„Mansplaining“ – wenn Männer den Frauen die Welt erklären

Kennt ihr das? Ihr seid in der Arbeit und habt nur eine kurze Verständnisfrage an euren Kollegen. Dieser beantwortet euch zwar die Frage, nur artet dies in einem elendslangen Vortrag aus und enthält Infos, die ihr ja eigentlich bereits wisst. Dieses Phänomen hat jetzt einen Namen und nennt sich „Mansplaining“.

In Australien wurde Mansplaining beispielsweise zum Wort des Jahres gewählt – ganz salopp erläutert, bedeutet es so viel wie: Komm, ich erklär dir die Welt! Und wird meistens im Zusammenhang benutzt, wenn Männer versuchen Frauen  etwas (oder eben die Welt) zu erklären, obwohl diese längst darüber Bescheid wissen.

Die Autorin und Journalistin Rebecca Solnit prägte im Jahr 2003 den Begriff „Mansplaining“, nachdem ein Mann ihr von einem tollen Buch erzählte und nicht aufhörte (meistens falsch) darüber zu berichten, bis sie am Ende der ganzen Erläuterungen endlich einwerfen konnte, dass sie selbst doch dieses Buch geschrieben hatte.

Warum gerade dieses Phänomen „Mann erklärt Frau“ entstanden ist, ist noch unklar, jedoch kann man es auf den Umstand zurückführen, dass viele Männer Gespräche mit Frauen eher als Vortrag, als ein Gespräch auf Augenhöhe sehen. Ich denke es kommt auch vor allem daher, dass Männer kein Problem damit haben, über Themen zu sprechen, auch wenn sie nicht zu 100% informiert darüber sind. Frauen überlegen es sich 3 oder 4 Mal, ob und was sie über ein Thema zu sagen haben. Männer deuten dies wiederum als Unsicherheit und somit fühlen sie sich verpflichtet „Licht ins Dunkel“ zu bringen, obwohl es oft gar kein „Dunkel“ gibt.

Und genau hier beginnt die Diskriminierung: der sogenannte „Allwissende Erzähler“ nimmt automatisch an, dass die ihm gegenüberstehende Frau weniger wüsste als er selbst. So werden beispielsweise Frauen oft mit „junge Frau“ in Diskussionen angesprochen, wenn sie dem aber „alter Herr“ entgegnen, kommt dies oft weniger gut an. Oder Männer halten Vorträge darüber, dass Schmerzmittel während der Geburtsphase negative Auswirkungen haben können und es am besten wäre, diese nicht zu nehmen etc. Eine Sammlung von derartigen Erlebnissen findet ihr übrigens hier.

Wenn ihr euch unter Mansplaining immer noch nicht wirklich viel vorstellen könnt, dann schaut euch das Video mit Hillary Clinton und Jimmy Kimmel an – dann wisst ihr was ich meine 🙂

 

3 Gründe, warum Mansplaining für uns Frauen einfach ärgerlich ist:

1.Ganz einfach liebe Männer: Es ist für uns simpel gesagt Zeitverschwendung! Wir wissen ja bereits Bescheid! Und oft sogar besser als ihr selbst…

2.Warum sollen wir es hinnehmen automatisch als uninformiert und vielleicht sogar „dumm“ zu gelten, obwohl wir meistens sogar mehr Ahnung haben als ihr!?

3.Ihr bringt uns damit in ein echtes Dilemma: entweder wir schweigen und lassen sozusagen alles über uns ergehen oder aber wir lenken ein und vertreten unseren Standpunkt bzw. unsere Expertise, was aber wiederum zum Mansplaining führt, da es ja unhöflich ist, seinen Gesprächspartner so bloß zu stellen.

Ihr seht, ein Allheilmittel ist noch nicht gefunden. Gut ist, dass dieses Phänomen erkannt und auch betitelt wurde. Denn „Einsicht ist immer noch der erste Weg zur Besserung“ 🙂

Habt ihr persönlich schon Erfahrungen mit Mansplaining gemacht? Ich freue mich auf eure Geschichten und Erlebnisse!

**Ani**

 

2 thoughts on “„Mansplaining“ – wenn Männer den Frauen die Welt erklären

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