Start Up Spirit im Konzern? So gelingt’s!

Start Up Unternehmen sind gerade voll im Trend, und so schießen sie reihenweise aus dem Boden. In solchen kleinen Gruppierungen ohne fixen bzw. komplexen Strukturen herrscht eine andere Unternehmenskultur, die oft von Schnelligkeit und hoher Flexibilität geprägt ist. Speziell Personen die in großen Unternehmen arbeiten, welche gegensätzliche Strukturen aufweisen, sehnen sich oft danach und vermissen diese Art des Arbeitens. Doch auch KMU’s bzw. Konzerne können ein wenig diesen sogenannten Start Up Spirit in ihre doch starren Strukturen hineinbringen!

Einmal im Jahr findet in der Wiener Hofburg die HR Inside Summit für alle PersonalistInnen statt. Letztes Jahr durfte ich das erste Mal dabei sein, und was soll ich sagen: Die Veranstaltung hat mich wirklich überzeugt! In keiner anderen bekommt man als PersonalistIn so viel Input, vor allem auch aus dem internationalen Umfeld. So beginne ich den ersten Tag der Inside Summit mit riesengroßer Neugier und beende den zweiten Tag mit einem Kopf voller Ideen, die sortiert und geordnet werden müssen. An Inspiration mangelt es mir nach den beiden Tag mit Sicherheit nicht. Meinen Beitrag vom gesamten ersten Tag der HR Inside Summit des vergangenen Jahres findet ihr übrigens hier.

Nach 2 Tagen voller Inputs und Ideen, bin ich nun gerade dabei alle Themen für mich zu sammeln und strukturieren. Dabei ist mir aber ein Vortrag besonders in Erinnerung geblieben. Es war der zweite Vortrag am ersten Veranstaltungstag und wurde von Susana Bernal, der ehemaligen HR Managerin bei L’Oreal Paris, abgehalten. In ihrer derzeitigen Funktion als Consultant bei CommonsSense berät sie Start Ups bis hin zu Großkonzernen. In ihrer Keynote mit dem Titel „Injecting a start-up spirit in a large company? Why not!“ spricht sie sich dafür aus, dass langjährige und große Unternehmen unbedingt mit Start Up Unternehmen zusammenarbeiten sollen, sodass sie wettbewerbsfähig bleiben und somit auf die veränderten Marktbedingungen reagieren können.

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Start Up VS Großkonzern! – oder doch lieber miteinander?

Auch ihr ist es bewusst, dass viele ArbeitnehmerInnen den speziellen Spirit, der in Start Up’s vorherrscht, schätzen und teilweise auch einfordern. Sie sieht diesen als künftig relevant, um im „War for Talents“, aber auch um überhaupt am Markt bestehen zu können. Somit müssen sich speziell große Unternehmen auf diesen Spirit einlassen und deren starre Strukturen „auflockern“ bzw. die Gegebenheiten verändern. Zukünftig soll es dann nicht mehr Großkonzern VS Start Up heißen, sondern Großkonzern & Start Up gemeinsam, wobei man natürlich keine totale Angleichung erreichen und es auch künftig gewisse Unterschiede geben wird. Doch wie bekommt man nun den Start Up Spirit in Konzerne bzw. KMU’s?

Susan Bernal sprach in ihrer Keynote von folgenden Maßnahmen, die man als Unternehmen dahingehend treffen sollte:

Every Start Up begins with an idea, so encourage ideas!

Neue Ideen bedeuten Fortschritt! Deshalb ist es auch ganz wichtig, dass Unternehmen Ideen von ihren MitarbeiterInnen aufgreifen, aber auch aktiv fordern. Soll heißen, dass man ihnen einen Rahmen gibt, dass sie diese kundtun bzw. hervorbringen können und so gehört werden.

Entrepreneurs do not answer to a boss, so remove validation!

Führungskräfte müssen künftig umdenken und die Steuerung ihrer MitarbeiterInnen durch Ziele vornehmen. Es wird kein Platz dafür sein, dass Führungskräfte jeden Schritt nachkontrollieren und ArbeitnehmerInnen sich dafür rechtfertigen bzw. erklären müssen. Es wird die Rede von Vertrauensarbeitszeit sein und nicht von Kontrolle durch Anwesenheitszeit.

Start Ups pivot from idea to idea, so stop looking for a unique solution!

Die Zeiten werden sich noch schneller drehen. Die Geschwindigkeit wird zunehmen, somit wird es auch notwendig sein, nicht nach der großen Gesamtlösung zu trachten, sondern sich von Idee zu Idee zu hanteln. Funktioniert eine Idee nicht, so wird sie verworfen und die nächste herangezogen. Es gibt künftig keinen Platz dafür, den jeweiligen Ideen nachzutrauern – rasches Handeln und nachjustieren ist gefragt!

Entrepreneurs spend time with users, so stop obsessing with numbers!

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung werden in Zukunft Roboter oder Programme gewisse Jobs für uns erledigen. Deshalb ist es wichtig, dass der/die MitarbeiterInnen ihren Platz in diesem Umbruch finden und dieser wird großteils auf das Beziehungsmanagement ausgelegt sein, denn speziell dieses kann uns von niemanden abgenommen werden. Das sogenannte „Love & belonging“ wird unsere Aufgabe sein, es ist das „Upgrade“ welches nur wir bieten können – alles andere wird künftig von Maschinen abgedeckt. Schon aufgrund dessen, muss auch beim Management ein Umdenken stattfinden und der Fokus auf dem besagten Beziehungsmanagement liegen.

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Start Ups start small, so stop launching global programs!

Dieser Punkt bezieht sich auf die Projektstruktur in Unternehmen. Der Fokus wird künftig eher auf kleineren Programmen liegen, anstatt große Maßnahmen umzusetzen. Die Projektgruppen werden sich nicht hinsichtlich der Ablaufstruktur eines Unternehmens zusammensetzen, sondern themengetriggert. Wer sich für das jeweilige Thema interessiert, ist eingeladen mitzuarbeiten. Bei den Global Player, wie beispielsweise Google, ist dies bereits gelebte Praxis. Interessiere und begeistere ich mich für ein Thema, so kann ich jedenfalls einen wertvollen Input und Beitrag leisten, der wahrscheinlich nur aufgrund eines Organigramms bzw. Teamzusammenstellung nicht so zustande gekommen wäre.

Entrepreneurs ❤ sharing, so open up!

Wissen und Ideen horten? Nein! Dies wird in Zukunft großes Thema werden. Im Sinne eines erfolgreichen Wissensmanagements und somit der Weiterentwicklung eines Unternehmens kann es gar nicht anders sein, als das Wissen in welcher Art und Weise auch immer weiterzugeben. Ein gutes Beispiel sind die vorher beschriebenen heterogenen Projektgruppen. Denn wie heißt es so schön: „Wer alleine arbeitet, kommt zwar schneller ans Ziel, wer jedoch gemeinsam arbeitet, kommt viel weiter!“

Start Ups have a dream, not a to do list!

Oft hängen wir zu sehr an unseren elendslangen To Do-Listen fest, als wieder einmal einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Beschäftigen wir uns aber zu sehr mit uns (als Organisation) selbst, so kann nichts Neues oder Innovatives entstehen. Die interne Arbeit an mehr Effizienz ist zwar sehr wichtig und auch unumgänglich, jedoch muss sich eine Organisation auch weiterentwickeln, um am Markt bestehen zu können. Deshalb ist es wichtig, die To Do-Listen mal beiseite zu legen und den eigenen Ideen und Träumen zu folgen bzw. diese wenigstens nicht aus den Augen zu verlieren…

**Ani**

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