Mir reicht’s mit dem Trachtenzirkus! Über Dirndln, die Wiesn und Andreas Gabalier

It’s that Time of the Year! Da, wo mein Insta-Feed voll von Trachten, Oktoberfeste und sonstigen trächtigen Zeugs ist. Es ist ja auch jedes Jahr dasselbe. Spätestens Ende August wird man damit zugespamt und wie auch jedes Jahr kann ich nur hoffen, dass diese Zeit schnell vorbei geht…

Andreas Gabalier geht auf Welttournee, das Oktoberfest in München und dessen Abklatsche im deutschsprachigen Raum sind in vollem Gange und überall sieht man geflochtene Zöpfe, riesige Dekolletés, viel Bier und noch viel schlechtere Musik in überfüllten Bierzelten. Spätestens jetzt weiß man: Es ist wieder soweit! Die vorgetäuschte Volksverbundenheit wird ausgiebig präsentiert und zelebriert. Die Tracht wird angezogen und so ist ein Grund gefunden, sich noch mehr zu betrinken – es ist ja Tradition und da kann doch niemand etwas dagegen sagen. Plötzlich liebt jede/r volkstümliche Musik und outet sich als Fan. Es wird auf den Tischen getanzt, laut mitgegrölt und lässig mitgeschunkelt.

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Spätestens im August beginnt es, dass man in diversen Modemagazinen ganz dezent auf die Trachtenzeit hingewiesen wird, in dem die neueste Trachtenmode präsentiert wird. DIY-Seiten boomen gerade und zeigen die neuesten Haarkreationen rund um Flecht- und Wiesnfrisuren. Auf Facebook kursieren Videos, in denen die verschiedenen Wiesn-Typen vorgestellt werden, sodass man sich als Frau dort gut zurecht findet: Achtnehmen vor „dem Playboy“, sich lustig machen über den „Loser-Typ“ etc. OMG, wann hat dieser Affenzirkus denn endlich wieder ein Ende?! Denn ja, ich bekenne mich hiermit: Ich meide diesen ganzen Trachtenzirkus, er geht mir auf die Nerven, ich tauche unter, versuche derzeit meinen Feed zu ertragen und freue mich, wenn diese Zeit wiederum vorbei gegangen ist.

Aufdirndln? Nicht mit mir….

Ich weiß nicht woher diese Aversion kommt, doch war sie schon immer da. Mein 1. Dirndl habe ich mir vor ca. 5 Jahren gekauft, da ich damals zum Neustifter Kirtag in Wien gegangen bin. Ich wollte dem ganzen mal eine Chance geben, mir das Spektakel live ansehen – vielleicht komme ich ja auch auf den Geschmack?! Aber nein, leider – es hat mich in meiner Meinung nur bestärkt. Viel zu viele betrunkene Menschen, auf viel zu engem Platz, mit viel Alkohol, der mir so nicht schmeckt und dazu noch so schlechte Musik, die mich nur aggressiv werden lässt. Tja, keine tollen Bedingungen! Mein Dirndl habe ich mir damals übrigens ein wenig mittels Converse und Nietenkette aufgepimpt. So fühlte ich mich einigermaßen wohl.

Das ganze „Aufdirndln“, was heutzutage betrieben wird, erinnert mich sowieso nur an eine große Kostümparty und die unzähligen Kopien der Wiesn in München an eine große Geldmaschinerie. Bitte versteht mich nicht falsch: Ich respektiere die Tracht als Tradition und die verschiedenen Feste, diese gebührend zu feiern, doch was heutzutage los ist, entfernt sich immer weiter von dem, was es einmal war. In den letzten Jahren ist es „in“ geworden, sich in Tracht zu schmeißen und auf „die Wiesn“, wo auch immer diese gerade stattfindet, zu gehen, um sich bis zur Besinnungslosigkeit betrinken zu können. Dirndln lassen sich bereits überall kaufen, sogar in günstigen Varianten, wie beispielsweise bei C&A, ein paar Bierbänke sind auch mal schnell aufgestellt und Schlager Musik rasch gefunden. Das Bier wird in rauen Mengen gezapft und los geht’s! Katschinnnng!

Wem’s gefällt – kein Thema! Doch ich versuche in den nächsten Wochen meinen Feed nicht ganz so genau bzw. recht rasch durchzuscrollen und zu hoffen, dass dieser Hype rasch vorüberzieht. Tja, bis nächstes Jahr dasselbe Spiel wieder von vorne los geht…

**Ani**

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