Business Guide: von der Kündigung bis zur Entlassung

Steigt man nun ins Berufsleben ein, wird man gleich mit einer Fülle von Begriffen und oft rechtlichen Gegebenheiten konfrontiert. Sich in diesem „Dschungel“ zurecht zu finden ist recht schwierig und auch sehr tückisch. Im heutigen Business Guide beschäftige ich mich mit den wichtigsten Beendigungsarten.

Gerade viele BerufseinsteigerInnen haben mich angeschrieben und beispielsweise gefragt, was nun eigentlich der Unterschied zwischen einer Kündigung und einer Entlassung ist. Doch nicht nur junge Menschen blicken sich nicht ganz durch, sondern erfahrungsgemäß auch schon jene, die sich länger im Berufsumfeld bewegen, bis sogar hin zu Führungskräften. Ich bin der Meinung, dass jede/r – egal ob jung oder alt – ein paar Grundkenntnisse im Arbeitsrecht benötigt, um sich in der Arbeitswelt besser zurecht zu finden bzw. auch einfach zu wissen, was sind meine Rechte und Pflichten, wenn ich einen Arbeitsvertrag unterzeichne.

Da ua. diese beiden Begriffe im Alltag oft sehr flapsig gebraucht werden, möchte ich nun ein bisschen Licht ins Dunkel bringen. Hier nun ein kurzer Überblick über die Beendigungsarten eines Dienstverhältnisses:

Kündigung

Eine Kündigung kann seitens ArbeitgeberIn oder auch seitens ArbeitnehmerIn erfolgen. Für beide gelten hier gewisse Fristen, die entweder im Gesetz (AngG = Angestelltengesetz) oder im Arbeitsvertrag stehen. Diese Fristen zielen einerseits auf den Eingang einer Kündigung ab und andererseits auf jene Zeit, die nach einer Kündigung noch im Unternehmen gearbeitet werden muss. Eine Kündigung bedarf keiner Gründe, sie zielt vorrangig nur auf die Einhaltung der vorher genannten Fristen ab. Diese kann weiters mündlich oder auch schriftlich erfolgen – wie es genau zu passieren hat, findet sich immer im Kollektiv- bzw. Arbeitsvertrag.

Entlassung

Eine Entlassung hingegen – und dies ist der springende Punkt – bedarf immer schwerwiegender Gründe. Diese Gründe sind wiederum im Gesetz verankert oder auch im Kollektiv- bzw. Arbeitsvertrag. Hier ein kleiner Auszug:

  • Untreue (=Handlungen, die euch im Auge des/der ArbeitgeberIn untreu erscheinen lassen)
  • Arbeitsleistung wird ohne rechtmäßigen Grund unterlassen bzw. wird verweigert
  • Verletzung der Sittlichkeit oder Ehre (bspw. Diebstahl, Körperverletzung etc.)

Somit stellt eine Entlassung eine fristlose Beendigung durch den/die ArbeitgeberIn dar. Eine „fristlose Kündigung“, so wie sie oft im täglichen Sprachgebrauch verwendet wird, existiert somit nicht.

Freistellung

Die Freistellung geht meistens Hand in Hand mit den beiden vorherigen Umständen. Bei einer Entlassung ist dies sogar verpflichtend, da hier ja von schwerwiegenden Gründen ausgegangen wird. Stellt man den/die ArbeitnehmerIn nicht sofort frei, wird eine Entlassung vor Gericht schwer standhalten. Bei einer Kündigung seitens DienstgeberIn wird eine Freistellung oft bei ArbeitnehmerInnen in sensiblen Bereichen gewählt, wie zb. in leitenden Funktionen oder auch dort, wo bspw. mit wichtigen Daten gearbeitet wird. Meistens sind ArbeitnehmerInnen durch eine Kündigung so demotiviert oder auch wütend/verletzt, dass sich hier die Firmen einfach absichern möchten.

Lösung im Probemonat

In jedem Arbeitsvertrag findet sich eine Klausel zum gesetzlichen Probemonat. Dies bedeutet, dass innerhalb eines Monats beiden Seiten (ArbeitgeberIn & ArbeitnehmerIn) das Dienstverhältnis ohne Angaben von Gründen lösen können. Falls der erste Arbeitstag in einem Unternehmen für euch so schrecklich verläuft, dass ihr diese Tätigkeit nicht mehr ausüben möchtet, so könnt ihr – nach vorheriger Information an den/die DienstgeberIn – das Dienstverhältnis lösen und habt auch keine Fristen zu beachten. Diese Situation gilt jedoch nur im 1. Monat des neuen Dienstverhältnisses, also im Probemonat.

Ist euch in eurer – vielleicht speziellen – Situation etwas unklar oder ihr wisst nicht, wie es in eurem Unternehmen gehandhabt wird, dann lest am besten im Kollektivvertrag der Firma nach. Dieser ist meistens im Intranet verfügbar bzw. muss jedenfalls in der Personalabteilung/der Geschäftsführung aufliegen (je nach Firmengröße und Zuständigkeiten). Falls ihr euch dort nicht zurecht findet, dann fragt in der Personalabteilung nach.

**Ani**

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