#GIRLPOWER! DIE Gehaltsverhandlung ist weiblich!

Es gibt unterschiedliche Ansätze warum wir arbeiten gehen, doch ein wichtiger Grund ist immer noch um Geld zu verdienen und uns ein schönes Leben leisten zu können – wie dies auch bei jedem/jeder aussehen mag. Das individuelle Gehalt auszuverhandeln gehört damit dazu. Wie es geht, lest ihr hier!

In Österreich gehören wir zu den RaunzerInnen Nummer 1. Sorry, das ist leider so – und ja ich weiß, wir wollen das nicht hören. Aber vieles bewegt uns und regt uns auch auf. Grundsätzlich fühlen wir uns benachteiligt und schauen eher auf die Leute neben uns, wie es denen geht bzw. wie viel diese haben, als den Fokus auf uns selbst zu legen. Ein großes Thema, welches hier dazugehört ist das Gehalt. Keine/r redet darüber, aber alle wollen wissen, wie viel die anderen verdienen. Und wenn darüber gesprochen wird, dann natürlich hinter vorgehaltener Hand. Wir haben diesbezüglich schon eine komische Kultur aufgebaut. Ja, diesmal muss ich wirklich sagen: typisch Österreich! Denn blickt man in andere (EU) Länder, dann sieht dies schon mal ganz anders aus.

Ein kleiner Schritt in Richtung Einkommenstransparenz wurde ja schon getan, in dem das Einstiegsgehalt bei Stellenausschreibung angegeben werde muss. Dies wurde gesetzlich geregelt, und bei Verstoß ist auch ein Bußgeld zu zahlen. Dies war ein erster Versuch in Richtung fairer Entlohnung beider Geschlechter. Nur wie bei jedem Gesetz welches in Kraft tritt, um etwas positiv zu verändern, sind wir ÖsterreicherInnen so kreativ und gewitzt, dass wir trotzdem einen Weg finden, dies galant zu umgehen. So wird bei den Stellenausschreibung zwar ein Mindestgehalt angegeben, man jedoch keine Ahnung hat, wie weit sich noch “nach oben” verhandeln lässt. Kurz gesagt: Es fehlt die Angabe einer Gehaltsrange, die Angabe eines Maximalgehalts. Erst dann würde man so etwas wie Transparenz erzeugen und endlich gegen die Gehaltsunterschiede zwischen Mann und Frau vorgehen können. Tja, typisch Österreich eben…

Frauen, traut euch!

Gerade weil wir eben auch so eine eigenartige Kultur pflegen, sind Gehaltsverhandlungen auch nicht ganz easy durchzuziehen. Denn jenes Thema, welches wir bis dahin immer nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert hatten, müssen wir jetzt offen ansprechen. Vielen Menschen fällt dies nicht gerade leicht und gehen Verhandlungen deshalb aus dem Weg. Leider ist dies ein Thema, welches speziell Frauen nicht leicht fällt – warum auch immer?! Sie denken sich oft: Bevor ich mit meinem meist männlichen Chef in einen möglichen Konflikt trete, belasse ich es lieber dabei und gebe mich mit der derzeitigen Situation zufrieden. Aber genau das ist der falsche Weg. Verhandlungen an sich sind nicht immer easy, Gehaltsverhandlungen schon gar nicht. Ich habe da einen Ansatz gefunden, wie es doch leichter als gedacht funktionieren kann und euch vor allem die Hemmung davor nimmt:

#DieVorbereitung

Einfach mal bei dem/der Vorgesetzten vorbeischauen und nach einer Gehaltserhöhung fragen? Nein, so geht es mal nicht bzw. wird diese Vorgehensweise nicht zu einem positiven Erfolg führen. Wie auf jeden Termin sollte man sich gut vorbereiten. Da es um euer Gehalt geht, ist eine gute Vorbereitung ein Muss! Was bedeutet dies nun konkret? Selbstreflexion! Denkt an die letzten Wochen bzw. Monate: Wart ihr engagiert, hilfsbereit, habt ihr Projekte gestemmt, die kein/e andere/r machen wollte oder ist euch etwas besser gelungen als erwartet? Denkt über eure Erfolge nach, über Dinge, die euch selbst stolz gemacht haben. Gleichzeitig ist es auch wichtig, sich und sein Gehalt auch realistisch einzuschätzen. Hierzu lohnt sich ein Gespräch mit einer Person, der ihr vertraut bzw. auch sich mal den Kollektivvertrag eures Unternehmens zu schnappen und die darin befindliche Gehaltsstruktur zu studieren. Weitere wesentliche Parameter sind Alter, Firmenzugehörigkeit, geleistete Überstunden sowie Aus- und Weiterbildungen. Um kurzfristig einen guten Überblick zu bekommen, empfehle ich euch den Gehaltsrechner von Karriere.at – klickt euch mal rein.

#DasGespräch

Im Zuge eurer Vorbereitung, sollten sich dann mind. 3 Argumente herauskristallisiert haben, warum ihr der Meinung seid, eine Gehaltserhöhung zu verdienen. Im Gehaltsgespräch ist es strategisch ratsam, mit dem zweitstärksten Argument zu beginnen, gefolgt vom drittstärksten und erst zum Schluss, zieht ihr euer Hauptargument aus der Tasche. Dieses wird eurem Gegenüber am längsten im Gedächtnis haften bleiben. Generell gilt, dass ihr euch und eure Leistungen verkaufen müsst. Dies bedarf auch viel Fingerspitzengefühl, da ein gewisses Maß an Eigenlob gefordert ist, jedoch nicht übertrieben. Trägt man hier gleich zu dick auf, ist das ein absolutes No Go, denn jede/r von uns ist ersetzbar. Wichtig ist auch, Emotionen außen vor zu lassen und sich ja nicht mit den KollegInnen zu vergleichen. Äußerungen wie beispielsweise “Mein Kollege arbeitet bei weitem nicht so genau wie ich, verdient aber mehr!” muss man sich hier echt verkneifen. Dies führt nur zu Unmut bei der Führungskraft und bringt euch keinen Schritt weiter. Bringt eure Argumente klar, wertschätzend und sachlich hervor, dann wird dies auch zum Erfolg führen.

#WorstCase

Sollte das Gespräch – warum auch immer – zu keinem positiven Ergebnis führen, dann ist auch hier Professionalität gefragt. Eingeschnappt und trotzig zu reagieren bzw. sogar mit der Kündigung zu drohen sind hier echte No Go’s! Wie schon beschrieben: Jede/r von uns  ist ersetzbar und gute Führungskräfte tolerieren keine Drohungen in irgendeiner Art und Weise. Dies kann auch ganz schnell nach hinten losgehen, denn so zerstört ihr rasch euer hart erarbeitetes positives Image. Falls ihr euch aber ungerecht behandelt fühlt bzw. sogar diskriminiert, dann ist es das Beste, euch neu zu orientieren. Vergesst nicht, ihr könnt nicht eure Führungskraft oder auch das Unternehmen ändern, nur die Situation. Dies liegt in eurer Hand! In so einem Fall heißt es dann aktiv auf den diversen Jobportalen nach neuen beruflichen Herausforderungen zu suchen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Gehaltsverhandlungen? Seid ihr bereits Profis oder geht ihr diesen Situationen lieber aus dem Weg?

**Ani**

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