#ColoursOfLife VS #ColoursOfHate

Ein Festival, eine Awardshow, Workshops, Keynotes, Blogger, AusstellerInnen und Sponsorinnen – das war das 1. Blogger Festival welches vom Maxima-Magazin und der Agentur ComePass ins Leben gerufen wurde. Das Event stand unter dem Motto “Colours of Life” und sollte ein positives Lebensgefühl vermitteln. Was von der Veranstaltung übrig zu bleiben scheint, ist doch eher das Gegenteil, nämlich ein riesiger Shitstorm – berichtigt oder doch unberechtigt?

 

… der 1. Eindruck!

Samstag, 24.2.2018 – mein Wecker klingelt pünktlich um 07:30 Uhr. Müde aber doch recht aufgeregt starte ich in den Tag – warum? Weil heute das große Blogger Festival von Maxima und ComePass stattfindet, wo es wiederum viel Input zu relevanten Blogger-Themen gibt. Am Abend sollte dann die große Award Show am Programm stehen, wo die Blogger des Jahres 2017 in den verschiedensten Kategorien gekürt werden und der österreichische Künstler Julian LePlay den Abend ausklingen lassen wird. Ich hatte mich damals recht kurzfristig entschieden, selbst mit diesem Karrierebeitrag an dem Blogger-Award teilzunehmen. Anscheinend zu kurzfristig, denn ich konnte mich leider nicht unter den Nominierten wiederfinden. Natürlich war ich enttäuscht, da ich mir doch viele Gedanken darüber gemacht hatte, wie ich das Motto “Colours of Life” gemixt mit Karrierethemen in einen Beitrag verpacken könnte. Doch dies war nur von kurzer Dauer, da ich bemerkte, dass es die liebe Julia (Yoga & Juliet) unter die Top 5 geschafft hatte. Ihr Beitrag war auch super schön und ehrlich geschrieben – und die tollen bunten und ästhetischen Bilder gaben dem ganzen noch das gewisse etwas. Deshalb freute ich mich schon sehr auf die Verleihung am Abend, da ich mir die letzten Wochen meine Finger wund gevotet habe, sodass sie auch ja gewinnt. Doch auch das Tagesprogramm tat seines dazu und so warteten viele interessante Keynotes und Workshops darauf konsumiert zu werden.

Julia und ich trafen uns direkt beim Eingang vor der Ottakringer Brauerei, wo das Event stattfand – es war kalt, bitterkalt und wir rannten förmlich ins Gebäude. Schon beim Eingang bemerkten wir die “Colours of Life”, die überall an der Wand des alten Brauereigebäudes aufgebeamt waren. Beeindruckend, denn sie vermittelten so ein lebens- und farbenfrohes Gefühl. Dieses spiegelte sich in der gesamten Ausstattung wieder, denn auch die Sitzmöbel, Tische etc. fanden sich in bunten Farben. Im Eingangsbereich tummelten sich bereits viele AusstellerInnen und SponsorInnen, und so konnte man sich bereits für den Tag schminken und stylen lassen. Ein großes Goodie für alle TeilnehmerInnen wartete im hinteren Bereich, denn dort konnte man sogar kostenlos eine Postbox sichern – also eine Box, die man vor der Haustüre anbringt, sodass die Pakete dort abgelegt werden können, sollte man selbst mal nicht zu Hause sein. Perfekt! Dann startete auch bereits die 1. Keynote von Ilja und Pedram, den “Dreamers Who Do“, die uns bereits gleich am Vormittag mit viel Motivation und einem tollen Lebensgefühl ausstatteten, wie bereits auch in ihren letzten Workshop, den ich die Woche davor besucht hatte. Kurz darauf fanden auch schon die ersten Blogger-Workshops statt, wobei ich mich zu meinem ersten Instawalk durch die Ottakringer Brauerei aufmachte. Es war zwar nicht gleich ersichtlich, wo bzw. in welchen Räumlichkeiten alles stattfinden sollte, doch mit ein bisschen Durchfragen, wurde auch diese kleine Hürde genommen….

 

 

… und jetzt mal ehrlich!

Nun habt ihr ja bereits einen kleinen Einblick in den Ablauf des Events bekommen und auch schon einen ersten Eindruck gewonnen. Dies war mir einleitend wichtig, denn eigentlich geht es mir auch darum, auf jene Dinge Bezug zu nehmen, die nach dem Blogger Festival passiert sind. Das Thema “Colours of Life”, welches ja für Lebensfreude, Offenheit und auch die bunte und vor allem vielfältige Bloggerwelt steht, wurde gleich kurz nach dem Event von einigen TeilnehmerInnen ins Gegenteil gekehrt: Bereits kurz nach der Preisverleihung begann sich ein großer Shitstorm zusammen zu brauen. Viele TeilnehmerInnen waren mit der Organisation, der thematischen Abhandlungen der einzelnen Workshops und dem Angebot vor Ort unzufrieden. Vor allem äußerten sich aber Nominierte, die dann schlussendlich leer ausgingen, sehr negativ zum Event. Hier wurden Kritikpunkte genannt, die von unprofessioneller Servicierung bis hin zum Vorwurf der Schiebung der tatsächlichen GewinnerInnen reichten. Normalerweise belächle ich diese Art von “Nachberichterstattungen”, da hier oft so viele Befindlichkeiten dahinterstecken, sodass man die geschriebenen Worte sowieso nicht für bare Münze nehmen kann. Es tangiert mich dann auch nicht weiter. Doch dieser Shitstorm, der sich hier gebildet hatte, der machte mich richtig wütend und so kann und möchte ich es auch nicht stehen lassen. Ja, das Blogger Festival ist nicht rund gelaufen und es gibt mit großer Sicherheit ein riesiges Verbesserungspotential. Wenn man davon ausgeht, dass dieses riesige Event von 2 Personen geplant und durchgeführt wurde, dann kann man sich schon denken, dass es auch nicht zu 100% rund laufen konnte. Für diesen äußerst knappen Ressourceneinsatz war das Event jedoch Top!

Die Grundidee und -haltung, dass beim Blogger Award auch Blogs in Betracht gezogen werden, die noch keine so große Reichweite erzielen, jedoch viel Potential in sich bergen, finde ich großartig und auch lobenswert. Gerade in der heutigen Zeit, wo Unternehmen nur mehr nach Followerzahlen trachten und ihre Kampagnen daran ausrichten, ist es ein äußerst positives Zeichen, die Qualität und Kreativität der einzelnen Personen wiederum in den Vordergrund zu stellen. Dass sich darunter auch Blogger mit bereits höheren Reichweiten befinden, zeichnet diese nur noch mehr aus. Natürlich könnte ich mich jetzt auch auf die Seite der “Hater” begeben, denn auch ich bin natürlich von meinem Beitrag, den ich damals eingereicht hatte, überzeugt und finde es super schade, dass ich nicht nominiert wurde, doch so spielt nun mal das Leben. So eine Situation wird uns noch des Öfteren begleiten, dass wir uns bei gewissen Dingen unfair behandelt fühlen. Ich selbst dachte mir danach nur: “Wer weiß für was es gut ist”, und so war der Ärger auch schnell verflogen. Anstatt mich zu ärgern und gegen jegliche Personen zu lästern, steckte ich genau diese Energie in den Support meiner lieben Freundin Julia – und siehe da, es ist etwas noch schöneres dabei herausgekommen: Sie konnte sich den Sieg in der Kategorie “Feel” sichern. Die Freude über ihren Sieg war viel größer als der Ärger über meine Nicht-Nominierung und wahrscheinlich auch größer als jene Freude, die ich selbst gehabt hätte, wäre ich als Gewinnerin hervorgegangen. Denn sind wir mal ehrlich: Es ist doch viel schöner zu sehen, wenn sich jemand freut und man hat die Möglichkeit sich einfach nur mitzufreuen und ein Teil dieses Moments zu sein. Das ist, finde ich, ein bisschen wie Verschenken zu Weihnachten 🙂

 

 

… der Shitstorm braut sich zusammen!

Trotzdem gab es Blogger, die dies ganz anders sahen und anscheinend innerlich hohe Erwartungen, wie beispielsweise eine eigene VIP Area, als Nominierte eine “Besserbehandlung” als alle anderen “normalen” TeilnehmerInnen und noch vieles mehr, hatten. Es wurde sogar Kritik geäußert, dass man als Nominierte keinen eigenen abgetrennten Bereich hatte, wo sich eben nur nominierte Blogger aufhielten. Ja sag mal geht’s noch? Wenn ich mir dies vorgestellt hätte, dann wäre ich schlussendlich super traurig gewesen. Ohne diese Abtrennung konnte ich mit Julia und ihrem Freund bei ihr sein, mit ihr mitfiebern, die Daumen drücken, ihre Jacke und Tasche halten, ihr um den Hals fallen uvm. Wenn sie irgendwo weit weg und abgekapselt gestanden wäre, dann wären genau diese schönen Momente total an mir vorbeigegangen. Außerdem würde diese Vorgehensweise der anfangs beschriebenen Philosophie des Festivals widersprechen, sodass nicht Status und Reichweite zählt, sondern Individualität. Ein weiterer Kritikpunkt einer Nominierten war jener, sodass natürlich jene Bloggerin in ihrer Kategorie gewann, die auch die meisten Followerzahlen aufweisen konnte und dies somit ein unfairer Wettkampf wäre – da man gegen so eine Person sowieso keine Chance gehabt hätte. Irgendwo hat dieser Punkt ja auch seine Berechtigung, nur andererseits denke ich mir, dass es schlussendlich auch um Qualität geht. Wenn ein Beitrag wirklich aufgrund der Schreibweise, kreativen Ausarbeitung und auch schlussendlich aufgrund der Person, die da dahinter steckt, besticht, dann kann man auch hier ganz viel bewegen. Wir suchen uns ja unsere Lieblingsblogger im Endeffekt nach ihrer Persönlichkeit und Charakteristik aus – wir möchten uns identifizieren, mitleiden, mitlachen und Erfahrungen teilen. Schafft man diese Brücke bzw. dieses Beziehungsmanagement nicht, dann hat man klar einen Nachteil, das ist richtig. Doch darf man nicht vergessen, dass genau dieses Kriterium bei der Vorauswahl eben keine Rolle gespielt hatte, da man dies ja bewusst ausklammerte. Natürlich fällt es einem dann beim Endvoting durch die LeserInnen auf den Kopf, in dem man eben nicht den begehrten Preis in Händen hält.

Was macht man bzw. Frau in dieser Situation: Man tut zwar reflektiert, haut aber um sich – mit Worten, in einem Blogpost – und kritisiert alles, was es nur zu kritisieren gibt. Am besten “gefiel” mir aber, dass dann gleich auf die Sinnesfrage abgezielt wird, nämlich in dem, dass Blogger Awards als Gesamtkonzept in Frage gestellt werden. Tja, wenn es organisatorisch dann nichts weiter zu bemängeln gibt, dann muss man eben eine Ebene höher greifen. Ich muss dazu sagen, dass ich persönlich es schade finde, wenn Award-Verleihungen so negativ behaftet werden, denn im Grunde ist es ja eine gute Plattform sich und den Blog präsentieren zu können. Dass es unter den VeranstalterInnen auch schwarze Schafe gibt, die meist nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind, ist nicht abzustreiten. Bei Maxima & ComePass hatte ich von Anfang nicht den Eindruck – wenn dies schon so sein sollte, dann hätte ich mich doch sehr getäuscht. Wie ich vorhin schon erwähnt hatte, lief organisatorisch nicht alles sehr rund an diesem Tag & Abend – dies lag aber eher daran, dass sie sich mit den Ideen, Inhalten etc. übernommen hatten – so meine Meinung. Vielleicht wäre es in einem ersten Schritt leichter gewesen, sie  hätten sich nur auf das Tages- oder das Abendprogramm fokussiert. Beides gleichzeitig zu stemmen, war einfach auch aus ressourcentechnischen Gründen einfach zu viel. Dahinter steckt aber meiner Meinung nach nicht Unfähigkeit oder gar böse Absicht, sondern viele tolle Ideen, die einfach nicht kompakt zu einem roten Faden gebündelt werden konnten – also eigentlich etwas sehr Positives!

 

 

… mein Fazit: “Let the colours in your heart!”

Mein Fazit daraus ist, dass ich dem Blogger Festival nächstes Jahr auf alle Fälle noch eine Chance geben würde, wenn sie ihre Lessons Learned aus 2018 ziehen und diese mitberücksichtigen – sollten sie das Festival nächstes Jahr überhaupt noch wiederholen wollen. Dass man es nicht jedem/jeder recht machen kann ist auch klar – diesen Anspruch darf man auf gar keinen Fall haben! Im Allgemeinen finde ich Blogger Awards eine gute Institution, um auf Blogger und ihre Werke aufmerksam zu machen und sie in den Vordergrund zu rücken. Danach ist aber jede/r auf sich selbst gestellt, was er/sie aus einem Sieg oder auch einer Niederlage macht. Auch ein Sieg schlägt sich nicht unmittelbar auf die Reichweite oder auf den langfristigen Anstieg an Followerzahlen. Dieser kann ein gutes Sprungbrett sein, doch springen und eben nicht auszurutschen, dies muss man schon ganz alleine hinbekommen. Auch der Umgang mit Pannen oder einer Niederlage ist ein guter Indikator und lässt auch gut und einfach Rückschlüsse auf die jeweilige Blogger-Persönlichkeit zu – auch hier sind sehr positive, aber doch auch recht negative Beispiele ans Tageslicht gekommen.

Persönlich hoffe ich wirklich, dass in der allgemeinen Wahrnehmung die “Colours of Life” nicht zu “Colours of Hate” geworden sind, sodass die einzige Erinnerung, die uns von diesem Event übrig bleibt, der Shitstorm danach war.

**Ani**

4 Comments

Join the discussion and tell us your opinion.

Jürgenreply
March 02 at 06:03 PM

Sehr schöner Beitrag Ani und tolle Fotos. Freu mich schon, wenn wir uns wieder übern Weg laufen!

Anireply
March 04 at 08:03 PM
– In reply to: Jürgen

Danke lieber Jürgen! Bis bald mal wieder 🙂

Beareply
March 05 at 05:03 AM

Finde deinen Ansatz des Schreibens sehr gut, wie du mit der Ursprüngsidee „Colors of Life“ spielst und das auch immer wieder einbaust. Sehr gut reflektierter Beitrag, vor allem das Persönliche, wie du dich mitgefreut hast, fand ich ganz toll zu lesen. Ich finde du hast auch recht, es war insgesamt eine tolle Idee und gut umgesetzt. Ich finde auch nicht, dass es zu viel im Allgemeinen war, aber vielleicht zu viel für zwei Personen? Vlt wären noch mehrere Assistenten gut gewesen, Raphaela und Eva von Comepass können sich ja nicht aufteilen. Aus Veranstaltersicht war das ein riesiges Projekt, dass man in dem Ausmaß mal nach machen muss.
Alles Liebe

Anireply
March 05 at 01:03 PM
– In reply to: Bea

Danke liebe Bea für dein Feedback! Ja, mehr Ressourcen wären sicher nicht von Nachteil gewesen und hätten auch geholfen, das alles besser zu bewältigen. Aber wie gesagt, es gibt ein paar Lessons Learned für nächstes Jahr und dann klappt das sicher! <3 Alles Liebe

Leave a reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.