You can handle it! Keine Panik mehr bei Präsentationen

Einen Vortrag oder eine Präsentation abzuhalten begleitet uns durch unser gesamtes Leben: beginnend in der Schulzeit, durch das Studium bis hin zur Arbeit. Speziell beim Thema Karriere wird dies essentiell, denn nur dadurch kann man die eigene Karriere auch vorantreiben. Wenn euch aber die Redeangst im Griff hat und eine Präsentation Panik bei euch auslöst, dann ist es nicht das Ende der Welt – auch ich habe es hieraus geschafft!

Blicken wir doch mal zurück ins Jahr 1999: Da war ich gerade 15 Jahre alt und mitten im stressigen Schulalltag. Es gehörte praktische jedes Jahr dazu, unzählige Referate zu irgendwelchen Themen abzuhalten. Doch jedesmal wenn es dazu kam, wurde ich nervös – sehr nervös. Einmal sogar so nervös, dass ich meine Nerven wegschmiss, sich mein Kreislauf verabschiedete und ich kreidebleich im Gesicht meinen Professor zuwinselte, dass es mir nicht gut ging und ich mich bitte hinsetzen muss. Eine tolle Erfahrung! Besser kann es  ja nicht laufen. Doch es half ja nichts, denn die Referate endeten nicht und begleiteten mich weiter bis hin zur Matura, wo ich vor einer Kommission meine Abschlussarbeit präsentieren musste.

What goes around comes around

Schon damals in meiner Schulzeit meinten meine ProfessorInnen zu mir, dass ich mich mit dem Thema Vorträge anfreunden sollte, denn später im Berufsleben, sei dies auch ein wichtiger Bestandteil. Zu dieser Zeit nahm ich solche Aussagen nicht so ernst, denn was in vielen Jahren ist, interessierte mich weniger. Doch ich muss zugeben: Sie hatten Recht! Verfolgt man seine Karriere und möchte sie auch noch weiter pushen, so gehören Präsentationen zum Alltag: sei es vor der Führungskraft, vor KollegInnen oder auch vor einer Geschäftsführung – es gehört dazu, und ich habe all dies auch schon durch.

Nun, wie habe ich meine Redeangst überwunden? Gleich vorweg: Ich bin immer noch sehr nervös, wenn es um Präsentationen geht! Es ist nicht so, dass es mich kalt lässt und ich hier super versiert alles abhandle – jedenfalls nicht, wenn ich in mich hineinhorche. Das Bild nach Außen lässt mich zwar ruhig und bedacht wirken, innerlich zittere ich jedoch. Und ja, es gehört einfach dazu nervös zu sein, denn nur dann bringt man sich auch zu Höchstleistungen. Es ist also ganz normal, wie man so schön sagt. Hier nun aber meine persönlichen Tipps, bei denen hoffentlich der ein oder andere auch für dich passend ist:

**What would be the worst case?**

Der erste und wichtigste Rat: Denke deine Sorgen zu Ende! Dies gilt nicht nur in Bezug auf die Redeangst, sondern auch für alle anderen Lebenslagen, die dich unrund werden lassen. Was ist das schlimmste was passieren kann, wenn es mal nicht so glatt läuft? Denke also an den worst case der eintreffen kann. Meistens wird einem dadurch klar, dass eigentlich gar nicht so viel auf dem Spiel steht bzw. kaum etwas, was sich nicht auch wiederum kitten lässt. Für alles gibt es eine Lösung, und wenn es mal doch schiefgehen sollte, dann ist es wichtig, die Situation Revue passieren zu lassen und aus den Fehlern zu lernen. Die sogenannten „Lessons Learned“ gehören zum Leben dazu und nur durch diese kommen wir auch weiter!

**Show your self-confidence!**

Erinnere dich an eine Situation, in der du wirklich selbstbewusst aufgetreten bist und blicke zurück, welche Körperhaltung du hier eingenommen hattest. Und genau diese nimmst du auch bei Präsentationen ein: bspw. aufrecht stehen bzw. aufrecht sitzen. So kannst du nämlich deinen Körper bzw. deine Psyche ein wenig austricksen. Durch die aufrechte Haltung bekommst du automatisch einen Schub Selbstbewusstsein.

**Open up your fears!**

Gehörst du zu jenen Personen, die ihre Nervosität gar nicht in den Griff kriegen, mit hoch-rotem Kopf dasitzen, über all rote Flecken bekommen und das Zittern gar nicht mehr aufhören will? Dann hilft es dir vielleicht ja, genau diese Ängste vor dem Publikum anzusprechen. Klingt komisch, kann aber eine recht wirkungsvolle Technik sein: Versucht man nämlich seine Ängste und damit auch das Sichtbarwerden dieser zu unterdrücken, so wird es noch schlimmer. Nimmt man sich diesen an, „lässt sie sozusagen zu“, so beruhigt sich auch der Körper wieder. Hier spreche ich wirklich aus Erfahrung! Es funktioniert, jedoch nicht sofort. Dein Körper braucht einige Male, um aus dieser Situation seine Lernerfahrung mitzunehmen und diese abzuspeichern. Deshalb ist hier etwas Geduld erforderlich, doch es wird mit jedem Mal besser und besser.

**Think about your audience!**

Menschen mit Redeangst beziehen die Reaktionen aus dem Publikum sofort immer auf sie persönlich. Sehen einem die ZuhörerInnen gelangweilt an, dann kann das ja nur damit zusammenhängen, dass der Vortrag einschläfernd und uninteressant ist – man kommt also nicht an. Dabei kann es ja durchaus sein, dass diese einen schlechten Tag haben, zu dieser Veranstaltung zwangsverpflichtet wurden, die Kinder eine schlaflose Nacht bereitet haben etc. Hier können viele verschiedene Möglichkeiten die Ursache herbeigeführt haben. Auch wenn zwei ZuhörerInnen ihre Köpfe zusammenstecken und miteinander flüstern, heißt es ja noch lange nicht, dass sie über dich lästern. Diese fiesen Gedanken, können einem vor oder während des Vortrages schon sehr aus der Bahn werfen. Deshalb ist es wichtig, sich vor Augen zu führen, dass das Verhalten anderer nicht zwangsweise mit einem selbst zu tun hat.

Das Thema Redeangst ist ein sehr schwieriges und vor allem langwieriges. Es ist wichtig, dass ihr Geduld mit euch habt und nie aufhört daran zu glauben, dass es mit der Zeit besser wird. Auch bei mir hat es jahrelang gedauert, bis ich es so halbwegs in den Griff bekommen habe. Und noch heute löst es nicht Freudentänze und Jubelschreie aus, wenn jemand an mich herantritt und mich bittet, einen Vortrag, Schulungen etc. abzuhalten. Doch jede dieser Situationen ist anders, da auch immer das Publikum ein anderes ist. Ich denke mir jedesmal, dass es eine Möglichkeit ist, dazuzulernen und wenn es mal schiefgeht, dann ist es so. Ich ärgere mich dann vielleicht ein paar Stunden darüber, aber dann wird es ad acta gelegt und es geht weiter vorwärts!

Ganz viel Kraft und Mut!

**Ani**

2 thoughts on “You can handle it! Keine Panik mehr bei Präsentationen

  1. Ein toller, interessanter Artikel – vielen Dank!
    Ich selbst habe als Trainerin natürlich wenig Probleme mit Präsentationen. Da es aber immer wieder Menschen gibt, die bereits bei einer kleinen Gruppenarbeit mit anschließender Präsentation ins Schwitzen kommen, konnte ich mir hier wertvolle Ratschläge mitnehmen.
    Lieben Dank – ich bin gespannt auf weitere Beiträge
    lg Melanie

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