Trendreport: Feel Good Management bei Facebook

Im Zuge der Digitalisierung am Arbeitsplatz verändern sich nicht nur unser Arbeitsumfeld, die -anforderungen und unsere -arbeitsmittel. Es wachsen auch neue Formen, wie Unternehmen ihre LeistungsträgerInnen an sich binden wollen. Daraus entstehen nicht nur neue Konzepte oder Maßnahmen, sondern auch neue Berufsfelder, wie beispielsweise der/die Feel-Good-ManagerIn – und Facebook ist ganz vorne mit dabei.

 

“Wein predigen, Wasser trinken” – der Tod jeder guten Employer Brand!

Der Kampf um die Talente reißt nicht ab. Im Gegenteil, die Unternehmen stehen gerade weltweit in einem gigantischen Wettbewerb. Jede/r möchte sich profilieren und zeigen wie innovativ, digital, modern etc. er/sie ist. In Österreich ist es derzeit noch ein recht regionaler Kampf, der noch gut überschaubar und meiner Meinung nach noch nicht so groß gewachsen ist. Es ist auch ganz gut, noch nicht im großen Stil mitmischen zu müssen, denn dann bleibt auch mehr Zeit, sich über die jeweilige Strategie Gedanken zu machen und einfach nur mal zu beobachten, wie sich die anderen im internationalen Umfeld schlagen. Auf jeden Fall ist es wichtig, dass sich die Fragestellungen nicht nur mehr rund um das Gehalt drehen. Wie unzählige Studien bereits zeigen, sind andere Faktoren bereits viel wichtiger geworden, als das Geld, welches man für den Job erhält. Es geht viel mehr um flexible Arbeitsbedingungen, darum “etwas bewegen zu können”, selbstverantwortlich Themen zu treiben und sich schlussendlich auch selbst verwirklichen zu können. Diese “weichen” Faktoren sind es, die uns motivieren und dazu bringen, auch über uns hinaus zu wachsen. Das Gehalt ist zu einem “random” Faktor geworden, der natürlich nicht unwichtig ist, aber nicht an erster Stelle beim Thema Jobzufriedenheit steht.

Wie schon erwähnt, versucht im Moment jedes Unternehmen zu zeigen, wie modern und innovativ es nicht ist – egal ob Start Up oder Großkonzern. Es passiert eine Art “Turn”, der sich in Richtung der MitarbeiterInnen zuwendet, was aus meiner Sicht äußerst positiv ist. Es zählen nun nicht mehr alleine die geliebten Hard Facts, wie Umsatz, Deckungsbeitrag, Cash Flow etc. Der Fokus richtet sich gezielt an die Soft Facts und orientiert sich daran, was MitarbeiterInnen benötigen um ihre Leistung gut erbringen zu können. Wir haben Glück, denn genau jetzt ist die Zeit gekommen, wo man selbst die Möglichkeit hat, sich mit der eigenen Persönlichkeit in die gestellten Aufgaben einbringen zu können. Aus ArbeitnehmerInnen-Sicht muss man diese Chance nutzen, dass nun der Fokus auf einem selbst liegt. Unternehmen können es sich schlicht und einfach nicht mehr leisten, die “Ego-Schiene” von damals weiterzufahren. Es geht aber nicht nur darum attraktiv im Auge künftiger ArbeitnehmerInnen zu erscheinen, sondern auch wirklich zu sein. Denn sollten die gepredigten Arbeitsbedingungen nicht eintreffen, so ist der Ruf gleich noch mehr ruiniert. Schauen wir in Richtung Amerika, so zeigen uns Facebook, Google etc. wie es gehen kann. Von flachen Hierarchien, bis hin zu Play Areas und bunten Rutschen ist hier alles dabei.

 

Eine neue Art des Beziehungsmanagements: Feel-Good-Management à la Facebook

Bis dato haben wir ja bereits sehr viel gehört und gesehen, wie es in den Offices von Facebook und CO aussieht. Doch Facebook wäre nicht Facebook, wenn sie nicht auch hier versuchen, sich weiterzuentwickeln und zu optimieren. Der neueste Trend aus dem Hause Zuckerberg ist nämlich eine völlig neue Position, die geschaffen wurde, um intern auch wirklich sicherzustellen, dass sich die Facebook-Members im Office wohl fühlen: Der/die Feel-Good-ManagerIn war geboren! Doch was sind nun die Aufgaben dieser Person? Nein, es geht nicht darum die MitarbeiterInnen vom Arbeiten abzuhalten und sie zu bespaßen. Viel mehr ist der/die FGM damit beschäftigt, die “sekundären Unternehmensprozesse” zu realisieren, was soviel heißt, als dass sich diese Person darum kümmert, die Unternehmenswerte in Taten umzusetzen. Dies dient dazu, die Unternehmenskultur zu stärken und auch zu monitoren bzw. zu evaluieren:

 

In der Rolle des FGM geht es nicht allein darum, tolle Inneneinrichtungskonzepte umzusetzen oder Leitsätze an die Wände zu hängen. In fünf Jahren als Feel-Good-Manager bei Facebook in Deutschland habe ich gelernt, dass die Berücksichtigung von menschlichen Bedürfnissen nach Authentizität, Verbundenheit und Gemeinschaft genauso dazugehört wie der visuelle, räumliche und sanitäre Komfort. (Janine Novo de Oliveira, Feel-Good-Managerin bei Facebook)

 

Facebook zeigt es vor und wir sollten nicht lange warten, den Fokus auf diese Art von Firmenphilosophie zu legen. Denn bunte Wände, Coffee Areas, Rutschen etc. sind es nicht, was MitarbeiterInnen lange an das Unternehmen bindet und glücklich stimmt. Es sind vielmehr die persönlichen Gespräche mit MitarbeiterInnen um herauszufinden, was diese bewegt und motiviert. Der Arbeitsauftrag lautet, eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen und dies gelingt nur mit dem richtigen Beziehungsmanagement. Jenes, welches leider aufgrund der vielfältigen Themen in der klassischen Personalabteilung derzeit kaum Platz findet bzw. jedenfalls nicht in dieser Intensität möglich ist.

Was denkt ihr: TOP oder FLOP?

**Ani**

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