Festival Guide: NOVA ROCK 2017 – die Ü30 Version

Festivals sind nur was für Teenager und Twenty-Somethings? Ich sage: Nein! Das Abenteuer „Festival“ sieht natürlich als Ü30erIn ein wenig anders aus als beispielsweise bei einer/einem Mid-20erIn, trotzdem ist es machbar und vor allem genießbar.

Mit 18 Jahren fuhr ich mit meiner Freundin zu meinem ersten Festival, nämlich zum „Two Days a Week“ nach Wiesen. Damals schliefen wir im gemeinsamen Zelt, dass wir uns noch kurz vorher organisierten. So rückwirkend betrachtet, war die ganze „Reise“ ins Burgenland nicht wirklich durchgedacht und organisiert. Ein paar Tage davor kratzten wir alle Utensilien zusammen, die wir irgendwie brauchen konnten, gingen kurz vor Abfahrt noch schnell vorgeschnittenes Brot und Aufstrich kaufen und los ging die Reise. Ich glaube auch, dass wir die letzten waren, die damals am Campingplatz ankamen, denn es war kaum mehr ein Platz mehr frei – das letzte freie Stückchen Wiese konnten wir dann nur mehr am Berghang ergattern.

Merke: Baue dein Zelt immer auf einer geraden Fläche auf! Dadurch, dass wir in einer Schräglage schliefen, rutschten wir nachts immer an ein Ende des Zelts und kraxelten dann wieder hinauf, bis wir wiederum runterrutschten. Puh, dies war schon eine anstrengende Nacht! Auch deshalb weil es rund um uns herum doch ziemlich laut war. Alle feierten, lachten und schrien herum. Trotzdem waren alle freundlich und boten uns ihre Lebensmittel oder Gaskocher etc. an. Zähnegeputzt wurde im Freien und mit der halbvollen Wasserflasche vom Supermarkt gespült. Das war das Festivalleben!

Das Alter steigt, die Ansprüche aber auch!

Seitdem sind ja doch ein paar Jahre vergangen und die FestivalanbieterInnen haben sich schon mehr auf ihre BesucherInnen eingestellt. So gibt es beispielsweise am Nova Rock Festival ja bereits Clean oder Green Campingplätze bzw. sogar kleine Holzhütten, die man sich mieten kann uvm. Sogar eigene Frühstücksstationen wurden aufgebaut und generell wird alles Essbare, was das Herz begehrt, angeboten. Damals musste man sich noch mit ein paar Burger, Hot Dogs und Pommes Frites zufrieden geben. Heute kann man sich sogar das Gemüse Curry oder einen leckeren Flammkuchen schmecken lassen.

Nichtsdestotrotz steigen mit zunehmenden Alter auch die Ansprüche: Man möchte dann doch in einem warmen und bequemen Bett schlafen, auch ruhig soll es sein, ein eigenes WC mit Klopapier ist der Hit und ein sauberes Badezimmer ein Muss. All diese Dinge, die damals eher nebensächlich waren, sind jetzt doch unentbehrlich geworden, und wenn man wie ich gleich 4 Tage lang ein Festival besuchen möchte, gehört dies wirklich zur „Grundausstattung“! Wie meine Ü30-Version vom Nova Rock Festival ausgesehen hat? Los gehts!

TAG 1 – Mittwoch

Wie es für eine Ü30erin gehört, bin ich an diesem Tag noch ganz brav meiner Arbeit nachgegangen. Erst um ca. 14 Uhr machten wir uns dann auf den Weg ins Burgenland. Da die Mittwochs-Headliner Linkin Park erst gegen Mitternacht auftraten, hatten wir ja diesbezüglich auch keinen Stress. Wie es sich für eine Ü30erin gehört, hatte ich bereits einige Monate vor dem Festival ein kleines Apartment in Illmitz gebucht, nämlich bei Stieglerhof Apartments. Dieses hat sich als echtes Juwel entpuppt! Es liegt ca. 25 Fahr-Minuten vom Festivalgelände entfernt und hat einen großen und sehr ruhigen Innenhof, umringt von unendlich vielen Pflanzen. Auch die Besitzerin ist sehr bedacht auf ihre Gäste und stellte sich flexibel auf alle Nova Rock-BesucherInnen ein (ja, wir waren nicht alleine 🙂 ). So war es kein Problem, dass wir beispielsweise am Sonntag erst Mittags auscheckten.

Ein paar Gehminuten entfernt gab eis einen Spar, wo wir uns noch mit den nötigen Lebensmitteln und Getränken eindeckten. Gleich um’s Eck lag das „grüne Eck“, wo wir frische Lebensmittel direkt vom Bauernhof besorgen konnten und im Ortszentrum legten wir uns noch die „Burgenland Karte“ zu, wo wir teilweise vergünstigte oder sogar gratis Eintritte hatten. Perfekt! Wir waren ausgerüstet! Zum Festivalgelände selbst ging es immer per Auto, da wir beschlossen, nichts zu trinken, sodass wir die 4 Tage durchstehen konnten :). Dies war auch nicht schwer, da man als nicht-Biertrinkerin nicht auf seine Kosten kam! Die weißen Spritzer schmeckten mehr als nur gewöhnungsbedürftig und bei allen anderen Getränken war der Alkohol kaum herauszuschmecken. Tja, dann lieber gleich Anti-Alkohol!

Die Apartments selbst waren klein aber sehr fein eingerichtet: Bad, Küche, Schlafzimmer – alle Räume waren sehr sauber und mit viel Liebe recht traditionell eingerichtet. Da die letzten Acts immer erst so gegen Mitternacht zu spielen begonnen hatten, kamen wir dementsprechend spät bei unserem Apartment an, was aber überhaupt kein Problem darstellte. Auch der Ü30-Schönheitsschlaf war gewährleistet, da auch die anderen Gäste Rücksicht nahmen bzw. selbst lange schliefen. Da wir bis auf ein paar kleine Ausnahmen durchgehend schönes und warmes Wetter hatten, frühstückten wir im kleinen Innengarten in der Sonne. So lässt es sich doch gut in den Tag starten ❤

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TAG 2 – Donnerstag

Nachdem wir den ersten Festival-Tag gut gefeiert hatten, hieß es am zweiten Tag: Ausschlafen! Das war dringend nötig! Donnerstag war zudem auch noch ein Feiertag, weshalb wir ihn schön gemütlich angingen: Ausschlafen, Frühstücken und dann ging es dank unserer Burgenland-Karte gratis in das Illmitzer Strandbad. Wir hatten ein gutes Zeitfenster erwischt, da noch kaum Menschen die große Liegewiese besetzten. So konnten wir noch einen Schattenplatz unter einem der Bäume ergattern. Nachdem wir genug Sonnenstrahlen getankt hatten, fuhren wir wieder in unser Apartment zurück und machten uns schon wieder Festival-ready.

Ein großer Pluspunkt am Nova Rock Festival: Es gibt keine Parkplatzprobleme! Man findet eigentlich immer einen Parkplatz, zwar recht weit hinten, doch man findet einen. Ein großer Minuspunkt: Da man auf einem riesigen Feld steht, gibt es kaum Anhaltspunkte, wo man das Auto abgestellt hat. Wir orientierten uns an Strohmmästen oder Lampen die aufgestellt wurden. Leider leuchteten nicht alle und so irrten wir auch schon mal im Dunkeln auf dem Parkplatz-Feld herum. Nichts desto trotz haben wir das Auto schlussendlich doch immer wieder gefunden.

Da wir unser Ticket bei Hofer gekauft hatten, bekamen wir Jetons, mit denen wir uns Grillgut und ein Getränk gratis abholen konnten. In der aufgebauten Grill & Chill Area holten wir uns dann noch Brot, Ketchup und Senf, suchten uns einen Grillplatz und schon landeten das Steak und die Falafel am Griller. Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es bei Temperaturen über 30 Grad aufs eigentliche Festival Gelände. Die Sicherheitsbestimmungen waren zwar sehr hoch, doch fühlte man sich dadurch nicht belästigt, und auch die Festival-Stimmung ging nicht verloren. Es patrouillierten zwar andauernd PolizistInnen am Gelände, doch hielten sie sich eher im Hintergrund. Zum Glück ist das Festival – wie immer – friedlich verlaufen und wir sind alle wieder heil und gesund nach Hause gekommen.

Die Rettungskräfte hatten an diesem Tag am meisten zu tun, eben aufgrund der hohen Temperaturen. Auch mein Kreislauf war nicht begeistert über die Sahara Hitze. Den Auftritt von Good Charlotte wollte ich trotzdem auf keinen Fall verpassen, jenen von Blink 182 musste ich leider sausen lassen :(.

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TAG 3 – Freitag

Die Hälfte des Nova Rock Festivals war geschafft und zur „Belohnung“ ging es am Freitag ins Mc Arthur Glenn Designer Outlet nach Parndorf. Perfekt, denn es liegt von Illmitz ca. 20 Minuten entfernt. Wir hatten ein gutes Timing, da auch gerade der Sale gestartet hatte, und so ergatterten wir schon noch ein paar Schnäppchen. So verbrachten wir ein paar Stunden mit Shopping. Wie ihr ja wisst, macht Shoppen bekanntlich ja hungrig, weshalb wir spontan beschlossen das neue Restaurant in Weiden am See, das Fritz zu testen.

Ich gönnte mir einen Sommersalat mit Tofu, meine Freundin nahm einen Garnelen Salat. Das Essen schmeckte ausgezeichnet und die hausgemachte Zitronen-Ingwer-Minze-Limonade passte perfekt zu den warmen Temperaturen. Wir genossen die Zeit beim Wasser, bevor es dann wiederum in Richtung Illmitz ging. Hier bemerkten wir die ersten richtig dunklen Gewitterwolken. Oh Oh! Aber wir waren ja gerüstet. Mit der Regenjacke im Gepäck ging es diesmal ein wenig später aufs Festival Gelände und ja, es war gut so! Wir erreichten noch nicht einmal das Gelände, schüttete es schon aus Schaffeln.

Doch der Regen hielt nie lange an, es regnete vielmehr öfter und dafür aber nur kurz. Keiner ließ sich durch das nasse Wetter die Laune am Festival nehmen und so tanzten viele ganz ohne Regenjacke zu den coolen Acts. Headliner des heutigen Tages waren System of a Down, auf die ich mich persönlich schon sehr gefreut hatte. Sie lieferten eine tolle Show ab, die sich auch unglaublich viele Menschen ansahen. So voll hatte ich das Gelände schon lange nicht gesehen – trotz des miesen Wetters. Regen gehört ja auch irgendwie zu einem Festival dazu und die paar Tropfen steckten wir ohne Probleme weg.

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TAG 4 – Samstag

So schnell kann ein Festival auch schon wieder zu Ende sein. Die letzten Tage sind ja wie im Flug vergangen. Umso mehr freuten wir uns auf das Grande Finale mit Green Day! Deshalb schliefen wir nochmals kräftig aus und gönnten uns dann ein leckeres Mittagessen in der Mole West in Neusiedl am See. Die Mole West gehört ja mittlerweile zu meinen Lieblingslokalen! Es ist immer wieder schön hinzufahren und es fühlt sich auch jedesmal wie Urlaub an. Trotz des kühlen Wetters und der auch immer wiederkehrenden kurzen Regenschauer genossen wir das leckere Essen. Diesmal gab es für mich den Veggie-Burger, meine Freundin wählte ganz klassisch das Wiener Schnitzel.

Mit dem Regen kam leider auch der starke Wind. So wurden wir bereits bei der Mole West schon fast vom Wind verweht, aber auch danach am Festival. Die Regenjacke hatten wir zwar wieder eingepackt, doch konnten wir sie zum Glück in der Tasche lassen. Das Wetter hielt durch und so genossen wir noch die letzten Stunden am Festivalgelände. Am letzten Tag spielten Simple Plan, Broilers, Rancid und eben Green Day auf. Die beiden erst-genannten Bands schauten wir uns ganz chillig sitzend im Gras ganz weit hinten an, bei Rancid und Green Day ging es dann vor in den Wavebreaker Bereich. Jetzt hieß es durchhalten, denn ist man einmal aus dem vorderen Bereich draußen, kommt man so schnell nicht wieder hinein – schon gar nicht, wenn die Headliner gleich aufspielen.

Die Show von Green Day, die ja das Nova Rock Festival damit beendeten, war grandios und mein Highlight der gesamten 4 Tage! Sie war nicht wie die anderen Shows, sondern Green Day sind ja dafür bekannt, sich etwas für ihre Fans einfallen zu lassen. Zu Beginn tanzte jemand im rosa Hasenkostüm auf der Bühne, der die Fans anheizen sollte. Danach kamen die Jungs nacheinander raus und gaben schon ab der ersten Sekunde alles. Zwischendurch erinnerten sie die BesucherInnen, Toleranz gegenüber Religion, Sexualität und der Geschlechter zu üben und zeigten danach ihren Unmut über den amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Während ihrer Show holten sie 5 Festival-BesucherInnen auf die Bühne, um entweder mitzusingen, oder auch gleich ein paar Riffs auf der Gitarre zu spielen.

Die Jungs verstehen es einfach ihr Publikum von der ersten Sekunde an mitzunehmen und es einfach nicht mehr auszulassen. Die Arme mussten in die Höhe und die Stimme sollte auch nicht geschont werden. So animierten sie im Minutentakt ihr Publikum mitzumachen. Die Stimmung war grandios, da alle BesucherInnen im Green Day Bann gefangen waren. Beim Song „Boulevard of Broken Dreams“ sangen wir alle drauf los, sodass Frontman Billy Joe Armstrong vor lauter Staunen kein Wort mehr rausbrachte und den Mund nicht mehr zu bekam. Ein toller und vor allem magischer Moment! Von diesem Zeitpunkt an, gaben sie alles und wahrscheinlich noch mehr 🙂 Da konnte auch David „The Hoff“ Hasselhoff nicht mithalten und wir entschlossen uns (ein bisschen wehmütig) das Gelände danach zu verlassen und das Feeling der Green Day Show so mit nach Hause zu nehmen.

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Ein Musik-Festival zu besuchen muss nicht immer nur Schmutz, mangelnde Hygiene, wenig Schlaf und Junk-Food bedeuten. Mit unserer Ü30-Version ist das Nova Rock Festival zu einem wahren Highlight für uns beide geworden – sogar mit etwas Urlaubsfeeling im Gepäck, auf jeden Fall mit vielen schönen Momenten ❤

**Ani**

PS: Die Festival Fotos gibts auf meinem Instagram Account zu bewundern 🙂

 

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