4 Ratschläge an mein 18jähriges Ich

Mit 18 Jahren musste ich mir bereits konkrete Gedanken über meine Zukunft machen. Eigentlich war ich schon recht spät dran, aber dadurch, dass die Oberstufe 5 Jahre dauerte, schloss ich die Schule mit 19 Jahren ab. Dass ich studieren möchte, stand für mich schon länger fest, nur das „was“ hatte ich immer noch nicht fix mit mir geklärt. Als ich mich dann final für das Bachelor-Studium der Soziologie entschied, war für mich aber sofort klar, dass ich mir einen Nebenjob suchen möchte….

Ich hatte zwar schon ein paar Sommer-Praktika hinter mir, aber so richtig Berufserfahrung konnte ich nicht nachweisen. Natürlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt auch noch keine Ahnung, wie das Berufsleben so richtig funktioniert. Somit ging ich alles mal mit Hausverstand und besten Wissen und Gewissen an: Ich ging von Laden zu Laden und fragte, ob sie eine Aushilfe für ein paar Stunden benötigten. So bekam ich auch meinen ersten richtigen Nebenjob: geringfügige Aushilfe im Einzelhandel

Alles was ich mir dort aneignete war „learning by doing“ bzw. standen mir die lieben KollegInnen mit Rat und Tat zur Seite. Danach folgte auch schon mein erster Bürojob, bei dem ich wiederum neue Kniffe, Programme etc. dazulernte. Auch wenn ich mir oft dachte, dass ich jetzt sowieso nur die Arbeiten erledigen muss, die kein anderer machen wollte (ja, deshalb beschäftigen Unternehmen ja Aushilfen), war jede Erfahrung, egal ob in diesem Moment gut oder schlecht, eine wertvolle Erfahrung. Dies kann ich gut 10 Jahre später behaupten, denn dieses Sammelsurium an Erfahrungen, machen mich nun als den Menschen aus, der ich nun bin. Dies prägt bis heute meinen Arbeitsstil und meine tägliche Routine. Und auch im Sinne des lebenslangen Lernens, was ich heutzutage für äußerst notwendig und wichtig erachte, wird dieser Prozess nicht aufhören. Wichtig ist, dass man für sich selbst dieses Gleichgewicht an persönlicher kontinuierlicher Verbesserung auf der einen Seite und dem „ich fühl mich damit wohl“-Gefühl auf der anderen Seite, findet.

Trotzdem gab es auch Situationen, wo ich echt verzweifelt bin. Es war oft niemand da, der mir mit hilfreichen Tipps und Tricks beiseite stand. Doch aufgeben kam für mich nicht in Frage, und deshalb kämpfte ich mich durch jegliche Situationen alleine durch. Nicht nur einmal wünschte ich mir, dass mir jemand beistand bzw. den/die ich einfach mal um Rat fragen konnte. Deshalb ist es mir auch ein Anliegen, mein Wissen und meine Erfahrungen hier weiterzugeben, sodass ihr davon profitieren könnt.

Ich verrate euch nun jene 4 Ratschläge, die ich meinem 18jährigen Ich damals am bzw. vor Beginn meiner beruflichen Karriere gegeben hätte:

Ratschlag Nr. 1: Be nice! Man sieht sich immer 2mal im Leben

Ja, gerade zu Beginn des Arbeitslebens sahnt man nicht gleich die TOP-Jobs ab. Da muss man schon mal die Zähne zusammenbeißen und auch wirklich lästige, unnötige oder alberne Arbeiten verrichten. Es können dann schon mal Emotionen hochkommen, die es aber gilt wieder runterzuschlucken bzw. abzustellen. Ich selbst habe mich oft tagelang über sehr unnötige Dinge geärgert – aber zu Hause! Da musste dann meine Mutter herhalten, die sich alles geduldig anhörte. Aber sobald ich dem Ärger Luft gemacht hatte, ging es auch wieder weiter und gut gelaunt zur Arbeit. Ein Beispiel war, als ich eine Großbestellung von Info-Folder zur Post bringen musste. Dies war eine riesige Kiste voller Papier und ihr könnt euch vorstellen, wie schwer das ganze war. Ich bat eine Kollegin um Hilfe, doch die winkte ab. Ja, es war nicht die prickelndste Arbeit und auch nicht die anspruchsvollste, doch auch diese musste getan werden. So schleppte ich alles mühevoll und mit hochrotem Kopf wegen der Anstrengung, zur Post. Ihr könnt euch vorstellen, wie ich währenddessen alles verflucht hatte. Aber nach getaner  Arbeit, ging es zurück ins Büro, wo ich mir meinen Ärger nicht weiter anmerken ließ. Für mich war damals schon klar: Man sieht sich immer 2mal im Leben! Somit war und ist es mir bis heute noch wichtig, mit vielen KollegInnen und ChefInnen ein gutes Verhältnis zu haben. Und dazwischen gab es schon oft Situation, wo mir diese Einstellung schlussendlich viel gebracht hatte.

Ratschlag Nr. 2: Be thankful! Nimm Feedback dankend an und rechtfertige dich nicht

Hier ist eure Fähigkeit zur Selbstreflexion gefragt! Es gibt viele Menschen, die mich schon um Feedback zu ihrer Arbeit gefragt haben. Oft bemühe ich mich wirklich, meine ehrliche Meinung kundzutun, doch noch öfter, befinde ich mich dann mit meinem Gegenüber in einer ganz komischen Situation: Diese/r versucht sich dann nämlich nur mehr zu rechtfertigen, warum er/sie dies oder jenes so gemacht hatte. Sorry, das ist nicht Sinn und Zweck, wenn ihr um ehrliches Feedback bittet. Dieses dankend und respektvoll anzunehmen, ohne vieler Worte, ist hier der richtige und professionellste Weg. Natürlich könnt ihr Feedback hinterfragen, sodass keine Missverständnisse aufkommen bzw. dass ihr dieses versteht und richtig annehmen könnt. Vermeidet jedenfalls elendslange Erklärungen, warum ihr es genau so gemacht hattet. Ich weiß, dass das mitunter recht schwierig ist, weil man sehr schnell in die Rechtfertigungsschiene rutscht. Jedoch ist es wichtig, dass ihr hier einen Blick auf euch selbst habt, dies künftig zu vermeiden.

Ratschlag Nr. 3: Be interested! Hab keine Angst um Hilfe zu bitten

Wie ihr einen guten Eindruck bei eurem/eurer ArbeitgeberIn hinterlässt? Seid motiviert, interessiert und wenn ihr euch nicht auskennt, fragt nach und bittet um Hilfe. Was im ersten Moment nach einer persönlichen Schwäche aussieht – OMG, ich hab jetzt überhaupt nicht verstanden, was er/sie von mir will, deshalb frage ich lieber nochmals genauer nach – wird in diesem Fall überhaupt nicht so wahrgenommen. Im Gegenteil: vielen KollegInnen bzw. Vorgesetzten ist es lieber, wenn ihr 2x nachfragt, bevor ihr aus Unwissenheit oder Unachtsamkeit einen gröberen Fehler macht, der danach oft sehr schwer glattzubügeln ist. Gerade wenn ihr am Beginn eurer Karriere steht und noch keine oder nur sehr wenig Arbeitserfahrung mitbringt, ist euer Umfeld froh, wenn ihr interessiert seid und gleich nachfragt. Ein guter Tipp: Es ist nie verkehrt, gerade in der Anfangszeit, mit einem Notizblock und einen Kugelschreiber in der Hand bei euren KollegInnen und ChefInnen zu erscheinen – speziell in den „Kommst du mal schnell rüber“-Situationen und wenn ihr sichergehen wollt, dabei nichts zu vergessen.

Ratschlag Nr. 4: Be authentic! Sei stolz auf dich so wie du bist

Das ist mitunter der wichtigste Ratschlag, der dich eigentlich dein ganzes Leben lang begleiten soll. Dieser beginnt bei der Erstellung deiner Bewerbungsunterlagen, über das Bewerbungsgespräch, bis hin zur Ausarbeitung eines Konzepts bzw. der Präsentation im Meeting. Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass man es mit Authentizität und Ehrlichkeit am weitesten bringt. Nennt mich naiv oder blauäugig, doch auch nach über 10 Jahren im Berufsleben und vielen Ups and Downs, sage ich dies aus voller Überzeugung. Und sollte es mal nicht so laufen, dann kann ich mich mit dieser Einstellung wenigstens noch in den Spiegel schauen und stolz auf mich sein. Ihr merkt, ich halte nichts von SchleimerInnen, ArschkriecherInnen und SesselsägerInnen etc. Leider werden euch diese Art von Menschen immer wieder im Berufsalltag begegnen. Wichtig ist, dass ihr diese Menschen und deren Spielchen für euch entlarven könnt und lächelnd „mitspielt“ – siehe Ratschlag Nr. 1 🙂

Habt ihr weitere Ratschläge bzw. „lessons learned“, die ihr eurem 18jährigen Ich weitergegeben hättet? Ich freue mich auf eure Ideen!

**Ani**

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