich.“ Diese Grenze ist wirklich sehr schwierig einzuschätzen, und dann dem/der Vorgesetzten gegenüber zu treten und „nein, es geht nicht“ zu sagen, finde ich bis heute sehr hart und schwierig – außer es ist wirklich offensichtlich. Hier müsst ihr wirklich besonders aufpassen und den klugen Ratgeber-Lektüren ein bisschen kritisch gegenübertreten. Im äußersten Falle wird dies nämlich als Arbeitsverweigerung wahrgenommen, und dann kann auch die Kündigung drohen. Seid hier vorsichtig!

Im Umgang mit der/dem ChefIn rate ich euch, dass ihr die konkrete Situation ganz offen ansprecht: Arbeitet ihr bspw. gerade an einem Projekt und seid bereits ausgelastet, sollt aber noch ein weiteres übernehmen, welches sich jedoch zeitlich nicht ausgeht, dann kommuniziert dies auch so – ganz offen. Somit zeigt ihr, dass ihr einerseits gut Prioritäten setzen und eure derzeitige Lage gut einschätzen könnt, andererseits sieht der/die Vorgesetzte aber auch, an welchen Themen ihr gerade noch arbeitet. Was ich natürlich ergänzend dazu sagen möchte ist, dass es natürlich immer Ausnahmen gibt: Hängt am neuen Projekt bspw. sehr viel Investment, wird es sich wahrscheinlich nicht vermeiden lassen, dass ihr zumindest einen Teil mitübernehmt. Jedoch habt ihr Selbstsicherheit und -vertrauen gezeigt, indem ihr eure derzeitige Auslastung kommuniziert habt. Eure Mehrleistung für das neue Projekt wird dadurch sichtbar.

Bitte übertreibt es aber nicht mit dem „Nein“-sagen 🙂 Wer immer und überall nein sagt, wird schnell zum/zur AußenseiterIn bzw. wird nicht lange in seinem/ihrem Job bleiben. Wie gesagt, die Grenze ist oft nicht eindeutig und ein sehr schmaler Grat. Dies erfordert viel Feingefühl und Empathie.

Gehört ihr aber eher zu jener Kategorie Mensch, der sich mit der Abgrenzung schwer tut, empfehle ich euch das nachfolgende Video. Es werden 5 Strategien gezeigt, wir ihr euch gegenüber euren KollegInnen gut abgrenzen könnt, inkl. praktischer Beispiele.

Probiert es doch einfach mal aus – ihr werdet sehen, wie viel Zeit ihr auf einmal für die wirklich wichtigen Themen habt 🙂

**Ani**

 

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