Du suchst die Erfüllung im Job? Dann beginn bei dir selbst!

Authentizität – Ein Begriff, der uns durch alle Lebenslagen begleitet. Im privaten Bereich, verspricht dieser das Glück oder auch die Liebe des Lebens zu finden, im beruflichen Kontext den perfekten Job bzw. eine steile Karriere. Doch „sich selbst zu sein“ ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört. Dabei gibt es gewisse Verhaltensweisen, die authentische Menschen von nicht-authentischen unterscheidet.

„Wir alle spielen Theater“, so der Buchtitel des Soziologen Erving Goffman. Gemeint ist damit, dass wir tagtäglich – vergleichbar mit einem Theaterstück – verschiedene Rollen spielen: Die Mutter-/Vaterrolle, die/der KollegIn, die/der ChefIn, der/die Tochter/Sohn etc.  Und wir passen uns unseren Rollen jeweils an, da mit jeder einzelnen Rolle auch verschiedene Verhaltensweisen verbunden sind. So muss man sich als Chefin beispielsweise gegenüber seinen MitarbeiterInnen durchsetzen, wobei man im privaten Bereich die herzensgute Mutter ist, die ihrem Kind keinen Wunsch abschlagen kann.

Natürlich kann es hier auch immer wieder zu Konflikten, sogenannten Rollenkonflikten kommen. Trotzdem passiert dieses „Schauspiel“ jeden Tag – ganz von alleine. Es bewirkt, dass sich stereotype Rollenbilder immer wieder neu bzw. vorhandene reproduzieren und damit auch Vorurteile sowie Erwartungen an diese Stereotypen. Warum dies alles? Damit wir unsere Umgebung besser verstehen und weiters damit umgehen können. Durch Stereotypisierung, also dem klassischen „Schubladendenken“, ordnen wir unsere Umwelt für uns, sodass wir alle Eindrücke verarbeiten und Meinungen bilden können.

Und dann hört und liest man überall: sei authentisch! Wie passt denn das zusammen? Funktioniert dies überhaupt? Jede/r einzelnen von uns ist doch irgendwo auf der Suche nach sich selbst – was auch immer das bedeuten mag. Manche suchen danach ein Leben lang, manche haben bereits zu sich selbst gefunden und schreiben beispielsweise Ratgeber darüber, um wiederum anderen dabei zu helfen. Es ist jedenfalls eine sehr individuelle oder auch fast schon spirituelle Angelegenheit. Kommen wir aber auf den Boden der Tatsachen zurück und lassen vorerst die stereotypen Rollenbilder und -klischees außer Acht, so ist es gerade im beruflichen Kontext äußerst wichtig authentisch, also sich selbst, zu sein und keine absichtlich vorgetäuschte Rolle zu spielen.

Laut Wikipedia wird der Begriff wie folgt beschrieben:

Authentizität (von gr. αὐθεντικός authentikós „echt“; spätlateinisch authenticus „verbürgt, zuverlässig“) bedeutet Echtheit im Sinne von „als Originalbefunden“

„The Original You“ sozusagen. Wie schon beschrieben, gibt es ja bereits Menschen, die ihre innere Harmonie und somit zu sich selbst gefunden haben. Folgende 4 Verhaltensweisen machen sie aus:

#1 Sie lösen sich von negativen Menschen

Authentische Personen sind dermaßen selbstbewusst, dass sie sich von jenen Menschen, die ihnen ihre Energie rauben bzw. ihnen gegenüber schlechte Absichten haben, abgrenzen. Dabei bewahren sie aber immer Respekt und Höflichkeit, und trotzdem stellen sie Klarheit vor Harmonie.

#2 Sie haben eine Meinung und tun sie auch kund

Und auch dann, wenn sie vielleicht unpopulär ist. Soll heißen auch in jenen Situationen, in denen sie sich mit ihrer Meinung gegen die Masse stellen. Sie vertreten ihren Standpunkt höflich aber doch bestimmt und sind nicht gewillt andere zu belügen, denn dann würden sie sich auch wiederum selbst belügen.

#3 Sie überdenken Ratschläge

Authentisch zu sein bedeutet nicht eingebildet oder hochnäsig zu sein – im Gegenteil! Diese Personen nehmen gutgemeinte Ratschläge dankend an, jedoch reflektieren sie diese. Wie im Punkt 2 schon beschrieben, sind sie keine Menschen, die mit dem Strom schwimmen, weshalb sie auch immer abwägen, ob diese Ratschläge auch für sie Sinn ergeben.

#4 Sie sind intrinsisch motiviert

Dieser letzte ist auch gleichzeitig der wichtigste Punkt, der sich direkt auf das Verhalten bzw. die Karriere auswirkt. Authentische Menschen motivieren sich selbst bzw. durch ihre Leidenschaft der Sache gegenüber. Deshalb machen sie niemand anderen, außer sich selbst, für ihre derzeitige Situation verantwortlich und beschweren sich demnach auch nicht.

Ich muss zugeben, dass auch ich noch auf der Suche nach mir selbst bin. Trotzdem arbeite ich tagtäglich daran, manchmal aktiv, manchmal aber auch intuitiv. Vieles ergibt sich auch erst aufgrund der Lebenserfahrung bzw. jenen Situationen, die man selbst durchlebt hat. Mir war und ist eine gewisse Selbstreflexion schon immer sehr wichtig, denn nur so hat man die Möglichkeit an sich selbst zu arbeiten. Vielleicht ist dies wiederum nur ein Vorurteil, doch ich denke, dass wir Frauen uns oft selbst im Weg stehen bzw. einfach zu selbstkritisch sind, da wir vieles perfekt hinbekommen wollen – was jedoch einerseits nicht funktionieren kann, aber auch andererseits gar nicht notwendig ist.

Wichtig ist, dass man sich selbst wohl fühlt und auch mit sich selbst im Reinen ist. Denn nur wenn man selbst zufrieden ist, kann sich dies auf andere bzw. auch wiederum auf die eigene Karriere übertragen. Das Thema „zu sich selbst finden“ empfindet jeder Mensch anders und somit ist auch jeder Weg dorthin ein sehr individueller. Es gibt keine allgemeingültige Anleitung, wie man dieses Ziel erreichen kann – denn das ist nun mal das Spiel des Lebens.

Wie steht ihr zu diesem Thema? Habt ihr schon zu euch selbst gefunden oder seid ihr noch mitten im Findungsprozess genauso wie ich? Wie erlebt ihr Authentizität im beruflichen Umfeld?

**Ani**

10 thoughts on “Du suchst die Erfüllung im Job? Dann beginn bei dir selbst!

  1. Interessanter Post, danke dir. Die Authentizität ist nicht mal so einfach umzusetzen. Im privaten auf jedenfall aber im beruflichen wohl schwieriger. Denn da muss man sich je nach Beruf verstellen, das ist ja das traurige daran. Bislang ist mir das so ergangen, womöglich hängt es auch damit zusammen dass ich wohl noch nicht das richtige gefunden habe.

    Liebe Grüße aus Wien
    Karolina

    https://kardiaserena.at

    1. Oje, das hört sich nicht nach dem passenden Beruf an. Auf lange Zeit bringt es sich nichts, sich immer zu verstellen. Aber ich finde man merkt es eh immer recht schnell, wenn es Zeit für Veränderung ist. Alles Liebe!

  2. Ich denke in letzter Zeit so oft darüber nach, ob mein Beruf bzw. die Ausbildung die ich gerade mache, etwas ist, das ich ewig machen möchte.. im Moment tendiere ich eher zu Nein, aber es fällt mir so schwer etwas aufzugeben, und ich kann die Ausbildung einfach nicht abbrechen, jetzt wo ich schon fast am Ende bin..
    Aber ich muss mir das dann wirklich nochmal gut überlegen, ob ich auch glücklich werden kann, wenn ich dabei bleibe.
    toller Beitrag 🙂

    Alles Liebe,
    Patricia

    1. Ich finde auch dass du die Ausbildung abschließen solltest, denn auch wenn du beschließt ganz was anderes zu machen – diese kann dir keiner mehr wegnehmen und es sind Erfahrungen die dich weiterbringen.. Alles Liebe jedenfalls!

  3. Wirklich ein toller Post der mich wirklich zum Nachdenken bringt, ich habe vor kurzem einen Beitrag geschrieben und mich hinterfrage, wie viel Blog bin eigentlich ich und sehe ich auf meinem Instagram feed mich selbst etc. und irgendwie ähnlich ist es in diesem Post bzw. auf das „ganze Leben“ bezogen. Klar ist vieles nicht verallgemeinerbar aber generell ein „Ratschlag“ den man umsetzen soll bzw. muss um glücklich zu sein.

    Liebe Grüße

    Nicky

  4. Ich liebe Deine Beiträge! Ich bin auch noch nicht so ganz im Reinen mit mir selbst, aber ich bin am richtigen Weg 🙂 Diese 4 Verhaltensweisen sollten wir und wirklich alle anlernen ❤

    Alles Liebe,
    Trixi

    1. Wie lieb! Danke Trixi! Ich glaube, dass man 100% mit sich ins Reine kommt ist sowieso illusorisch, aber die Wille und vor allem die Selbstreflexion zählt ❤ Alles Liebe, Ani

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