Ausbrennen für Dummies: So schaffst auch du den Weg ins Burn Out!

Ich dachte mir, es wäre doch mal nett und auch etwas anderes, dieses sehr ernste Thema von einer anderen Seite zu beleuchten. Anstatt den Text so zu formulieren, dass dabei Tipps und Tricks genannt werden, wie man ja nicht ins Burn Out rutschen kann, versuche ich einen Perspektivenwechsel. Nämlich euch ganz easy zu schildern, wie ihr rasch ins Burn Out fällt.

Manchmal erzielt man Sensibilisierung für ein gewisses Thema erst dann, in dem man es von einer ganz anderen Seite beleuchtet. Es gibt ja bereits sehr viele Beiträge, Texte etc., die aufklären möchten, wie man die Burn Out Falle meidet bzw. ihr entkommt. Mit unzähligen Tipps und Tricks wird versucht die LeserInnenschaft zu überzeugen, dass gewisse Handlungsweisen ungesund für unsere Psyche und unseren Körper sind. Denn was passiert, wenn man immer wieder die gleichen Zeilen liest? Man nimmt sie gar nicht mehr wahr und fliegt nur mehr über den Text drüber, ohne über das Gelesene großartig nachzudenken. Mir passiert es oft, dass ich mir dabei denke: „Jaja, das kenne ich alles schon – habe ich alles schon mal gelesen!“

Doch das Thema Burn Out – obwohl es leider bereits sehr strapaziert bzw. missbräuchlich verwendet wird – ist ein akutes und immer noch nicht zu unterschätzendes. Bevor ich euch hiermit einlade, meine Sicht der Dinge zu erkunden, möchte ich gerne das Wort Burn Out definieren, um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Denn Burn Out geht über „ich bin gerade so im Stress“ hinaus! Es ist vielmehr ein …

„… emotionaler, geistiger und körperlicher Erschöpfungszustand nach einem vorangegangenen Prozess hoher Arbeitsbelastung, Stress und/oder Selbstüberforderung.“ (Großes Wörterbuch Psychologie; Compact, 2007).

Kein Wunder, dass diese Art von Erkrankungen so stark zunehmen. Wie ich euch hier bereits beschrieben hatte, wird Stress auch oft zu einer Art „Lifestyle“: Es ist cool und erstrebenswert viele To Do’s gleichzeitig zu haben, wie bspw. Brunch mit der Freundin, sportliche Betätigung im Fitnesscenter, hoher Arbeitsaufwand im Job, Gassigehen mit dem Hund, die nächste Reise zu planen und und und – am besten noch alles gleichzeitig und natürlich alles via Social Media zu dokumentieren, sodass auch ja alle sehen, dass man selbst so beschäftigt ist.

Speziell in den sozialen Medien kann man schnell zum Vorbild werden, sodass andere diesen Lifestyle, der darüberhinaus meistens bloß inszeniert ist und nicht der Realität entspricht, nachahmen möchten. Kein Wunder, dass viele dies nicht genauso unter den eigenen Hut bringen können. Was entsteht? Frustration, Stress und Unzufriedenheit. Das Bild der #BusyBee ist nicht aufrechtzuerhalten, somit „gehört man nicht dazu“. Gehörst du aber zu jener Sorte Mensch, die sich gerade fröhlich, frei und enthusiastisch fühlt, dann kann ich dir diesbezüglich weiterhelfen. Denn Achtung, jetzt kommen Wege, wie du diesen Gefühlszustand ganz schnell hinter dir lassen und ruck zuck und ganz easy ins Burn Out rutschen kannst:

#NimmDirAllesAufEinmalVor

Schritt für Schritt und alles nacheinander? Das war doch gestern! Am besten du packst alle deinen offenen To Do’s gleichzeitig an: egal ob privat, beruflich oder sonst wo, alle Lebenslagen solltest du in Angriff nehmen! Am besten du schaust, was andere bereits geschafft haben und eiferst diesem Bild nach. Du darfst dabei aber nichts aus den Augen verlieren! Habe alle Baustellen im Blick und achte penibel auf negative Tendenzen – die sind selbstverständlich sofort auszuschalten. Es soll doch schlussendlich alles perfekt werden, oder?

#SeiÜberAllesInformiert

Natürlich musst du auf dem neuesten Stand sein: Du musst doch auch jede Sekunde darüber Bescheid wissen, was deine Lieblings-Influencer auf Instagram so treiben: Dabei steht es dir offen, einfach nur durch den Feed zu scrollen und dir perfekte und makellose Pics anzusehen oder dich von bewegten Bilder auf Instastories oder Snapchat berieseln zu lassen. Wichtig ist nur: Verpassen darfst du nichts! P.S.: Es wäre auch nicht schlecht, darüber hinaus über das aktuelle Weltgeschehen informiert zu sein – auch Politik ist wichtig!

#SorgeDafürDassDichAlleLieben

Jemand redet in der Arbeit schlecht über dich? Kann doch nicht sein! Dein Auftrag ist es doch, dass alle – und ja, wirklich alle – dich mögen. Du bist ja schließlich der-/diejenige, der/die Arbeit anderer doch gerne übernimmt und immer für alle da ist. Deine eigenen Aufgaben bzw. dein eigenes Zeitmanagement lässt du mal links liegen und kümmerst dich vorrangig um die Arbeit der anderen. Ist doch selbstverständlich, oder? Denn nur so kann man wirklich Karriere machen und schafft es bis ganz oben! Kleiner Tipp: Nutze auch die Nächte um Durchzuarbeiten, denn nur hier kommen die besten Ideen und es stört dich keiner!

#TreibeSportUndZwarSoRichtig

Also wenn du dich schon sportlich betätigst, dann bitte richtig. Ein 4 km Lauf? Sehr schwach! Also ein Halbmarathon muss mindestens drinnen sein, wenn nicht doch ein Marathon. Das gibt auch mehr Likes auf Instagram und Facebook als sonst, denn nur Übernatürliches kommt gut an! Daneben solltest du natürlich auch alle neuen Sportarten, die gerade trendy sind, ausprobieren, denn sonst bist du ja nicht up2date und kannst nicht mitreden! Außerdem: Wer rastet, der/die rostet – deshalb plane schon mal vorsorglich deine erste Alpenüberquerung!

Jetzt kann ja wohl nichts mehr schiefgehen! Beachte einfach alle Punkte und schwupps, findest du dich ganz schnell im Burn Out. Bei all diesen Tipps beachte bitte, deine Aktivitäten, Eindrücke und Meinungen ausführlich und gleichzeitig auf Facebook, Instagram, Instastories, Snapchat sowie in deinen Whats App-Gruppen zu sharen. Das ist doch nicht zu viel verlangt oder? 🙂

**Ani**

 

13 thoughts on “Ausbrennen für Dummies: So schaffst auch du den Weg ins Burn Out!

  1. Ohja. Ich finde die Art, wie du das Problem einem vor Augen hälst gut. Gerade das Internet mit all den Social Media Kanälen schlägt einem oftmals zugrunde. Nicht nur, wenn man professionell Bloggen will, sondern auch im alltäglichen Leben, scheint es, als könnten wir nicht mehr ohne uns der Öffentlichkeit zu präsentieren. Gerade deswegen ist es wichtig, all dies auch mal über Bord zu werfen und den Druck rauszulassen.

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA

    1. Da hast du Recht! Es darf einfach nicht überhand nehmen und sollte alles noch in einem ausgewogenen Verhältnis passieren – das ist das Wichtigste 🙂 Alles Liebe

  2. Liebe Ani, mal ein witzig geschriebener Beitrag zu diesem Thema. Ich habe schon bei einigen Bloggerinnen gelesen, dass sie einen Burn out haben. Ich bin selbst kein Blogger. Ich verstehe schon, dass man unter Druck steht, ständig diesem Social Media Bild zu entsprechen. Vor allem, wenn man das wirklich als Beruf betreibt und daher ständig posten „muss“. Als berufstätige Mutter zweier Kinder frage ich mich aber auch, was aus all diesen jetzt schon so gestressten Bloggerinnen mal wird, wenn sie evt. auch Mutter werden. Wenn sich nicht mehr alles um das eigene Selbst und dessen Abbildung dreht. Ich hoffe, bis dahin haben sie alle starke Nerven und Deinen witzigen Beitrag gelesen. Ich wünsche Dir einen schönen Abend, Heike

    1. Hallo Heike! Vielen Dank für dein liebes Feedback! Leider spiegelt dieses Bild nicht nur BloggerInnen wider, sondern auch ganz normale Teenies bzw Jugendliche oder sich junge Erwachsene.. dieser Druck mit deinen FreundInnen mitzuhalten ist hier recht groß… Da hast du recht, wenn man schon in jungen Jahren ausgebrannt ist, ist das keine gute Voraussetzung für die kommenden Jahre.. Hier gilt eben bewusst drauf zu schauen und sensibilisiert zu sein.. Danke dir nochmals Heike ❤

  3. Genialer Beitrag, liebe Ani!
    ja nichts verpassen und am besten alles auf einmal machen!
    obwohl ich weiß, was mich morgen in der Arbeit erwartet (und ich mich Do und Fr schon so gestresst und aufgeregt habe) werde ich morgen dank deinem Beitrag alles völlig ruhig angehen! Es nervt mich einfach, wenn ich mir gewisse Sachen so zu Herzen nehme und mich über diese Dinge aufregen muss. Bringt doch nichts, außer, dass ich schlecht drauf bin und mir den Tag dadurch verderbe 😉

    Coole Idee, wie du den Beitrag geschrieben hast!

    Liebe Grüße, Patricia

    1. Vielen lieben dank! Wichtig ist, immer an sich zu arbeiten und sich dies immer wieder bewusst zu machen..! Ich wünsch dir einen guten Wochenstart 🙂

  4. hallo liebe Ani.

    Echt toller Beitrag und ich finde es echt toll, dass du es von der anderen Perspektive beschrieben hast.
    Auch die Punkte die du genannt sind sehr gut. Mir gefallen besonders die letzten zwei:
    #TreibeSportUndZwarSoRichtig und #SorgeDafürDassDichAlleLieben

    Ist im Endeffekt alles quatsch. Aber es kann echt leicht passieren, dass man sich auf so dumme Sachen konzentriert. Ich persönlich versuche generell all diese Sachen zu vermeiden und so zu sein wie ich halt bin. 🙂

    ganz liebe Grüße,
    Zeki :*

    http://www.thatblogthing.com

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