Business meets Fashion: „Ja, aber bitte treib es nicht zu bunt!“

Wir sind Individuen mit unseren eigenen Werten, Vorstellungen, Einstellungen und vor allem mit unserer einzigartigen Persönlichkeit. Diese spiegelt sich in dem was wir tun, sagen und auch in dem wie wir uns kleiden wider. Doch oft können wir unsere Persönlichkeit im Berufsalltag nicht ausleben – warum nicht? Weil es immer noch alte Rollenklischees gibt, die mit unserer individuellen Ausdrucksweise nicht zusammenpassen.

„Nein, du kannst dich doch nicht piercen lassen! Und die Haare grün färben geht gar nicht! Was? Die Schuhe? Die kannst du doch nicht im Büro tragen!“ Diese und viele weitere Sätze konnte ich mir schon damals von meiner Mutter anhören und begleiten mich bis heute. In meiner Schulzeit konnte ich noch meine Experimentierfreudigkeit ausleben, aber spätestens beim Einstieg in das Berufsleben war Schluss damit.

Warum eigentlich? Wir sind doch alle Persönlichkeiten, die verschiedene Kompetenzen erfüllen, egal ob wir die Haare bunt, die Schuhe schwarz, die Hose rot oder den Blazer weiß tragen. Ich mache meinen Job nicht besser oder schlechter, wenn meine Arme tätowiert sind oder mein Gesicht gepierct ist. Das einzige was wirklich zählen sollte, sind Erfolge und Leistung. Aus meiner Erfahrung heraus, gibt es genug Menschen im klassischen Business Outfit, wie Anzug oder Kostüm, die zwar schön anzusehen sind, aber weiterführend wenige oder kaum ausgeprägte Kompetenzen zeigen.

Alleine das Wort „Kostüm“ – Wer hat es eigentlich eingeführt, dass wir uns im Berufsalltag „kostümieren“ müssen um erfolgreich zu sein bzw. zu wirken und Karriere zu machen? Dies läuft doch eher unter „Vortäuschen falscher Tatsachen“, als sich und seine Werte zu verkaufen. Weshalb müssen wir unsere urinnere Persönlichkeit hinten anstellen, um in das Wertesystem einer Leistungsgesellschaft hineinzupassen? Fragen über Fragen, doch ich habe leider keine Antworten darauf. Ich beobachte nur einen Trend: nämlich, dass diese klassischen Rollenbilder langsam aufbrechen und bereits die „neuen Business Women“ im Vormarsch sind. Kreative Köpfe, die ihre Individualität hervorstreichen und sich so kleiden, wie sie sich fühlen bzw. wie sie eben sind. Doch nicht nur das: Edition F startete eine Aktion, in der sie Leserinnen baten, ihr Business Outfit einzusenden. Sie wollten damit vor allem die klassischen Rollenbilder aufbrechen und auch jene Frauen zeigen, die beispielsweise männerdominierte Berufe ausüben – von der Bäckerin bis zur Feuerwehrfrau. Die Aktion war ein voller Erfolg! Das Ergebnis könnt ihr hier bewundern. Jetzt fehlen ja eigentlich nur noch unsere Männer, die ihren Anzug endlich daheim lassen!

Auch ich versuche in meinem eher kleinen Rahmen diese Bilder zu durchbrechen und ein wenig zu „rebellieren“. Wie ihr schon bemerkt habt, habe ich beide Armgelenke tätowiert und trage ein Piercing im Ohr. Und siehe da, ich bin keine Schwerverbrecherin, die eine Vergangenheit im Gefängnis hatte, sondern habe 3 Studienabschlüsse und einen verantwortungsvollen Job, der mir Spaß bereitet. Darüber hinaus kleide ich mich alles andere als klassisch. Ich versuche meinen eher edgy und rockigen Stil mit trendy und klassischen Teilen zu kombinieren. Deshalb platzt mein Kleiderschrank auch aus allen Nähten, weil ich eigentlich 2 Garderoben habe: eine für die Freizeit und eine für den Beruf; eigentlich der totale Schwachsinn! In meiner Berufseinstiegsphase habe ich mir teilweise Kleidung ausschließlich für die Arbeit gekauft, die mir eigentlich gar nicht gefiel. Aber natürlich brauche ich eine weiße Bluse, einen verstaubten Blazer und schöne Pumps. KOTZ! Weshalb Geld für Dinge ausgeben, die ich gar nicht möchte und dir mir überhaupt nicht gefallen?

Doch viele Menschen wählen im Beruf die „sichere“ Variante und kleiden sich nach den alten Regeln der Business Kunst, nämlich schwarz, klassisch und unauffällig. Natürlich gibt es Personen, denen dieser Stil auch zusagt, jedoch glaube ich, dass bei den meisten eher etwas anderes dahintersteckt: Anpassung ist besser als Auffallen! Lieber untertauchen und in der Masse mitschwimmen, als zu seiner Persönlichkeit stehen, mit der man da und dort anecken könnte. Gerade in Bewerbungssituationen merke ich es oft, dass sich die BewerberInnen in Kleidung reinzwängen, die ihnen persönlich gar nicht zusagt. Ich muss euch eines sagen: Man merkt dies sofort! Am offensichtlichsten ist es, wenn bspw. junge Männer im Anzug zum Gespräch erscheinen, der überhaupt nicht passt und sitzt. Sie wirken im Gespräch auch viel unsicherer und vermitteln ein Bild, welches nicht authentisch ist.

Es ist also meiner Meinung nach ein Irrglaube, dass jene Menschen, die sich optisch anpassen, weniger negativ hervorstechen. Denn schlussendlich zählt doch die Leistung eines/einer jeden einzelnen! Deshalb lassen wir die graue Garderobe hinter uns und erobern die Business Welt mit unserer Persönlichkeit, in allen bunten Facetten, die sie zu bieten hat!

**Ani**

3 thoughts on “Business meets Fashion: „Ja, aber bitte treib es nicht zu bunt!“

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