(How to) Get out of the Small Talk-Zone! Gespräche professionell beenden

Fast jeder Karriereratgeber propagiert: Small Talk ist essentiell um wichtige Kontakte zu knüpfen und damit die eigene Karriere voranzutreiben. Manche Menschen tun sich schon schwer, mit Small Talk zu beginnen, die „richtigen“ Leute anzusprechen bzw. dann auch im Gespräch das Adäquate zu beplaudern. Nur keiner fragt sich: „Wie komme ich denn nun am galantesten wiederum aus diesen Situationen heraus, wenn sie mal keinen Mehrwert bringen?“ Ich mich heute schon…

DIE THEORIE

„Im Zeitalter der Globalisierung, der Ad-hoc-Mitteilungen, der Stehpartys und professionellen Prahlhanserei, ist der Smalltalk alles andere als ein Privileg der oberen Zehntausend. Eine gekonnte Konversation ist ein wichtiger Erfolgsschlüssel. Mit dem richtigen Schnack kann man das sprichwörtliche Eis unter Fremden brechen und beim Plaudern einen positiven Eindruck hinterlassen. Wählt man indes die falschen Worte, ist die Chance genauso leicht verspielt.“ (via Karrierebibel.de)

„Der Wert von Smalltalk – von der „kleinen Unterhaltung“ – wird gerne unterschätzt. Gelingt der Einstieg durch einen sympathischen Smalltalk, ist das die beste Voraussetzung für den weiteren Verlauf eines Gesprächs. Es ist einleuchtend, dass Smalltalk als Einstieg besser geeignet ist als betretenes Schweigen.“ (via Zeitblueten.com)

„Warum eigentlich Smalltalk? Wer denkt, im Berufsleben dreht sich alles nur um Fakten und um rein geschäftliche Themen, der irrt. Der Sympathiefaktor und eine gemeinsame persönliche wie emotionale Basis sind ebenso unerlässlich, wenn nicht sogar entscheidend für erfolgreiche Geschäftsbeziehungen. Mit einem perfekten Smalltalk schaffen Sie so eine ideale Ausgangssituation für spätere Kontakte. Smalltalk ist also ein ideales Mittel zum Networking und damit unerlässlich geworden.“ (via Bildungsxperten.net)

DIE PRAXIS

So die Theorie. In der Praxis hingegen, sind wir uns zwar dieser Wichtigkeit des Small Talks bewusst, nur läuft es teilweise komplett anders ab: Wir stehen herum, plaudern dann doch eher mit jenen Personen, die wir kennen und können einfach nicht über unseren Schatten springen, auch mal völlig fremde Personen anzusprechen. Manchmal funktioniert dies dann mit der nötigen Menge an Alkohol, aber alles in allem ist dies schon ein recht schwieriges Unterfangen, das Netzwerken. Tja, ist doch alles nicht so tragisch, denn dafür gibt es im WWW etliche Karriereseiten und Zeitungsartikel, die hier Abhilfe schaffen sollen. Von Small Talk Tipps von: „Wie spreche ich am leichtesten fremde Personen an?“ über „Welche Themen spreche ich am besten an?“ bis hin zu den Small Talk don’t’s ist alles in den Weiten des Internets zu finden.

So weit so gut! Haben wir nun brav alle dieser vielen Tipps berücksichtigt, sind über unseren Schatten gesprungen und sprechen nun mit einer uns völlig fremden Person über die neuesten Bücher-Trends (gähn), kommen aber dann im Gesprächsverlauf darauf, dass man das Gespräch am liebsten sogleich wieder beenden würde, weil wir beispielsweise mit unserem Gegenüber überhaupt nicht auf der selben Wellenlänge sind – Was dann? Wo bitte steht nun geschrieben, wie wir uns galant aus dieser Situation retten können?

KEINE PANIK!

Da ich beruflich praktisch darauf programmiert bin, Small Talk (mit BewerberInnen, bei Vorträgen, mit Führungskräften etc.) zu führen, habe ich bereits unzählige solcher Gespräche mit den verschiedensten Personen gemeistert. Nicht immer waren die Themen und die Personen spannend, jedoch trotzdem wertvoll. Ich fand mich oft in Gesprächen, wo ich mir nach ein paar Minuten dachte: „Hilfe, bitte holt mich hier raus!“ Eines von dieser Sorte möchte ich euch kurz beschreiben, damit ihr wisst, was ich damit meine:

Gemeinsam mit einer Kollegin war ich zu einem Vortrag bei einer Personalberatung in Wien eingeladen, wo wir zu Beginn recht herzlich empfangen wurden und bereits mit ein paar äußerst netten Personen ins Gespräch kommen konnten. Wir bekamen ein Glas Sekt in die Hand gedrückt und suchten nach dem nächsten freien Stehtisch. Dadurch, dass aber bereits alle Tische besetzt waren, mussten wir uns also irgendwo „dazuquetschen“. Gesagt, getan, und somit stellten wir uns nach einer kurzen Nachfrage, ob es ein Problem darstelle, wenn wir uns dazugesellen würden, zu einem älteren Mann und einer jungen Frau. Schnell kamen wir ins Gespräch, und es stellte sich heraus, dass hier der Inhaber eine Kommunikationsagentur mit einer seiner Mitarbeiterinnen neben uns stand. Zu Beginn dachte ich mir noch „Wow, super interessant! Ein Glück, dass wir diesen Platz gewählt haben“. Doch nachdem er uns von seinem super sportlichen Auto inkl. aller Geschichten seiner „Stunts“ auf der Autobahn sowie nächtlichen Ausgängen/Eskapaden mit anschließendem Nickerchen in diesem erzählte, dachte ich mir nur mehr „Oh mein Gott – wie kommen wir denn nun schnell aber höflich hier wiederum raus?“

In dieser Situation heißt es vor allem professionell bleiben, nett lächeln und so tun als höre man aufmerksam zu. Doch es gibt darüber hinaus ein paar Tricks, wie ihr euch galant und höflich aus diesen unangenehmen Situationen stehlen könnt. Ich verrate euch hier meine TOP 4:

#1 Bereite dir bereits zu Beginn des Gesprächs eine Begründung für einen möglichen vorzeitigen Abbruch vor!

Da man ja nie wissen kann, ob ein Gespräch wertvoll für einen selbst werden kann oder eben nicht, gilt hier die Devise: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Deshalb ist es wichtig, bereits zu Beginn eine Argumentation vorzubereiten, warum das Gespräch möglicherweise nur von kurzer Dauer sein kann. Klingt komisch? Ganz und gar nicht! Folgende Beispiele hierfür kann ich euch mitgeben:

„Ich muss leider in ein paar Minuten schon wieder weg, aber das Thema XY interessiert mich doch schon sehr! Darüber würde ich noch gerne mehr erfahren…“

„Ich habe gerade bemerkt, dass es bereits 09:30 Uhr ist und ich um 10:00 Uhr das nächste Meeting habe, worauf ich mich noch vorbereiten muss. Bevor ich gehe, interessiert mich aber noch folgendes….“

#2 Beziehe für eine mögliche Begründung dein Umfeld mit ein!

Speziell wenn sich der Small Talk im Kontext einer Veranstaltung abspielt, ist es eine gute Idee, das Umfeld miteinzubeziehen, möchte man die Konversation rasch beenden. Bitte versteht mich nicht falsch – es geht nicht darum in der Masse dann einfach unterzugehen und abzutauchen, das wäre nicht gerade professionell. Doch befindet man sich in einem Gespräch, welches man recht schnell beenden möchte, so gibt es hier schon ein paar mehr gute Möglichkeiten. Beispielsweise muss man vielleicht ganz dringend auf die Toilette oder sich etwas zu Essen/Trinken holen. Dabei trifft man „ganz zufällig“ auf jemanden, mit dem man noch etwas ganz wichtiges und dringendes besprechen wollte. Dies ist natürlich unangenehm, man entschuldigt sich, da es nunmal vorgeht…

#3 Stelle deinem Gegenüber jemand anderen vor!

Ganz simpel, aber doch effektiv und vor allem freundlich! Der gute alte „Ich muss Ihnen unbedingt jemanden vorstellen“-Trick. Man möchte doch nur beim Netzwerken behilflich sein, oder? 🙂

#4 Denk daran, dass du vielleicht nicht der/die einzige bist, der/die Konversation rasch beenden möchte!

Es ist doch nicht gesagt, dass immer nur ein Part das Gespräch schnell beenden möchte. Oft kommen auch beide Seiten zu dem Schluss, dass es „nicht passt“. Dieses Szenario müsst ihr immer im Hinterkopf behalten, denn so ist es leichter, die Situation ohne ein schlechtes Gewissen zu beenden. Natürlich hat dies sehr viel mit Empathie zu tun, dass man das Szenario realistisch einschätzt und so das Verhalten daraus richtig deutet. Doch es ist schon ein ganz anderes Gefühl zu wissen, dass vielleicht alle TeilnehmerInnen ein Interesse daran haben, rasch mit wiederum anderen Personen ins Gespräch zu kommen.

Jetzt seid ihr gut gerüstet, um begonnenen Small Talk auch wiederum gut und vor allem höflich zu beenden. Habt ihr vielleicht noch andere Tipps parat, wie man ein solches Gespräch galant beenden kann? Ich freue mich auf eure Rückmeldung/Erfahrungen!

**Ani**

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