Get your emotions under control! Der Schlüssel zum Erfolg bei schwierigen Gesprächen

Mit Emotionen kontrolliert und professionell im Arbeitsumfeld umgehen? Klingt plausibel und auch recht easy! Doch wenn es dann so weit ist, kann man diese nur mehr schwer unter Kontrolle halten. Am liebsten möchte man dem Ärger freien Lauf lassen, sodass man sich selbst danach besser und erleichtert fühlt. Mit ein bisschen Arbeit an sich selbst, bekommt ihr diese aber gut in den Griff.

Gehaltsverhandlungen, Strategiegespräche, Aufgabenaufteilungen etc. Dies sind alles Themen, die die eigenen Emotionen schon mal hochkochen lassen können. Denn es sind alles Themen, die einem selbst nahe gehen bzw. persönlich betreffen. Fühlt man sich in diesen Situationen benachteiligt oder gar unfair behandelt, so ist es nur schwer die eigenen Gefühle zu verbergen und professionell zu agieren, zu handeln und vor allem zu argumentieren. Obwohl man ja selbst weiß, dass man mit diesem Verhalten, sich erst recht im Weg steht und der gewünschte Erfolg so nicht eintreten wird.

Auch ich finde mich oft in diesen Situationen wider, da ich zum einen einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn habe und es dann oft Prinzipsache ist, warum ich dieses oder jene präferiere oder eben ablehne. Zum anderen habe ich großen Spaß an meinem Job und „brenne“ dafür, somit sind mir gewisse Dinge einfach nicht egal, wo sich andere vielleicht denken mögen, dass es sie nichts angeht bzw. dass es ja einfach nichts bringt, hier Zeit und Nerven zu investieren. Speziell dann, wenn man sich so mit seinem Beruf identifiziert, ist es schwierig, gewisse Themen nicht persönlich zu nehmen und diese mit einer gewissen Distanz zu betrachten. Denn dann wäre vieles einfacher und man wäre oft nicht so emotional verankert.

Nicht das gesprochene Wort ist entscheidend! 

Ich kämpfe oft mit diesen Situationen, da ich ja im Grunde weiß, dass mehr Ruhe und Gelassenheit, öfter zu einer positiven Veränderung führen als hartnäckig zu argumentieren. Nicht dass ihr denkt, ich beginne zu schreien oder hysterisch zu werden, nein gar nicht. Es ist mehr so, dass meine Stimme ganz automatisch höher wird als sonst. Oft fällt es mir gar nicht selbst auf, doch wenn ich dann darauf aufmerksam gemacht werde, versuche ich diese wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Genau diese oder andere Gesten, Ausdrücke etc. passieren, ohne dass man so wirklich davon mitbekommt, dass sie gerade passieren. Doch das Gegenüber registriert diese nonverbale Kommunikation sofort, kategorisiert diese für sich und reagiert darauf dementsprechend. Es gibt viele Menschen, speziell Vorgesetzte, die sehr sensibilisiert auf Emotionen reagieren. Nicht nur einmal habe ich im Office schon „Jetzt sei doch nicht so emotional!“ gehört und wusste im ersten Moment gar nicht, was konkret gemeint war. Ich fühlte mich in diesem Moment ja gar nicht aufgewühlt oder emotional, sondern brachte eigentlich nur sachlich meine Argumente hervor.

Das kleine Selbstexperiment

Deshalb habe ich seit längerer Zeit beschlossen, mich gerade in diesen Momenten mehr selbst zu beobachten: Welches Verhalten führt zu welcher Reaktion? Liegt es doch vielleicht an der Körperhaltung und der Gestik? Generell versuche ich ruhiger zu sprechen und weniger meine Hände dabei einzusetzen, sprich meine Gestik zu reduzieren. Speziell in diesen „kleinen“ alltäglichen Situationen ist es gut zu üben, sodass man in den wichtigen Momenten entsprechend professionell und ruhig auf das Gegenüber reagiert. Dies hört sich leichter an, als was es dann im Alltag wirklich ist. Aber nichts ist unmöglich, und so arbeite ich weiter an mir.

Konkret versuche ich folgende Dinge einzuhalten, um noch professioneller im Gespräch zu wirken und meine Argumente so durchzubringen, sodass sie beim Gegenüber ankommen und auch angenommen werden können:

  • Aufmerksam zuhören, aussprechen lassen
  • Aktiv Nachfragen, um Missverständnisse auszuräumen
  • Unklarheiten sofort ansprechen und nicht „aufstauen“ lassen
  • Andere Meinungen akzeptieren und eine wertschätzende Haltung einnehmen
  • „Weichmacher“ so wenig wie möglich verwenden (eigentlich, sozusagen, etc.)
  • Mit Argumenten punkten –> verlangt eine gute Vorbereitung auf das Gespräch
  • Auf die Körperhaltung achten: aufrecht Sitzen, zum Gegenüber gerichtet, ruhige Gestik

Wichtig ist, sich nach dem Gespräch selbst zu reflektieren: Wie ist es mir gegangen? Wie habe ich mich gefühlt? Warum lösen vielleicht gewisse Argumente überhaupt Emotionen bei mir aus? Steckt eventuell ganz etwas anderes dahinter (Hidden Agenda)?

Welche Praktiken wendet ihr an, um eure Emotionen speziell in heiklen oder wichtigen Situationen in den Griff zu bekommen? Ich bin gespannt auf eure Kommentare 🙂

**Ani**

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