Talk About: Humour Resources

{Werbung} Ihr glaubt, die Arbeit in der Personalabteilung wäre langweilig und verstaubt? Ich kann euch sagen: Es ist wirklich alles andere als das! Die Beweise wurden gesammelt und können hier nachgelesen werden…

Vor einiger Zeit wurde ich bei einem Afterwork-Event gefragt, was ich so mache bzw. wo ich arbeite. Ich entgegnete, dass ich im Personalbereich tätig bin. Bei meinem Gegenüber wurden die Augen größer, und dieser meinte nur recht abwertend: “Ach echt? In so einem verstaubten Bereich? Ist ja total langweilig!” Ich traute meinen Ohren kaum. Was hörte ich da? Langweilig und verstaubt? Keine Ahnung, welche Vorstellungen von der Personalarbeit in den Köpfen noch vorherrschen, doch ich muss alle, die genau so denken enttäuschen: Wir sind nicht mehr in den 90er Jahren unterwegs, wo eine Personalabteilung rein auf Administration und Verwaltung abzielte. Heute hat sich die Positionierung und damit auch die Wichtigkeit mehr als 100 % gedreht. Wir sind PartnerInnen auf Augenhöhe mit den Führungskräften und dem Management, die interne und gesetzliche Regelungen kennen und in unserer Beratung hinweisen. Oft denke ich mir: Was würden die Führungskräfte nur ohne uns machen? Eine Arbeitswelt ohne Personalabteilung? Herrscht dann in dieser Anarchie oder wie gestaltet sich diese aus? Keine Ahnung, nur wären dann wahrscheinlich die meisten getroffenen Maßnahmen rechtswidrig oder würden zumindest zu großer Unzufriedenheit bei der Belegschaft führen.

Ich möchte es mir gar nicht ausmalen… Fakt ist, die Arbeit im Personalbereich ist tagtäglich eine Herausforderung: Kein Tag ist wie der andere, und oft wird man vor schier unmöglichen Herausforderungen gestellt, wenn das Umfeld beginnt “kreativ” zu werden. Es ist ja doch noch so, dass wir häufig “Feuerwehr” spielen und den begonnen Schlamassel auflösen müssen. Doch gerade diese Abwechslung macht auch den Spaß an der Arbeit aus. Ihr seht, Personalarbeit ist alles andere als verstaubt und langweilig. Noch schöner ist es zu sehen, wenn sich Menschen die Mühe machen, genau diese Geschichten zu sammeln und in ein Buch zu vereinen – der Titel: Humour Resources! Das Buch zeigt sehr gut die wirklich bunte HR-Welt und mit welchen witzigen Themen wir tagtäglich konfrontiert werden bzw. welche Geschichten nur in der Welt der PersonalistInnen passieren. Das Buch enthält wirklich viele skurrile und witzige Geschichten.

Meine beiden Lieblingsgeschichten möchte ich euch hier und heute vorstellen:

 

Ein Erotisches Vorstellungsgespräch

(anonym, Sanitär- und Heizungsgroßhandel, ca. 740 MitarbeiterInnen)

“Auf der Suche nach Verstärkung für unser Grafikteam freuten wir uns besonders über die Bewerbung eines vielversprechenden, versierten Grafikers, den wir direkt zum Interview einluden. Wie immer holte ich unseren Gast beim Empfang ab. Doch anstatt, wie sonst üblich, die Stiegen gemeinsam und plaudernd hinaufzusteigen, schoss der Mann die Treppe hoch, blieb stehen, schaute hektisch nach links und rechts und rief: “Und wohin jetzt?” Noch immer wild um sich blickend, folgte mir der Herr in unseren Besprechungsraum. Ich war doch sehr verwundert. Immerhin waren wir nicht auf Safari und ein bevorstehender Angriff durch wilde Tiere war eher unwahrscheinlich.

Bereits während der Begrüßungs- und Vorstellungsrunde packte der Bewerber dann allerlei Schächtelchen und Muster aus seinem geräumigen Aktenkoffer und sah mich dabei immer wieder herausfordernd an. Der Clou war nämlich, dass alle Muster mit erotischen Sujets versehen waren. Plötzlich unterbrach er sich selbst und fragte provokant: “Na gnädige Frau, sind Sie jetzt schockiert?” Innerlich musste ich schmunzeln, nach außen blieb ich selbstverständlich ganz gelassen. Mit meinem professionellsten Pokerface konterte ich: “Ich nehme doch an, dass es sich bei Ihren Mustern um grafische Arbeiten aus Ihren vorangehenden Dienstverhältnissen handelt – schließlich sind wir ja auch alle erwachsen, nicht?”

Damit hatte der Herr ganz offensichtlich nicht gerechnet, denn er atmete zunächst einmal tief durch, um sich zu sammeln. In Folge erklärte er mir – nach wie vor aufgebracht, aber immerhin stets oberhalb der Gürtellinie -, dass er bis dato immer die Funktion des Art Director bekleidet hätte. Nun war er vom AMS dazu gezwungen worden, sich als einfacher Grafiker zu bewerben. Er wollte uns wirklich nicht zu nahe treten, aber es läge doch auf der Hand, dass das weit unter seiner Würde wäre. Das konnte ich, mit einem inneren Lächeln, durchaus nachvollziehen, und mit den besten Wünschen für seine Zukunft brachen wir das Gespräch an dieser Stelle ab. Ich hoffe sehr, dass er mittlerweile eine adäquate Herausforderung für sich gefunden hat – und danke ihm bis heute, dass er mir nicht, wie andere BewerberInnen, seine Arbeitsproben im Büro lassen wollte.”

 

Space Manager

(anonym, Einzelhandel, ca. 4.000 MitarbeiterInnen)

“Hand aufs Herz: Könnten Sie adhoc beantworten, mit welchen Aufgaben ein/e Space ManagerIn für gewöhnlich so betraut wird? Machen Sie sich keine Gedanken, wenn dem nicht so ist. Sie befinden sich damit in guter Gesellschaft. Die Bezeichnung ist im deutschsprachigen Raum – außer unter einschlägig Vorbelasteten – eher unüblich, daher möchte ich meiner Geschichte ein kurzes Aufgabenprofil vorausschicken: Space ManagerInnen sind im Handel tätig, erstellen Regalpläne und helfen bei der Gestaltung des Sortiments. Als ich eines Tages eine solche Stelle ausschrieb, war ich dementsprechend auf einige Fragen gefasst. Mit der galaktischen Bewerbung, die schließlich über das firmeneigene Jobportal bei mir reinlangte, hätte ich allerdings in Lichtjahren nicht gerechnet. Es bewarb sich nämlich ein gewisser Herr Kirk. Vorname James, zweiter Name Tiberius.

Mein Bewerber namens James T. Kirk hatte sogar, wie es das Protokoll verlangte, seinen detaillierte Lebenslauf angefügt. Beginnend mit der Ausbildung in der Sternenflottenakademie, listete er penibel seine Dienstzeiten und Aufgabenbereiche auf anderen Schiffen auf – bis er schließlich die Enterprise als Kapitän übernahm. Gebannt las ich von seinem turbulenten Abenteuern, während er in einem Wurmloch verschlossen war und noch vielem mehr. Sogar ein professionelles Foto des “Kandidaten” durfte nicht fehlen. Der Lebenslauf schloss mit dem Satz: “Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen halte ich mich für qualifiziert, die Stelle als Space Manager zu übernehmen.” Auch wenn ich ihm da nur beipflichten konnte, war ich letztlich doch überzeugt, dass der Weltraum deutlich größere Wagnisse für James T. Kirk bereithielt. PS: Leider hat sich der Verfasser oder die Verfasserin nie geoutet. Ich hätte den oder die Kreative gerne kennengelernt.”

Das Buch Humour Resources bietet darüber hinaus noch viele weitere witzige und recht kuriose Geschichten aus dem Alltag im Personalbereich. Auch ich selbst bin mit einer witzigen Geschichte aus meinem Alltag vertreten. Falls ihr FreundInnen/Verwandte etc. kennt, die in dem Bereich arbeiten oder für alle, die sich für diese schrägte Sammlung interessieren und ihr ihnen eine Freude bereiten wollte, dann könnt ihr das Buch hier bestellen. Ein guter Last-Minute Tipp für Weihnachten!

**Ani**

 

<< in humouristischer Zusammenarbeit mit dem CAREER Verlag >>

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