No Illusions! Die größten Bewerbungsmythen damals so wie auch heute

Beim Thema Bewerbung glauben viele Menschen mitreden zu können bzw. vieles besser zu wissen. Deshalb kursieren wie auch in vielen anderen Bereichen Mythen, die sich recht hartnäckig über mehrere Jahre halten. Welche dies sind, decke ich hier auf…

Schon damals, wie ich mich das erste Mal mit einem Bewerbungsprozess beschäftigen musste, hörte ich von vielen Seiten Dinge, die ich unbedingt zu beachten hatte. Falls ich diese nicht befolgen würde, dann hätte ich sowieso keine Chance auf irgendeinen Job. Oft habe ich den Überblick verloren und konzentrierte mich auf die wichtigsten und essentiellsten beiden Dinge: Der Lebenslauf und das Motivationsschreiben. Klar war auch, dass ich eventuell Zeugnisse beizulegen habe. Alle anderen gut gemeinten Ratschläge, wie: „Du musst unbedingt deine Hobbys angeben und dann aber auch nur jene, wo hervorgeht, dass du teamfähig bist.“, habe ich bald zur Seite geschoben. Ich wollte mich schon damals nicht verbiegen und folgte meiner Intuition.

Dies war gut so, denn nun, von der anderen Perspektive gesprochen, kann ich euch sagen, dass fehlende Authentizität das Schlimmste bzw. Kontraproduktivste ist, was ihr machen könnt. Doch auch mit den Jahren, gibt es immer noch diverse Mythen, die bereits damals, wie auch heute aktuell sind wie nie und es geschafft haben, sich über die Jahre recht hartnäckig zu halten. Es ist mir zwar immer noch nicht ganz klar wie, denn der größte Unterschied zu noch vor 20 Jahren ist die ausgereiftere Kommunikationstechnologie. Als es noch kein Internet gab bzw. nicht in diesem Maße verwendet wurde wie heutzutage, musste man der Mundpropaganda Glauben schenken. Doch jetzt hat man die Möglichkeit, sich durch die verschiedensten Seiten zu lesen und sich dann zum Schluss sich seine/ihre eigenen Meinung zu bilden.

Die hartnäckigsten Bewerbungsmythen

Durch Gespräche einerseits mit BewerberInnen aber auch andererseits mit FreundInnen und Bekannten, bin ich draufgekommen, dass sich gewisse Mythen immer noch recht hartnäckig halten, die so auf gar keinen Fall stimmen. Deshalb, finde ich, ist es allerhöchste Zeit mit diesen Bewerbungsmythen aufzuräumen:

Der Lebenslauf sollte nicht länger als 1 Seite lang sein

Dies gilt vielleicht für Schul- und StudienabsolventInnen, aber nicht für Menschen, die sich bereits jahrelang am Arbeitsmarkt bewegen bzw. wäre es tragisch, wenn dieser nur eine Seite lang wäre. Dies bedeutet ja nicht gleich, dass es schlecht ist, wenn man nicht so oft den/die ArbeitgeberIn wechselt. Ein guter Lebenslauf sollte ja mehr als nur die Aufzählung aller beruflichen Stationen beinhalten. Schön wäre es auch darin zu lesen, welches Aufgabenspektrum man abgedeckt bzw. welche Projekte man bereits realisiert hat. Natürlich sollte auch nicht das Gegenteil passieren, dass ein Lebenslauf 5 bis 10 Seiten aufweist. Dies würde dann doch den Rahmen sprengen. Deshalb mein Tipp: Es sollten die wichtigsten und (für den Job) relevantesten Themen/Aufgaben enthalten sein und dies auf ca. 1 bis 3 Seiten.

Mit entsprechender Auslandserfahrung bekommt man Jobs sofort

Etwaige Zusatzqualifikationen helfen jedenfalls, aus der Masse an Bewerbungen herauszustechen, sind aber kein Garant für einen Job. Jedes Alleinstellungsmerkmal ist behilflich, die eigene Person hervorzuheben und „gesehen“ zu werden. Bei der Besetzung eines Jobs kommt es aber trotzdem auf das Gesamtbild an, sprich auf Ausbildung, einschlägige (berufliche) Erfahrungen etc. Sollte sich der Auslandsaufenthalt nicht als der ultimative Job-Booster herausstellen, so ist dieser jedenfalls für die Persönlichkeitsbildung äußerst wertvoll. Jene Erfahrungen, die man im Ausland sammelt, prägen die eigene Persönlichkeit und helfen vielleicht auch rascher gewisse Verhaltensweisen/Abläufe in der Arbeitswelt zu verstehen. Somit sind diese auf jeden Fall in einer gewissen Art und Weise hilfreich.

Je mehr Bewerbungen umso besser

Beides sind regelrechte No Go’s! Sogenannte Massenbewerbungen fallen einfach auf, denn es schleicht sich meist irgendwo ein Fehler ein. Ganz klar, denn man verliert ja auch den Überblick, sollte man an die 20 Bewerbungen am Tag aussenden. Nicht nur einmal hatte ich Bewerbungen in den Händen, wo anstatt mein Name, irgendein anderer Name einer anderen Personalistin geschrieben stand, die garantiert nicht bei uns beschäftigt war. Darüber hinaus waren Motivationsschreiben dabei, die überhaupt an andere Firmen adressiert waren etc. Diese Fehler fallen sofort auf und dies auf eine sehr negative Art. Es ist schon klar, dass es heutzutage nicht sehr einfach ist einen guten Job zu finden bzw. auch illusorisch zu glauben, dass sich Personen ausschließlich bei 1-2 Unternehmen bewerben. Doch gerade wenn derartige Fehler passieren, schließt man auch unmittelbar und ganz unbewusst auf die persönliche Arbeitsleistung – in diesem Fall auf die Genauigkeit bzw. Ungenauigkeit des/der KandidatIn. Es sind meist die kleinen Dinge, die bereits ein negatives Bild konstruieren.

Sich oft beim Unternehmen zu melden, zeigt von Interesse

Ich weiß zwar nicht wo dies immer noch verbreitet wird, doch hartnäckiges Nachtelefonieren hinterlässt jedenfalls einen schlechten Eindruck. Als Personalsistin ist die Personalauswahl nur ein Aspekt des Aufgabengebietes – somit ist man auch mit vielen anderen Aufgaben/Projekten etc. eingedeckt. Rufen BewerberInnen jede Woche einmal an, um sich nach dem Status der Bewerbung zu erkundigen, so kann sich dieses scheinbare Interesse ganz schnell ins Negative kehren. Ein absolutes No Go: falls gerade niemand abgehoben hat, im Minutentakt nachzurufen – in diesem Fall meine ich alle 2-3 Minuten! Und ja, das ist wirklich passiert 🙂

Welche Mythen sind euch noch untergekommen? Schreibt mir auch gerne eure Fragen hierzu!

**Ani**

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