#IAmTheChange

Es gibt Menschen, die nach einem schweren Schicksalsschlag aufgeben und in ein tiefes Loch fallen. Dann gibt es wiederum Menschen, die sich aufrichten und neue Kraft schöpfen, um sich genau in dieser Sache für andere einzusetzen. Letzteres trifft auf Talinda Bennington, die Witwe von Chester Bennington zu, die sich für die Bekämpfung bzw. für das Sichtbarmachen und Anerkennen von psychischen Erkrankungen stark macht …

20.03.2018 – an diesem Tag wäre Chester Bennington, Sänger der Band Linkin Park, 42 Jahre alt geworden. Am 20.7.2017 hatte er sich jedoch das Leben genommen. Er litt jahrelang an Depressionen und war Suchtmittel abhängig. Er hinterließ eine Ehefrau und 6 Kinder. Warum mich der Suizid eines Sängers so mitnimmt? Dies hatte ich bereits kurz nach Bekanntwerden seines Todes hier zusammengefasst, kurz gesagt, diese Band hat meine Jugend geprägt und mich durch Höhen und auch schwere Tiefen begleitet. Ich verdanke Chester und der Band sehr viel, weshalb mich auch sein Tod sehr geschockt hatte, da er für mich doch recht unerwartet kam. Und genau das ist das schlimme an psychischen Erkrankungen: Sie sind scheinbar unsichtbar. Für seine Witwe Talinda hat es sich wahrscheinlich eher abgezeichnet, da sie 13 Jahre lang an seiner Seite war und auch seine Höhen und Tiefen hautnah mitbekommen hatte. Nach seinem Tod, rief sie die Organisation 320 Changes Direction ins Leben, um psychische Erkrankungen ein Stück weit sichtbarer zu machen bzw. aufzurufen, sodass Menschen auf Anzeichen von psychischen Erkrankungen in ihrem Umfeld achten. Die Zahl 320 steht für Chester’s Geburtstag, der vor gut einer Woche war. An diesem Tag rief sie via Social Media auf, sich wiederum mit den 5 Anzeichen von psychischen Erkrankungen vertraut zu machen. Man sollte ein Foto mit gestreckter Hand posten, auf der Stand “I Am The Change”, als Versprechen sozusagen.

 

#IAmTheChange – du auch?

Die Kampagne wurde oft geteilt und auch viele Prominente, wie alle Linkin Park Band Members und deren Familien, Michelle Obama oder auch Prinz Harry machten mit und zeigten damit auf. Auch ich möchte hiermit auch nochmals für dieses Thema sensibilisieren, denn diese Krankheit betrifft auch uns hier im kleinen Österreich. Viele Menschen in Österreich und auch in meinem Umfeld leiden an Depressionen und kämpfen jeden Tag damit. Ich durfte ja bereits mit einer Freundin darüber sprechen, die mir einen Einblick ins Leben mit dieser Krankheit gab. Hätte sie sich nicht geöffnet, dann hätte ich niemals für möglich gehalten, dass sie an Depressionen leiden würde. Vergesst zu glauben, dass ihr wisst, wie jemand “aussieht”, der an Depressionen leidet. Hier muss man schon etwas genauer hinsehen und am besten auf diese 5 Zeichen achten:

 

  1. VERÄNDERUNG DER PERSÖNLICHKEIT
  2. STARKE STIMMUNGSSCHWANKUNGEN, ÜBERTRIEBEN WÜTEND, BESORGT oder AUFGEREGT
  3. ZURÜCKGEZOGEN ODER ISOLIERT VON ANDEREN MENSCHEN
  4. SICH SELBST VERNACHLÄSSIGEN und ÜBERTRIEBENE RISIKOFREUDIGKEIT
  5. HILFLOSIGKEIT und ÜBERFORDERUNG

 

Diese 5 Anzeichen sprechen dafür, dass eine Person mit psychischen Störungen/Probleme zu kämpfen hat. Solltet ihr so etwas beobachten, dann sucht euch und dieser Person unbedingt Hilfe. Anlaufstellen sind beispielsweise die bundesweite Telefonseelsorge unter 142, die Organisation Rat auf Draht unter 147 oder auch der sozialpsychiatrische Notdienst in Wien unter 01/31330. Eine weitere Liste mit möglichen Anlaufstellen und weiterführenden Informationen findet ihr hier. Das Motto “Change Direction” gilt auch für uns, denn Hinsehen ist gefragt und nicht umdrehen und weglaufen. Wichtig ist, dass auch jede/r einzelne von uns ein Zeichen setzt und wir über psychische Erkrankungen sprechen, egal wie dies aussieht. Wir müssen sie sichtbar werden lassen, sodass sich die Betroffenen aber auch die Familienmitglieder, die natürlich hier mitleiden, offen darüber sprechen trauen. Dies war mit ein Grund, warum Talinda Bennington hier die Initiative ergriffen hat. Sie meinte selbst, dass es bereits sehr viele und gute Einrichtungen gibt, nur dass alle Betroffenen der Zugang und auch die Informationen darüber fehlen. Auch fehle die entsprechende Kultur, sodass die Betroffenen offen über ihre Probleme sprechen und auch die richtige Hilfe bekommen könnten.

 

 

Ich finde es großartig und bewundernswert, wie sich Talinda hier stark macht und sich für das Thema einsetzt. (Hier auch noch der Link zur Homepage von 320 Changes Direction, wo ihr weiteres Infomaterial uvm. findet) Nichts desto trotz gibt es auch bei uns in Österreich viele Menschen und Organisationen, die sich jeden Tag dafür einsetzen, betroffenen Personen und deren Angehörigen zu helfen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön und meine Hochachtung davor! Ich möchte auf jeden Fall mithelfen, dass psychische Erkrankungen nicht als “Spinnerei”, “Einbildung” oder sonstiges gesehen werden, sondern als das was sie wirklich sind: eine Krankheit, vor der keine/r von uns gefeit ist. Abschließend möchte ich noch ein sehr emotionales Musikvideo von Chris Stapleton mit euch teilen, der auf diesem Wege auf psychische Erkrankungen und die vorher genannten 5 Zeichen aufmerksam machen möchte:

 

 

Show you know the 5 signs! #IAmTheChange #320ChangesDirection

**Ani**

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