Hast du es, das Skill-Set für die digitale Arbeitswelt? COMPANY EDITION

In meinem letzten Career-Beitrag habe ich euch ja bereits gefragt, ob ihr fit seid für die digitale Arbeitswelt und habe euch im Zuge dessen, die wichtigsten Skills vorgestellt. Da die Arbeitswelt aber nicht nur aus ArbeitnehmerInnen sondern auch aus ArbeitgeberInnen besteht, die sich genauso an eine zunehmend digitalisierte Arbeitswelt anpassen müssen, gibt es nun hier die Company Edition meines Beitrages…

Die Arbeitswelt ist im Wandel und nicht nur die ArbeitnehmerInnen müssen sich darauf einstellen, sondern auch die ArbeitgeberInnen. Künftig wird den ArbeitnehmerInnen recht viel abverlangt, um sich im Arbeitsumfeld positionieren und gut einbringen zu können, sodass diese auch einen Mehrwert für Unternehmen bieten. Welche Skills für die digitale Arbeitswelt unbedingt erforderlich sind, habe ich in diesem Beitrag bereits zusammengefasst. Forderungen an die MitarbeiterInnen zu stellen und Innovationsgeist, Motivation, Eigenständigkeit uvm. vorauszusetzen ist schön und gut, aber die Unternehmen müssen natürlich auch ihren Beitrag an die veränderten Arbeitsbedingungen leisten. Einseitigkeit hat noch nie funktioniert und nur Fordern und dafür im Gegenzug nichts geben hat noch gar nicht gefruchtet und wird dies auch künftig nicht. Die Welt besteht nun mal aus Geben und Nehmen, denn nur so können Prozess zu Laufen beginnen und die propagierte “win/win-Situation” hervorgerufen werden.

 

Wie im Musikbusiness: Der Trend geht in Richtung Sharing – weg vom klassischen “Besitzen”

Ich persönlich bin ein großer Fan von Veränderungen und sehe darin immer eine Chance und auch einen Mehrwert für einem selbst: Klar muss man sich wiederum neuen Gegebenheiten anpassen und vielleicht auch alte Gewohnheiten ablegen, da diese so nicht mehr funktionieren. Denkt man nur an die Vorstellung eines neuen Arbeitsplatzes so scheiden sich ja bereits hier die Geister: Manche beharren auf “ihren” Platz, sie möchten jeden Tag an der selben Stelle sitzen, ihre Pflanzen, Fotos, Kalender etc. aufstellen und sich ihr Büro fast schon wie ihre Wohnung schmücken. Dann gibt es jene Menschen, denen es recht egal ist, wo sie sitzen und wie ihre Umgebung aussieht, denn sie sind ja schlussendlich da um zu arbeiten. Die Hauptsache ist, dass alle Geräte funktionieren und sie alles bei der Hand haben, was sie nun mal benötigen um ihre Arbeit erledigen zu können. Viele sprechen gerade vom “Arbeitsplatz der Zukunft”, der ja stark in die Richtung Generalisierung und weg von Individualisierung geht, sodass Konzepte wie “Desk Sharing” auch tatsächlich funktionieren können. Wie auch bereits in der Musikwelt umgesetzt, geht der Trend also stark in Richtung Sharing anstatt des klassischen Besitzens (eines Arbeitsplatzes).

 

Skill No. 1: Flexibilität und agile Strukturen

Das vorher genannte Beispiel zeigt sehr gut auf, dass MitarbeiterInnen oft aufgefordert werden, sich rasch an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Manchen gelingt dies recht einfach, manchen aber auch ziemlich schwer. Deshalb ist es wichtig, wenn man sich ein gewisses Maß an Flexibilität und Anpassungsbereitschaft erwartet, im Gegenzug auch den MitarbeiterInnen flexible Strukturen seitens des Unternehmens zugestehen muss. Ansonsten entsteht eine schwierige Schieflage und das Commitment sowie Verständnis für diese Veränderungen verschwinden. Es entsteht Neid, Missgunst und geht hin bis zur Verweigerung bzw. kann dies bis zur Kündigung einiger Talente führen. Dies wäre ein richtiges  Worst Case Szenario für jedes Unternehmen. Wie kann man hier entgegenwirken? Geben und Nehmen sind die Zauberworte: mögliche Maßnahmen wären beispielsweise die Einführung von Vertrauensarbeitszeit, das Bereitstellen eines gewissen modernen und adäquaten Equipments, leistungsorientierte Bezahlung, keine starren Strukturen, agile Teamzusammensetzungen uvm. Poche ich als Unternehmen auf meine Hierarchien, starren Strukturen und Prozesse, so untergrabe ich jedes Fünkchen an Innovationsgeist, Leistungswillen und Veränderungsbereitschaft.

 

Skill No. 2: MitarbeiterInnen als KundInnen ansehen

Den Ausdruck “der/die KundIn ist KönigIn” kennen wir ja bereits und ist auch allen gut verständlich, denn ohne AbnehmerInnen gibt es auch kein Geschäft und das Unternehmen kann kurz gesagt zusperren. Das Marktprinzip, welches aufgrund von Angebot und Nachfrage funktioniert sieht vor, den KundInnen ein gewisses Service zu bieten, sodass neue akquiriert und BestandskundInnen-Beziehungen gepflegt werden können. Die Rolle der eigenen MitarbeiterInnen war bis vor kurzem jene, dieses Prinzip mit Leben zu füllen bzw. die dahinter liegenden Prozesse auszuführen, sodass die KundInnen zufrieden sind. Lang hat es gedauert, aber es wurde eingesehen, dass es auch einer gewissen “Pflege” der eigenen MitarbeiterInnen bedarf. Die Aufgabe jedes Unternehmens wird somit künftig jene sein, sich Maßnahmen, Anreize etc. zu überlegen, wie sie mit ihren eigenen Ressourcen umgeht bzw. ein gewisses Beziehungsmanagement zu den MitarbeiterInnen aufbaut und auch pflegt. Dieses “MitarbeiterInnen-Service” beinhaltet dann beispielsweise individuelle Karrierewege, Entwicklungsmöglichkeiten und interne Mobilität.

 

Skill No. 3: Planung des künftigen Personalbedarfs neu denken

Die derzeitige Personalbedarfsplanung läuft immer noch starr nach FTE’s (also Full Time Equivalents = Vollzeitarbeitskräfte) oder nach Köpfen (tatsächliche Anzahl der MitarbeiterInnen, egal wie viele Stunden sie im Unternehmen beschäftigt sind) ab. Ein Modell, welches in den letzten Jahren seinen guten Platz gefunden hatte, künftig jedoch ein Auslaufmodell darstellen wird. Der Markt verändert sich immer schneller und Unternehmen müssen sich flexibel zeigen, um auf diese Veränderungen reagieren zu können. Kleinere Unternehmen können hier recht rasch entgegenwirken, nur wie soll dies bei Großkonzernen funktionieren? Um rasch auf Trends, Produkte etc. reagieren zu können, werden Unternehmen hier kurzfristigen Bedarf an ExpertInnen haben. Eine Lösung kann beispielsweise ein externer ExpertInnen-Pool oder auch -Netzwerk sein, auf jenes man im Bedarfsfall zurückgreifen kann. Dies bringt natürlich mit sich, dass ein derartiges Netzwerk oder Pool auch gepflegt werden muss und somit sind wir auch hier wiederum beim Thema Beziehungspflege.

 

Spannende Zeiten warten auf uns! Je mehr Artikel ich zum Thema Digitalisierung lese, desto mehr wird mir dies bewusst. Wir erleben gerade einen richtigen Umbruch: starre Strukturen, Abläufe und auch Ansichtsweisen müssen aufgebrochen werden bzw. tun sie dies auch gerade. Würde dies nicht passieren, so werden Unternehmen künftig nicht überleben können – klingt dramatisch, nur wird dies ein Szenario sein, welches sich leider so bewahrheiten wird. Deshalb gilt es nicht nur als Einzelperson diesen Veränderungsprozess als Chance zu sehen, sondern auch als Unternehmen diese Möglichkeiten als Anlass zu nehmen, die eigenen Strukturen zu reflektieren und dahingehend auszurichten.

**Ani**

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