Dear Instagram: I hate you, I love you, I hate that I love you …

Algorithmus hin oder her, gekaufte Followers hin oder her, wer und wie viele Likes hin oder her – wer mir auf Instagram folgt, der hat es bereits letztes Wochenende mitbekommen: Ich habe mich wieder einmal furchtbar über Instagram geärgert!

Um einen Blog gut promoten zu können, greift man zu sozialen Medien, um einerseits mehr Reichweite zu generieren und andererseits eine LeserInnenschaft aufzubauen. Im Laufe der Jahre hat sich jedoch die Landschaft der sozialen Medien sehr verändert. Mir ist hier besonders aufgefallen, dass sich diese kaum mehr an deren NutzerInnen orientieren, sondern daran, wie man recht schnell und einfach ein gutes Business generieren kann. Die  ursprüngliche Idee der jeweiligen App ist mit Steigerung der NutzerInnenzahlen recht schnell vergessen. Es wird dann hauptsächlich versucht Profit daraus zu schlagen.

Wer mir auf Instagram folgt, hat letztes Wochenende mitbekommen, dass ich mich recht geärgert hatte! Warum? Wieso? Weshalb?

Dear Instagram, I hate you!

Als ich mir damals vor etlichen Jahren einen Account bei Instagram erstellt hatte, steckte noch eine ganz andere Intuition dahinter: Snapshots aus dem Alltag zu posten und sozusagen ein kleines „Tagebuch in Bildern“ zu kreieren. Das war ja ganz lustig. Mit zunehmender NutzerInnenzahl kam auch immer mehr Qualität in die dort geposteten Pics, wobei dies zunehmend von den dort vertretenen Modelabels aus ging. Ja gut, hat ja nicht jede/r eine/n Profi-FotografIn bei der Hand. Dies war auch gut so, da man sich so tolle Inspirationen holen konnte. Als weiterführend Hobby-Fashionistas ihre Garderobe posteten, war der Streetstyle geboren. Alles kein Problem und auch total ok. Nur wiederum weiterführend wurde Instagram von Facebook-Chef Mark Zuckerberg gekauft, und damit begannen auch die großen Veränderungen. Algorithmen wurden neu erschaffen und geändert, sodass der/die NutzerIn davon profitieren konnte etc. Mhm, ja richtig! Die derzeitige Funktionsweise von Instagram – wie auch immer diese lautet – zielt darauf ab, die großen Accounts noch größer zu machen. So meine Wahrnehmung!

Als kleiner Account mit knapp 2.000 Follower, so wie ich einer bin, hat man kaum die Chance zu wachsen und Follower zu generieren. Glaubt mir, ich habe mich damit sehr im Detail auseinandergesetzt, nur ich verstehe es nicht und habe keine Ahnung, wie ich durch  meinen Account mehr Reichweite generieren kann. Derzeit fühle ich mich in einem gewissen Teufelskreis gefangen: Insta-taugliche „Locations“ bzw. Drappierungen für die perfekten Pics suchen, daneben aber auch noch die Feeds der anderen durchsehen, liken, kommentieren und natürlich nicht zu vergessen: Instastories! Dieser Kanal sollte doch genauso gepflegt werden wie der eigentliche Account. Ich like und kommentieren mich also durch meinen Feed, poste pro Tag mindestens 1 Foto, da ich ja nicht „in Vergessenheit“ geraten möchte und was passiert: Plötzlich „fehlen“ mir am nächsten Tag an die 20 Follower?!

Ich versteh die Welt nicht mehr! Bisher habe ich die Social Media Welt als Ausgleich zum Alltag gesehen, in der ich mich richtig wohl fühle und die mir Spaß macht. Derzeit erlebe ich sie als nerviges Muss und komme mir oft wie der Hamster im Hamsterrad vor. Ich versuche alle Tipps rund um Instagram umzusetzen, wie mind. 1 Foto pro Tag zu posten, viele Hashtags und Verlinkungen zu verwenden, Boomerangs zu erstellen, Fotos anderer Accounts zu liken und zu kommentieren uvm. Trotzdem komme ich nicht voran, und all meine Mühe bleibt wirkungslos! Abgesehen davon ist diese ganze Arbeit ziemlich zeitaufwändig und ganz objektiv betrachtet, rechnet sich diese „Kosten/Nutzen“ Aufstellung überhaupt nicht. Die Arbeit, die ich hier investiere, bekomme ich niemals zurück bzw. „belohnt“ – im Gegenteil: Vernachlässige ich meinen Account für 1-2 Tage, weil ich ja doch noch so etwas wie „ein Leben“ habe, so bekomme ich die Rechnung sofort präsentiert:  Mind. 30 Follower sind weg!

Dear Instagram, I love you!

Aber so ganz ohne Instagram geht es dann auch nicht. Ich liebe es, die verschiedenen Feeds anderer NutzerInnen/Blogger durchzusehen und mich inspirieren zu lassen. Natürlich muss man auch hier differenzieren bzw. beachten, dass die meisten Fotos ja nun nichts mehr mit der echten und gelebten Realität zu tun haben. Ich glaube, dessen sind wir uns alle bewusst. Uns wird hier eine Scheinwelt vorgelebt, die als „reachable Goal“ propagiert wird – unser aller Ziel, welches wir erreichen sollen. Erst wenn wir diesen Lifestyle leben, dann haben wir’s geschafft. Ja gut, lassen wir diesen Aspekt mal beiseite. Als Inspirationsquelle ist Instagram mit Sicherheit mehr als gut genug. Darüber hinaus lässt sich über das neue Feature „Instastories“, ein noch besserer Einblick unserer „Instastars“ erhaschen.

Obwohl ich zu Beginn wirklich sehr skeptisch war was Instastories betrifft, habe ich mich nun recht langsam damit angefreundet und die jeweiligen Features für mich entdeckt. Der Kreativität sind zwar derzeit noch Grenzen gesetzt, jedoch bin ich mir sicher, dass sich hier die EntwicklerInnen noch genügend einfallen lassen, um uns zu begeistern. Instastories holt für mich ein wenig das „Real Life“ zurück, was durch die durchwegs professionellen Fotos bereits verloren gegangen ist. Und auch dies ist manchmal recht befriedigend zu sehen. Ist dann doch nicht alles Gold was glänzt.

Darüber hinaus habe ich vieler meiner Blogger-KollegInnen über Instagram kennengelernt, nämlich ganz banal, in dem ich ihnen „gefolgt“ bin. Witzig, wenn man sie das erste Mal im echten Leben trifft: Da können sich die Eindrücke schon recht spalten bzw. erkannte ich viele am ersten Anblick gar nicht. Unter uns: so geht es mir heute noch 🙂 Aber ich bin einfach schlecht in sowas – alte Recruiter-Krankheit! Trotzdem: Instagram hat mir viele neue und interessante Bekanntschaften beschert, wofür ich wirklich dankbar bin!

Dear Instagram, I hate that I love you!

Somit ist nicht alles schlecht was Instagram und die soziale Scheinwelt betrifft. Trotzdem habe ich für mich gewisse Dinge entschieden, die mich hoffentlich etwas leichter mit der App umgehen lassen. Ich werde beispielsweise nicht unnötig Zeit damit verbringen, meine Pics insta-tauglich zu gestalten. Es werden künftig einfach mehr Snapshots, die natürlich gut bearbeitet werden, online gehen. So versuche ich das „Real Life“ für mich ein bisschen mehr zurückzuholen, bedeutet aber, dass der Feed nicht ganz so perfekt durchgestylt ist – tja, was soll’s! Ein paar schön gestellte und drappierte Pics wird es trotzdem geben, da mir das ja an manchen Tagen auch richtig Spaß bereitet. Dies muss ich ja auch zugeben 🙂

Weiters versuche ich mir einzureden, dass hohe Follower-Zahlen nicht alles sind im Leben, weshalb ich künftig nur mehr die App öffne, wenn ich Lust drauf hab und nicht, weil ich jetzt schon über 3 Stunden nicht mehr meinen Feed gecheckt habe. Wie ihr seht, versuche ich die Kontrolle wieder an mich zu reißen: Somit heißt es nicht mehr Mark VS Ani, sondern nur mehr Ani, und zwar with a Little Punk Attitude … #F***TheSystem

**Ani**

10 thoughts on “Dear Instagram: I hate you, I love you, I hate that I love you …

  1. Ach ja, die Sache mit Instagram ist wirklich so eine Hass-Liebe! Einerseits ist sie meine liebste App und ich lasse mich total gerne von den schönen Feeds inspirieren, andererseits ist es wie du sagst nur noch eine Art Business um Dinge zu promoten oder Geld einzunehmen! Ganz schlimm daran finde ich, dass die Ehrlichkeit verloren geht, Follower und Likes werden gekauft und manchmal deprimiert mich dass dann ganz schön! Immerhin verbringe ich jeden Tag mind. eine Stunde auf Insta! Ich like, ich kommentiere und erarbeite mir hart mit einem hohen Zeitaufwand jeden neuen Follower. Ich weis wirklich nicht wo das noch hinführen soll, aber ich möchte diese App dennoch nicht missen wollen! Mal sehen was die Zukunft bringt 😉 Ganz liebe Grüße Iris von http://www.sprinzeminze.com

    1. Hallo Iris! Du bist ja auch ganz schön hin und hergerissen von Insta – gut zu lesen, dass es nicht nur mir so geht 🙂 Wo das alles noch hingehen mag, hab ich mich auch schon gefragt?! Sind wir mal gespannt 🙂 Bussi

  2. Hey Ani, danke für den tollen Beitrag. Mir gehtes so ähnlich wie dir mit dem Unterschied, dass ich noch kleiner bin als du. Ich hab vor kurzem selbst über den follow/unfollow Hype auf Instagram geschrieben und muss dir ehrlich sagen seit ich meine Worte zu Papier gebracht habe gehts mir besser damit. Mir entfolgen weiterhin täglich Leute die mir am nächsten Tag wieder folgen, aber ich versuche mir diesen Stress mim Ärgern nicht mehr anzutun. Ich hab keine Lust mehr auf das depressive geschweige denn diesen ständigen Druck sich beweisen zu müssen. Klar stimmt es mich der Verlust von followern weiterhin traurig aber da muss ich eben durch. Wichtig ist es mit meiner Authentizität zu punkten, weshalb ich in den instastories mich mit all meinem Schmäh zeige – so wie ich eben bin 😉
    Glg Karolina

    https://kardiaserena.at

    1. Richtige Einstellung liebe Karolina! Auch mir ist es besser gegangen, als ich alles niederschreiben konnte – und ja, sich darüber zu ärgern ist schade um jede Energie..! 🙂

  3. Hallo Ani,
    sehr interessant!
    Ich bin in Vielem deiner Meinung.
    Instagram ist für mich eine Inspirationsquelle und eine Möglichkeit, schöne Bilder zu verschiedensten Themen anzusehen.
    Dabei habe ich nicht den Anspruch, dass es nur direkte, unbearbeitete Snapshots sein müssen.
    Außerdem gibt es die nun eh wieder in den „Stories“.
    Daher finde ich es auch gut, dass viele Benutzer in ihren Feeds immer mehr auf die ästhetische Qualität der Bilder achten – ich selber poste auch eher ausgewählte, bearbeitete Fotos und sehe mir auch gern solche an.
    🙂

    Zu den Followern – ich glaube, viele tricksen: sie folgen dir und glauben du folgst ihnen dafür auch. Dann löschen sie dich am nächsten Tag schon.
    Meiner Meinung nach sehr sinnlos und unfair.
    Deshalb folge ich nur bewusst Leuten, für die und deren Posts ich mich interessiere. Wenn mir jemand folgt, zu dem ich überhaupt keinen Bezug habe, ignoriere ich das. Weil von denen hättest du eh nichts.
    Vielleicht sollte Instagram das „Entfolgen“ erst nach z.B. 3 Wochen ermöglichen, dann würden solche Manipulierer diese Masche vielleicht nicht mehr so oft anwenden.

    Ciao Markus
    http://www.instagram.com/markusjerko

    1. Hi Markus! Toller Zugang finde ich und auch ein guter Verbesserungsvorschlag! Ja irgendwas sollte Instagram ändern, denn so wie es jetzt läuft ist es ziemlich unbefriedigend…

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