Ich bin reif für die Insel…

Mittlerweile haben wir schon wieder Mitte August. Der Sommer ist also fast schon wieder vorbei, und die Sonnenstunden werden auch immer kürzer. Habt ihr euch denn schon eine Auszeit aus dem Berufs- oder Studienalltag genommen? Oder gehört ihr zu jenen Personen die meinen, dass sie keinen Urlaub benötigen? Wenn dies der Fall ist, dann tut ihr euch und eurem Körper nichts Gutes…

Ich war immer der Meinung, dass ich mein Zeit- und Erholungsmanagement immer gut im Blick und unter Kontrolle habe. Meine Urlaube habe ich mir immer sehr bedacht, aber dennoch in regelmäßigen Abständen eingeplant. Doch im letzten Jahr, geriet dies unabsichtlich ein wenig außer Kontrolle. So kam es, dass ich nach meinem Urlaub im Juli 2015 keine längere Auszeit mehr einplante. Da meine KollegInnen bereits deren Urlaube im Dezember über die Feiertage einplanten, musste ja eine/r das Büro hüten. Mir machte es auch zu dieser Zeit nichts aus, da es über die Weihnachtszeit sowieso immer ein wenig ruhiger war. Somit sagte ich auch ohne große Bedenken zu. Die Wochen vergingen, und irgendwann im März fiel mir auf, dass es nun fast schon 1 Jahr her war, dass ich länger als ein paar Tage im Urlaub war.

Lag es an dieser Erkenntnis oder wirklich an der fehlenden Auszeit, aber seit diesem Moment ging meine Energie verloren. Meine Kreativität war verschwunden und jede Aufgabe kostete so viel mehr an Überwindung und Energie. Weiters merkte ich, dass ich schon bei Kleinigkeiten innerlich und äußerlich in die Luft ging. Meine Geduld war aufgebraucht. Ich merkte, dass mein Körper eine Auszeit brauchte: Wir buchten sogleich unseren Sommerurlaub nach Italien, und ich nahm mir eine 3-wöchige Auszeit. Diese war auch wirklich notwendig! Denn danach merkte ich erst wie frisch und voller neuer Ideen ich war. Auch meine Geduldsbatterie war nun wieder voll aufgeladen und ich ging mit vollem Schwung an neue Aufgaben heran.

Es soll ja Menschen geben, die meinen, dass sie keine Auszeit aus ihrem Berufsleben brauchen, da dies schon ihr Leben sei – ihre Erfüllung. Dies ist aber ein Irrglaube! Nicht nur, dass eine Auszeit die Batterie wieder auflädt und auch die Kreativität fördert, sondern was auch nicht in Vergessenheit geraten darf ist, dass Stress (neben  Rauchen, ungesunder Ernährung etc.) ein Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen ist. So kann dies im schlimmsten Fall in einem Herzinfarkt ausarten. Und dies hilft wohl niemanden, am wenigsten einem selbst.

Für mich sind folgende 3 Phasen der Schlüssel zu einem produktiveren und nachhaltig motivierteren Lebensstil:

PHASE 1: Motivation due to Preparation

Wer kennt dies nicht: Schon durch klicken des „Bestätigen“ oder „Buchen“-Buttons erleben wir unser erstes Glücksgefühl, nämlich die Vorfreude auf den nun fix gebuchten Urlaub. Meistens werden diese ja ein paar Monate im Voraus geplant und fixiert. Somit gibt es nun eine größere Zeitspanne der Vorfreude auf die paar Wochen Erholung. Und Vorfreude ist ja bekanntlich die größte Freude! Aber Achtung – hier gibt es auch eine kleine Falle! In dieser Pre-Urlaubsphase beschäftigt man sich ja ausführlich mit der genaueren Planung: Welche Orte sollen besucht werden, was möchte man unbedingt sehen, wohin geht man Essen etc. Wir malen uns hier schon unseren Traumurlaub aus und haben die perfekte Vorstellung davon. Genau dies könnte uns dann zum Verhängnis werden, sollte der Urlaub nicht wie geplant verlaufen: Das Wetter könnte uns ja bekanntlich einen Strich durch die Rechnung machen, das Hotel entspricht doch nicht den Erwartungen oder das Gepäck geht vielleicht für ein paar Tage verloren. Genau diese unvorhersehbaren Gegebenheiten können den ganzen Urlaub mit all der positiven Stimmung schon etwas trüben bzw. sogar verderben. Deshalb ist es ratsam, sich diesen Umständen vorher schon bewusst zu machen und am besten ohne große Erwartungen und Vorstellungen zu verreisen.

PHASE 2: Relaxation and Procrastination 

In dieser Phase, während des Urlaubes, gilt es nun loszulassen und zu entspannen bzw. auch einfach mal nichts zu tun und sich treiben zu lassen. Das kann für manche Menschen mitunter die schwierigste Phase von allen sein. Viele kommen zur Einsicht, dass sie am Arbeitsplatz doch mitunter ersetzbar sind und die Geschäfte auch ohne sie laufen. Aber das ist auch gut so! Endlich ist die Gelegenheit da, diese Bürde abzulegen und stolz darauf zu sein, dass man alles soweit geordnet übergeben hat, sodass die KollegInnen oder auch MitarbeiterInnen die  wenigen Wochen auch so gut weiterarbeiten können. Gerade jetzt ist es auch wichtig das Firmenhandy abzuschalten und keine Anrufe entgegenzunehmen bzw. keine Mails zu checken. Das ist nämlich der Tod jeder Erholungsphase! Es heißt sowieso, dass man erst nach 1 Woche Urlaub so richtig abschalten kann, da der Kopf bis dahin immer noch voll mit To Do’s etc. ist. Weiters ist dies auch ein guter Zeitpunkt um Social Detoxing auszuprobieren. Heißt, auch das private Handy abzuschalten und auch keine Social Media Kanäle, wie Facebook, Instagram oder Twitter zu checken. Besser ist, die vielen (wenn auch kleinen) schönen Momente zu genießen und wenn möglich per Foto oder Video festzuhalten. Dies ist nämlich ein wichtiger Faktor für die letzte Phase:

PHASE 3: Sharing is Caring

 Wieder zurück im Büro und hunderte von To Do’s und unbeantwortete Mails warten auf dich? Da kann die Erholung auch schnell wieder verfliegen. Es gibt aber einen kleinen Trick, sich dieses Gefühl bzw. die Freude auch wieder ins Gedächtnis zu rufen: Erzählt euren KollegInnen, ChefInnen etc. über eure guten oder auch kuriosen Urlaubserlebnisse, zeigt Fotos von Ausflügen her oder auch Videos vom Strand etc. Denn sobald ihr über das Erlebte sprecht, ruft ihr euch damit die Emotionen wiederum ins Bewusstsein. Ihr könnt dies auch mittels Ritual tun: Gewöhnt euch doch an, eure Urlaube beispielsweise mit einer guten Flasche Wein zu beginnen. Immer wenn ihr dann von einer Arbeitswoche müde oder einfach nur KO seid, ladet doch ein paar Freunde zu euch ein, mit denen ihr ein Gläschen Wein trinkt.

Urlaub bzw. eine Auszeit ist sehr wichtig für das eigene Wohlbefinden, die Zufriedenheit und die Kreativität. Alle Belangen, die sich auch auf den Berufsalltag ausleben – positiv sowie negativ. Somit sollte es auch im Bestreben des/der ArbeitgeberIn sein, diese Auszeiten zu fördern, denn gesunde und motivierte MitarbeiterInnen können auch wiederum dementsprechende Leistungen für das Unternehmen bringen.

Wie sieht es denn mit eurer Urlaubsplanung aus? Nehmt ihr euch regelmäßige Auszeiten aus dem Alltag?

**Ani**

2 thoughts on “Ich bin reif für die Insel…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s