Wann zerbricht man an einer Herausforderung?

„Life begins at the end of your comfort zone!“ Diese und andere Sprüche kennen wir ja bereits zu Genüge. Sie haben alle auch irgendwo ihre Berechtigung, denn ohne sich zu bewegen oder aus der jeweiligen Komfortzone auszubrechen, passiert nichts im Leben und somit bleibt auch der Erfolg aus. Doch niemand sagt einem wie weit aus dieser Zone raus, es noch „gesund“ ist und ab wann man doch ein paar Schritte zu viel gegangen ist.

Der Anlass zu diesem Blogpost ist ein ganz persönlicher: Eine gute Freundin hat sich vor ein paar Wochen bei mir gemeldet und mir von ihrer beruflichen Situation erzählt. Sie ist in einem Bereich tätig, wo sie hauptsächlich mit Männern zu tun hat. Weiters hat sie eine Führungsposition und eigentlich alle der anderen Führungskräfte in den angrenzenden Bereichen sind männlich. Ich selbst beschreibe sie immer als Power Frau, die vor nichts und niemanden zurückschreckt, ihre KonkurrentInnen mit links packt und sich nicht unterkriegen lässt. Diesen Eindruck erweckt sie jedenfalls – und das auch bei ihren männlichen Konkurrenten. Die sehen dies aber gar nicht so positiv wie ich.

Was passiert? Sie streuen Gerüchte und reden (natürlich hinter ihrem Rücken) negativ über sie selbst und ihre Arbeit. Dazu muss ich sagen, dass sie in den letzten Monaten wirklich viel geschafft hat, unter anderem hat sie ein gesamtes Team aufgebaut, welches nun super zusammenarbeitet und mit ihr als Führungskraft sehr zufrieden sind. Jedenfalls erzählte sie mir voller Stolz, dass sie nun wieder befördert wurde und sich somit ihre Mühen gelohnt hatten. Ich freute mich total für sie und gratulierte ihr zur wohlverdienten Leistung. Doch plötzlich brach sie in Tränen aus.

Harte Schale – weicher Kern

Ich verstand die Welt nicht mehr. Was war denn los? Sie war doch wiederum einen Schritt weiter in ihrer persönlichen Karriere gekommen – das war doch genau das, was sie immer wollte?! Sie schluchzte und meinte, dass die letzten Monate die Hölle waren und sie an der ganzen Situation zu zerbrechen drohe. Ich schluckte, denn ich bekam gar nicht mit, dass es ihr so schlecht ging. Sie war doch die starke Power Frau, die sich durch nichts und niemanden unterkriegen ließ – und dann steht genau diese Frau vor mir und war total aufgelöst und fertig mit sich selbst. Die Fassade zerbrach und damit auch ihre Stärke.

Dieses Erlebnis nahm mich so mit, dass ich mir die Frage stellte: „Wann zerbricht man eigentlich an einer Herausforderung?“ Wann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man ein paar Schritte zu viel in die vermeintlich richtige Richtung gemacht hat? Wann hat man vermeintlich zu viel gegeben um das gewünschte Ziel zu erreichen? Wann wird es ungesund weiterzugehen? Wie ihr euch vielleicht denken könnt, habe ich keine universelle Antwort auf diese Frage – vielmehr möchte ich sie hier in den Raum stellen, dass jede/r von euch selbst darüber nachdenkt: Wo ist meine persönliche Grenze? Ab wann lohnt es sich einfach nicht mehr weiterzugehen bzw. wann möchte ich einfach nicht mehr weiter?

Sensibilisieren ist das Thema!

Denn genau diese Frage(n) sind es, die niemand thematisiert. Niemand spricht darüber, wann diese Grenze kommt, an der man zu zerbrechen droht. Und dies hat meist nichts mit Burn Out zu tun. Vielmehr gilt es selbst zu erkennen, dass man sich an so einer Grenze befindet bzw. diese vielleicht schon überschritten hat und dann die für sich passenden Schritte zu setzen, hier entgegenzuwirken. Sensibilisieren ist das Thema! Auf sich selbst schauen und zu reflektieren, inwieweit man bereit ist alles für den Job oder die Karriere zu opfern.

Überlegt mal: Wo liegt eure Grenze? Wie weit würdet ihr für eure Karriere gehen? Welche „Opfer“ würdet ihr bringen?

**Ani**

2 thoughts on “Wann zerbricht man an einer Herausforderung?

  1. Guter Gedankenanstoß, danke Ani!

    Für mich persönlich ist eine Grenze, wenn ich alles gebe und tue und davon mehr, als von mir erwartet wird, aber dann statt einem Danke eine Beschwerde kommt, dass man sich zu sehr einbringt, zu viel macht. Wenn also statt einer würdigenden Anerkennung Neid und Missgunst von Kollegen und Vorgesetzten kommen, und das dauerhaft, ist meine Grenze erreicht.

    Liebe Grüße, Sylvia

    1. Liebe Sylvia, ja, das ist verständlich – lange steht man so einen Zustand sicher nicht durch.. Danke jedenfalls für deinen wertvollen Kommentar ❤

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