Who cares if one more light goes out? Well, I do… #RIPChester

Heute vor einer Woche erreichte mich die schreckliche Nachricht via Facebook: Chester Bennington, Frontman der Band Linkin Park hat sich in seinem Haus erhängt. Als ich diese Zeilen las, dachte ich mir nur: Das kann doch nur ein sehr schlechter Scherz sein! Das ist sicher eine Fake Meldung! Doch als sich diese Nachricht wie ein Lauffeuer auf jeglichen News-Seiten verbreitete, ereilte mich das dunkle Gefühl, dass hier anscheinend doch etwas dran ist. Ich war geschockt!

Es war schon ein komischer Tag, der Donnerstag, 20. Juli 2017: Wir waren zu dieser Zeit in Villasimius (Sardinien) im Urlaub. Ich wachte auf, die Sonne schien hell, die Temperaturen waren super angenehm und nachdem ich meine Mails bzw. meine Social Media Kanäle checkte, bemerkte ich, dass ich auf einem Bild verlinkt wurde. Die liebe Iris (The XED) hatte einen tollen Beitrag über unser super witziges Fotoshooting für die neue Shirt-Kollektion des Hard Rock Cafés Vienna geschrieben. Es war mein erstes Fotoshooting als Bloggerin und ihr könnt euch vorstellen, wie stolz ich auf die ganze Bilderstrecke war bzw. immer noch bin. Ich freute mich so sehr über den tollen Beitrag und postete, teilte und kommentierte wie eine Wilde den ganzen Vormittag lang. Der Tag schien so perfekt!

Nachdem wir den ganzen Tag am Strand verbrachten und dann abends in unserem Apartment gekocht und lecker gegessen hatten, checkte ich noch kurz meinen Facebook Account. In der ersten Meldung auf meinem Feed sah ich schon das Foto von Chester mit dem Titel „Linkin Park’s Chester Bennington Commited Suicide: Report“ Sofort schoss es mir ein: „Nein, das ist sicher ein Fake!“ Doch als ich weiterscrollte kamen immer mehr dieser Meldungen zum Vorschein und mir wurde bewusst, dass es traurige Gewissheit sein musste. Doch warum? Er schien doch in den letzten Interviews oder auch bei ihrer Tour durch Europa zufrieden, ausgeglichen und mit sich im Reinen…

When you’re feeling empty, keep me in your memory

In den letzten Jahren gab es ja bereits viele tragische Tode, oder eben Suizide im gesamten Musik-Business. Auch Drogen, Alkohol und Depressionen waren im Spiel. Natürlich trifft es einem immer, wenn eine „Größe“ in dieser Branche geht bzw. sich das Leben nimmt. Leider hat dies fast schon Maße einer gewissen Normalität angenommen, dass KünstlerInnen auf tragische Weise aus dem Leben scheiden müssen. Es wurde sogar  seitens der Medien der „Club 27“ erschaffen, da viele Musikgrößen speziell im Alter von 27 Jahren starben. Hierzu gehören beispielsweise Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrison, Kurt Cobain oder auch Amy Winehouse.

Es ist also tragischerweise nichts ungewöhnliches mehr, wenn ein weitere/r KünstlerIn aus dem Leben scheidet. Doch der Tod von Chester Bennington und damit das Ende der Band Linkin Park, fühlte sich anders an. Ich habe mich selbst noch nie so betroffen und traurig erlebt. Doch warum? Es war doch „nur eine Band, deren Musik ich gerne hörte“. Ich kannte Chester und auch die anderen Jungs auch nicht persönlich, ich hatte sie noch nicht mal kurz getroffen und mit ihnen geplaudert. Trotzdem kullerten die Tränen und ich war tief betroffen. Fast so, als wäre ein langjähriger vertrauter Freund gestorben. Ich schaffte es auch in diesem Moment nicht ihre Musik zu hören – zu tief saß der Schmerz.

I’m my own worst enemy – I’ve given up

Was war los mit mir? Ich dachte zurück an die Zeit, in der ich Linkin Park das erste Mal gehört hatte: Es war im Auto meines damaligen Freundes im Jahr 2000, in dem ihr erstes Album „Hybrid Theory“ erschien. Ich war gerade mal 16 Jahre alt und ein richtiger Teenager mit all den Ups and Downs die in dieser Zeit dazugehörten bzw. noch ein paar mehr. Die Zeit war damals nicht immer einfach für mich. Ich zog mich oft in mein Zimmer zurück und verlor mich in der Musik. Da mein Freund das Album wirklich rauf und runter spielte, fand ich irgendwann eine Verbindung zur sogenannten „Alternative Music“ (Nu Metal) und somit auch zu dieser Band. Ich hörte mir nicht nur oberflächlich die Melodien der Songs an, sondern befasste mich auch mit ihren Texten und den Bedeutungen dahinter. Sie trafen anscheinend zu dieser Zeit den richtigen Nerv – meinen Nerv.

Die Lieder gaben mir oft Kraft, wenn ich nicht wusste, wie es weitergehen sollte. Oft fand ich für meine Situation keine Worte, doch die Band fand sie: Chester schrie raus, was auch tief in mir drin saß und nicht raus konnte. „Don’t turn your back on me – I wont‘ be ignored!“ Sie gaben mir Inspiration, aber auch einfach Trost und Hoffnung in jenen Momenten, in denen ich es am meisten benötigte. Die Band faszinierte mich und zog mich regelrecht in ihren Bann. Ihre Videos, ihre Songs, ihre Auftritte – sie waren einfach irgendwie anders als alle anderen Bands, die in dieser Zeit gerade „in“ waren und auf den Musiksendern rauf und runter liefen. Von Album zu Album erfanden sie sich immer wieder neu und blieben aber gleichzeitig sich und ihrem Stil immer treu. Ich freute mich jedesmal aufs Neue, wenn ein weiteres Album auf den Markt kam und rannte sofort los um es mir zu kaufen. Dann schmiss ich es sofort in den CD-Player und verbrachte Stunden um es mir immer wieder anzuhören. Deshalb besitze ich auch alle Alben und kann (fast) jeden Song auswendig mitsingen.

Lift me up – let me go

Der Höhepunkt meines Fan-Daseins war das Konzert in der Wiener Stadthalle im Jahr 2014 – ja, es hat 14 Jahre gebraucht, bis ich es schaffte, sie endlich live zu erleben. Ich freute mich wie ein kleines Kind darauf und wurde alles andere als enttäuscht. Sie lieferten eine der besten Shows ab, die ich bis dato erleben durfte – fast schon überprofessionell. Sie spielten alle Klassiker und auch Songs des damals neue Albums „The Hunting Party“, und natürlich sang und schrie ich alle mit. Ein Traum ging in Erfüllung! Das zweite und auch letzte Mal erlebte ich sie am diesjährigen Nova Rock Festival. Sie waren Headliner des ersten Festivaltages und lieferten wie gewohnt ab. Diesen Auftritt werde ich auch für immer in Erinnerung behalten. Es waren einige Gänsehaut-Momente dabei, speziell die Neu-Interpretationen einiger alter Klassiker wie „Crawling“ oder auch jener, als alle BesucherInnen „In the End“ mitsangen, als gäbe es kein Morgen.

Mit dem Tod von Chester Bennington wurde auch das Ende der Band eingeläutet. Es fühlt sich an, als müsste ich mich nicht nur von einem großartigen Sänger mit einer einzigartigen Stimme verabschieden, sondern auch von einem wichtigen Teil meiner Jugend. Einer Art Freund, der mich in dunklen Zeiten aufgebaut, mir Kraft gegeben hat und eine seelische Stütze war. Es war mir nie bewusst, dass er bzw. die Band so viel Einfluss auf mich hatte bzw. hat. In den 17 Jahren, die sie mich begleitet haben und mir halfen so viele Situationen durchzustehen, gab es wie gesagt viele Songs, die mich berührten. Darunter waren aber auch einige, die mich ganz besonders beeinflusst hatten.

Diese möchte ich nun vorstellen:

#4 LEAVE OUT ALL THE REST

Dieser Song stammt aus dem Album „Minutes to Midnight“ und hat mich von Anfang an überzeugt. Ich liebe die Melodie und die Textpassagen gaben mir oft Kraft, Mut und neue Perspektiven:

„When my time comes, forget the wrong that I’ve done, help me leave behind some reasons to be missed. Don’t resent me and when you’re feeling empty, keep me in your memory – leave out all the rest.“

„Forgetting all the hurt inside you’ve learned to hide so well, pretending, someone else can come and save me from myself. I can’t be who your are.“

#3 FAINT

Zu „Faint“ (deutsch: schwach) gibt es eine witzige Geschichte. Der Song stammt vom zweiten Studioalbum „Meteora“ und war der zweite Song, der daraus veröffentlicht wurde. Nachdem ich Hybrid Theory durchgehört hatte, freute ich mich schon sehr auf das zweite Album, welches meine Erwartungen übererfüllte. Die erste Auskopplung daraus war „Somewhere I Belong“, ein Song mit Suchtfaktor. Auch dieses Album verließ meinen CD-Player lange Zeit nicht, und ich war schon gespannt, welches Lied nun als nächstes veröffentlicht werden würde. Ich träumte witzigerweise, dass als nächste Single „Faint“ erscheinen würde und sogar das Video erschien mir kurz darin: die Band und viele Lichter. Der Song wurde kurz darauf wirklich veröffentlicht und auch die vielen Lichter waren dabei, seht selbst:

#2 WHAT I’VE DONE

Die Songs von Linkin Park haben mich fast alle emotional berührt, doch dieser Song wohl doch am meisten. Die Lyrics mit dem Video dazu, lassen bei mir jedesmal Tränen in die Augen steigen. Es zeigt auf schreckliche Weise, wie wir uns und unsere Umwelt Tag für Tag zerstören: „So let mercy come and wash away What I’ve Done“ Es ist ein Video, welches aufrüttelt und zum Nachdenken anregt. Chester selbst setzte sich sehr für den Umweltschutz ein und sprach auch wichtige Themen, wie beispielsweise den Klimawandel an. Dieses Video zeigt in 3:27 Minuten, zu was wir Menschen fähig und wie zerstörerisch wir wirklich sind. Es ist beeindruckend, sowie traurig zugleich:

#1 PAPERCUT

Mein absoluter Favorit in den 17 Jahren Bandgeschichte ist der Song „Papercut“. Nach „One Step Closer“ und „Crawling“ war dies das dritte Lied aus ihrem Debütalbum „Hybrid Theory“. Der Song hat mich sofort in seinen Bann gezogen, auch das Video dazu ist einzigartig und lief bei mir auf Dauerschleife. Papercut ist der Song, der für mich die Band Linkin Park ausmacht, ihr Grundstein sozusagen. Unvergessen auch Chester’s roter Iro-Haarschnitt, das Lippenpiercing und seine Karo-Hose. This was Nu Metal ❤

Linkin Park war für mich nicht nur irgendeine Band, die coole Songs veröffentlich hatte und sich schon jahrelang im Musikbusiness hielt. Sie hat mich geprägt und mir oft eine Stimme gegeben, wenn mir meine fehlte. Chester schrie es hinaus, wenn ich nicht den Mut dazu hatte. Er hinterlässt eine unglaubliche Lücke, die so nie wieder gefüllt werden kann, denn so ein Ausnahmekünstler lässt sich nicht ersetzen.

Deine Dämonen, mit denen du jahrelang zu kämpfen hattest, haben schlussendlich gesiegt. Sie waren es, die dich und die LP-Songs prägten, die so viele Menschen auf der ganzen Welt in ihren Bann zogen. Viele schöpften Kraft, Mut und Hoffnung aus den Songs, all das was dir zuletzt zu fehlen schien. Mit Linkin Park hast du eine ganze Generation geprägt, denn was ich in den letzten Tagen lesen konnte, ging es vielen anderen ähnlich wie mir. Du bleibst unvergessen, und ich werde deine Auftritte auf ewig in Erinnerung behalten.

Chester, your voice will always be in my heart ❤

**Ani**

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