Haters gonna hate, Fakers gonna fake – period.

Alles ist so verschwommen, jede/r ist so unecht. Und alle sind so leer, alles ist ein großes Durcheinander: wenn man enttäuscht wird…

Vor Enttäuschungen ist man nie gefeit. Man denkt bloß: Mir kann dies nicht passieren, ich pass da schon auf! Es ist auch ein Irrglaube, wenn man denkt, dass man im Alter weiser wird und all die „Fakers“ entlarven kann. Diese wird es immer geben und sie werden uns auch immer wieder erwischen. Was zurückbleibt, ist das Gefühl der Leere, der Enttäuschung – nämlich jene über sich selbst und die andere Person.

Auch ich habe schon viele Erlebnisse hinter mir – viele schöne Dinge, aber auch viele, die mein Leben komplett durchgerüttelt haben. Mein Rucksack an Erfahrungen ist prall gefüllt und ich schleppe ihn tagtäglich mit mir mit. Auch ich dachte mir: Jetzt kann mich nichts mehr so schnell erschüttern! Doch es kommt erstens anders und zweitens schneller als man denkt.

In einem gewissen Alter, glaubt man die Menschen zu erkennen, zu durchschauen. Wir behelfen uns gewisser Kategorisierungen, Interpretation etc., nur um unsere Mitmenschen und ihr Innerstes zu verstehen, also begreifen zu können. Dies dient auch in gewisser Weise als Selbstschutz, um eben selbst nicht verletzt zu werden. Es gelingt uns leider nicht immer, und wenn dieser Fall eintritt, dann sind wir komplett durchgerüttelt und verstehen die Welt nicht mehr.

Es gibt in diesem Zusammenhang 2 Arten von Menschen: Jene, die allen einen Vertrauensvorschuss geben und in Gefahr laufen, danach enttäuscht zu werden. Und andere, deren Vertrauen erst hart erarbeitet werden muss, die ihre Mitmenschen kaum an sich heran lassen. Ich gehöre zur Kategorie der ersten Sorte. Leider! Keine Ahnung, ob es einfacher wäre, umzudenken und keinen blinden Vertrauensvorschuss zu geben. Ich habe auch keine Ahnung, ob die Welt dann leichter zu akzeptieren wäre.

Wahrscheinlich haben beide Vorgehensweisen ihre Tücken, doch unter’m Strich bin ich einfach so, egal ob ich dies selbst gut und schlecht heiße. In den letzten Tagen, merkte ich wiederum, was es heißt enttäuscht zu werden. Dieses Gefühl des Schmerzes, welches ich lange nicht hatte und auch froh darüber war, tauchte wieder auf und nistete sich ein – auch in meinen Kopf. Die Gedanken kreisten über Situationen, Worte und den vergangenen Handlungen. Bin ich vielleicht doch selbst Schuld?

Dies ist leider die erste Frage, die ich mir stelle, bevor ich mich dann gleich selbst gedanklich rüge. Leider ist dies so eine Angewohnheit, die Fehler zuerst bei mir selbst zu suchen. Grundsätzlich ist esja nichts schlechtes, es darf nur nicht überhand nehmen. Doch als dann weitere Informationen ans Tageslicht kamen, wurde dieses schwere und erdrückende Gefühl in der Magengegend immer stärker. Die Selbstzweifel wichen und es besteht nur mehr 1 Frage: Warum?

Warum gibt es Menschen, die es für nötig halten hinter dem Rücken anderer schlecht über einem selbst zu reden? Es ist doch eine der negativen Eigenschaften, die alle abstreiten. Alle meinen, dass dies ein kindisches Verhalten sei, welches man selbst schlecht heißt. Und trotzdem passiert es so oft, dass manche genau in dieses Verhalten abgleiten. Ich verstehe, dass es manchmal sein muss, seinen Ärger Luft zu machen. Gewisse Themen gehen einem selbst so an die Substanz, dass man jemanden zum Reden braucht. Ziel davon ist auch, dass man danach wiederum einen klareren Kopf und damit auch Blick auf die eigentliche Sache hat. Doch wenn man dies dazu ausnutzt, sich selbst in seinen Denk- und Verhaltensweisen zu bekräftigen und sich noch weiter hineinzusteigern, verliert dies den eigentlichen Sinn.

Warum gibt es Menschen, die es für nötig halten hinter dem Rücken anderer schlecht über einem selbst zu reden, die Wahrheit verdrehen und darüber hinaus noch Hass streuen? Dies ist die krasse Weiterentwicklung des bloßen „Ablästerns“, nämlich andere Personen mitzuziehen und schlechte Gedanken, sogar Hass zu verbreiten. Nicht, dass es schon enttäuschend genug ist zu erfahren, dass Menschen hinter dem Rücken über einem Tratschen. Nein, schlimmer ist es zu wissen, dass sie andere noch als Bekräftigung der eigenen Ansichten mitreißen wollen. Ganz nach dem Motto: Nur gemeinsam sind wir stark.

Was geht in diesen Menschen vor, dass sie Züge dieses destruktiven Verhaltens an den Tag legen? Ist es Neid? Ist es Missgunst? Ist es Eifersucht? Oder ist es etwa die Erkenntnis, dass andere Personen mit gewissen Situationen routinierter und selbstsicherer umgehen als sie selbst? Ich habe leider noch keine Antwort darauf gefunden. Vielleicht ist es eine Mischung aus so vielen Dingen, die in diesem Moment zusammenspielen. Jedenfalls hat es mit der eigenen psychischen Verfassung zu tun. Ich habe beobachtet, dass so ein Verhalten meist in Situationen auftritt, wenn Menschen unter großem persönlichen Druck stehen. Um von ihren eigenen Defiziten ablenken zu wollen, versuchen sie als Lösungsstrategie den Fokus auf mögliches Fehlverhalten bzw. auf die Defizite anderer Personen zu lenken.

Ich muss akzeptieren, dass gewisse Menschen in kritischen Zeiten zu diesem Verhalten tendieren. Ich muss auch akzeptieren, dass manche so schwach sind und keinen anderen Ausweg sehen, als dieses Verhalten an den Tag zu legen. Die Situationen emotionslos und sachlich zu analysieren hilft, um sich von diesen abzugrenzen und sie richtig deuten zu können. Es fällt mir nur schwer zu akzeptieren bzw. sich selbst einzugestehen, dass man sich wieder einmal in einem Menschen getäuscht hat, den man so viel anvertraut und mit diesem man viele schöne, aber auch traurige Momente geteilt hat.

Mein Rucksack ist nun um eine weitere schmerzhafte Erfahrung reicher. Eine Erfahrung, durch die man die Welt wiederum ein bisschen anders betrachtet und die jedenfalls zum Nachdenken anregt. Das Gefühl der Enttäuschung und des Schmerzes verschwindet langsam, die eigene Haut ist auch um eine Schicht dicker geworden. Der Blick ist wieder klar und fokussiert. Neue Kraft und Motivation ist getankt, denn es gibt sie ja doch noch: Jene Menschen in meinem ganz persönlichen Umfeld, die es gut meinen, die ehrlichen Umgang schätzen und die durch ihre positiven Worte die Welt wiederum ein kleines bisschen schöner machen…

 

**Ani**

3 thoughts on “Haters gonna hate, Fakers gonna fake – period.

  1. Oh dein Beitrag hat mich sehr berührt liebe Ani!
    Kopf hoch und nicht dein Grundvertrauen in Menschen verlieren…das ist eine ganz tolle Eigenschaft.
    Ich bin da leider eher andersrum gestrickt und misstraue Menschen grundsätzlich. Versuche das seit einiger Zeit zu ändern und den Leuten positiver und offener gegenüberzutreten. Klappt auch bis zu einem gewissen Grad. Aber so ganz kann man nie aus seiner Haut raus.
    Alles Liebe
    Julia
    http://www.yogaandjuliet.com

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