“Leider müssen wir Ihnen mitteilen…” Wie man mit Absagen am besten umgeht

Eine Absage – egal ob im privaten oder im beruflichen Umfeld – wird oft mit Zurückweisung gleichgesetzt. Wir nehmen uns diese oft sehr zu Herzen und noch öfter zu persönlich. Doch Absagen haben auch etwas Positives, denn zumindest hinterlassen sie einen Lerneffekt!

Einen Bewerbungsprozess zum ersten Mal zu durchleben ist schon ein kleines Erlebnis, welches leider doch häufig negativ in Erinnerung bleibt. Sich hinzusetzen, den eigenen Werdegang aufzulisten und ein Motivationsschreiben zu verfassen wirkt anfangs noch recht spannend, wird aber mit den Jahren zur Routine. Genauso ergeht es uns, wenn wir zu Bewerbungsgesprächen eingeladen werden und danach eine Absage erhalten. Zu Beginn nimmt man sich diese noch sehr zu Herzen, doch mit der Zeit bekommen wir so etwas ähnliches wie Routine in diesen Dingen. Bei manchen endet es dann aber in Resignation, da sie gar kein Licht mehr am Ende des Tunnels sehen.

Jede/r von uns geht anders mit Absagen um, doch eine Sache haben wir doch alle gemeinsam: die Enttäuschung im Zuge dieser scheinbaren Zurückweisung. Vielleicht dachten wir, dass dies unser Traumjob gewesen wäre und wiedermal hat es nicht geklappt! Bin ich zu jung? Bin ich zu alt? Bin ich überqualifiziert? Bin ich unterqualifiziert? Oder liegt es einfach nur daran, dass ich eine Frau/ein Mann bin? Fragen über Fragen, auf die wir nie eine Antwort bekommen werden. Fakt ist, dass jeder Job unterschiedliche Anforderungen bzw. Erwartungen mitbringt. Fakt ist auch, dass man mit Sicherheit nicht der/die einzige BewerberIn ist, der/die sich für die Position interessiert hatte.

“Ich habe heute leider kein Foto für dich!”

Ich bin zwar kein großer Fan von Heidi Klum, doch ist es oft so im Leben, dass man nicht immer zum Zug kommt. Warum, wieso, weshalb man den Job nicht bekommen hat, wird sich wie gesagt nicht aufklären. Ich denke auch, dass dies die falsche Frage ist, die man sich bzw. oft dem/der RecruiterIn in diesem Moment immer wieder stellt. Vielmehr sollte man bei sich selbst ansetzen und über folgende Fragestellungen reflektieren:

  • War ich entsprechend der Position vorbereitet?
  • Habe ich mir die Infos auf der Homepage durchgelesen?
  • Habe ich darüber hinaus versucht Infos einzuholen?
  • Konnte ich meine Stärken, die zur Position passen, gut heraus- und mit Beispielen unterstreichen?
  • Ist meine Motivation gut zur Geltung gekommen?
  • Habe ich auch meine Erwartungen gut kommuniziert?
  • Habe ich meinem Gegenüber gut zugehört und verstanden, was die Anforderungen sind?
  • Wäre ich in diesem Job/in diesem Umfeld wirklich glücklich geworden?

Ihr dürft nicht vergessen: Hattet ihr es zum Bewerbungsgespräch geschafft, dann habt ihr bereits eine sehr große Hürde genommen, da meistens aus einem großen Pool an Bewerbungen geschöpft werden kann. Im persönlichen Gespräch sind es dann meistens die kleinen Nuancen, die entscheiden, ob man den Job nun bekommt. Natürlich ist die authentische Selbstpräsentation ein entscheidender Punkt, aber auch die Motivation, sich einzubringen und dazulernen zu wollen ist ein wichtiger Faktor, genauso ob die eigene Persönlichkeit zum bestehenden Team “passt” bzw. ob diese mit jenen harmoniert.

Professionalität ist gefragt!

Generell ist wichtig, nicht in ein Schwarz-Weiß Denken zu verfallen: “Das Unternehmen ist selbst schuld, wenn es meinen Wert nicht erkennt!” VS. “Ich habe es dieses mal wieder total vermasselt!” Gerade wenn der Anruf von der Personalabteilung kommt, dass es dieses mal leider nicht geklappt hat, dann ist es entscheidend, professionell zu bleiben. Dies bedeutet, sich nicht anmerken zu lassen, dass man natürlich im ersten Moment enttäuscht ist. Reagiert man genervt oder sogar wütend und bohrt man dann am Telefon nach, aus welchen Gründen diese Entscheidung getroffen wurde, so erreicht man nur eines: einen schlechten Eindruck! Deshalb mein Rat: Bedankt euch einfach für das nette und informative Gespräch. Wenn euch das Unternehmen wirklich am Herzen liegt und ihr auch nach dem Bewerbungsgespräch immer noch meint, dass dies ein/e Top-ArbeitgeberIn ist, dann kündigt doch auch gerne an, die Augen weiterhin nach vakanten Postionen offen zu halten. Dies demonstriert abermals eure Motivation und zeigt dem/der PersonalistIn, dass ihr echtes Interesse an dem Unternehmen habt.

Eine Absage hat im ersten Moment natürlich den Anschein, dass man irgendwo nicht genügt. Trotzdem müssen wir lernen, mit diesen Momenten und Gefühlen umzugehen, da uns dies im Leben noch öfter begegnen wird. Ein guter Zugang ist, das Negative ins Positive umzuwandeln und aus diesen Situation zu lernen – das Schlüsselwort ist “Selbstreflexion”. Nicht der/die RecruiterIn hat die Antwort zu unseren Fragen, sondern diese stecken in uns selbst. Wir müssen nur ehrlich zu uns sein…

**Ani**

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