Wenn’s dir nicht gefällt, dann geh doch einfach!

Puh, harte Worte! Aber sind wir mal ehrlich: Wer von uns hat sich genau diesen Satz nicht nur einmal gedacht – sei es im Gespräch mit dem/der FreundIn, NachbarIn, KollegIn, Vorgesetzten? Glaubt mir, so oft wie ich ihn mir bereits durch den Kopf hab gehen lassen, hat ihn sich fast niemand …

 

Jetzt mal Klartext!

In meinem heutigen Blogpost möchte ich mal Klartext sprechen, nämlich in dem ich euch sage: “Wenn’s euch nicht gefällt, dann geht doch einfach!” Dieser Satz ist nicht primär an meine LeserInnen gerichtet, sondern vorrangig an all jene, die im Job nichts anders tun können als sich zu beschweren und auf gut Deutsch “herumzusudern”, also jammern! Arbeitet man wie ich schon seit Jahren in einer Personalabteilung, so kommen einem viele Erlebnisse unter und auch immer wieder jene Menschen, die unzufrieden sind – sie kommen wie das Amen im Gebet. Und ich versteh es nicht! Ich hatte es schon damals, als ich zu arbeiten begonnen hatte, nicht verstanden, habe sie reden bzw. jammern lassen und dachte, das vergeht wieder. Aber nein, dies tut es nicht. Egal wo, wie und wann – diese NörglerInnen kommen immer und immer wieder, sie wollen einfach nicht verschwinden. Da denke ich mir dann oft: Womit bist du denn eigentlich unzufrieden? Ist es wirklich der Job oder bist du es nicht in Wirklichkeit mit dir selbst und überträgst deinen Gesamtfrust auf all deine Lebensbereiche? Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen, doch der dienstliche Mistkübel bin in diesem Fall leider nun mal ich.

 

Kreativ und Destruktiv!

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, welche Kreativität diese Menschen an den Tag legen – eine solche hätte ich bei fast noch keinem anderen entdecken können. Geht es darum, neue Ideen, Projekte oder Vorhaben zunichte zu machen und für sinnlos zu erklären, dann stehen genau diese Menschen an erster Stelle. Sie können einem sofort erklären, warum es vielleicht noch eine Frechheit ist, so etwas in dieser oder jenen Art und Weise umzusetzen. Sie nehmen dabei Blickwinkel ein, an die so noch nie jemand davor gedacht hätte. Dies funktioniert auch umgekehrt ganz gut, wenn es darum geht, die persönlichen Vorteile aus einer Sache herauszuholen. Gesetze, Vorschriften oder der gute alte Hausverstand? Es werden wirklich tolle und einfallsreiche Ideen entwickelt, wie man solche galant umgehen kann – alles noch innerhalb eines gewissen Rahmens bzw. aber manchmal doch in einer Art Grauzone. In den ganzen Jahren als Personalistin habe ich hier schon einiges erlebt und gesehen, an welches ich vorher nie gedacht hätte. Da waren einige “Aha”-Momente dabei, wo ich mir innerlich nur mehr an den Kopf greifen konnte. Ein hitziges Thema ist hierbei auch immer die Zeiterfassung. Ihr glaubt gar nicht, was da um Minuten oder sogar Sekunden gekämpft wird. “Schnell einloggen und dann gemütlich zum Frühstück gehen” – ist hier noch die harmloseste Ausprägung.

 

Wenn dir der Film nicht gefällt, dann geh doch einfach!

Letztens erst habe ich mich gefragt, ob genau diese Menschen in ihrem Privatleben auch so sind? Sind dies jene, die im Kino sitzen und obwohl der Film schlecht ist, bis zum Ende dasitzen und sich gleichzeitig aber darüber aufregen, dass er so schlecht ist? Ich habe leider keine Antwort darauf gefunden, nur ist mir eines dabei klar geworden: Ich möchte nicht so werden! Im privaten Bereich, fällt es mir persönlich auch viel schwerer “Stopp” zu sagen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich ein paar Zumba-Studios ausprobierte und in einem Kurs war, der wirklich so richtig schlecht war. Dazwischen dachte ich mir nur: “Wenn dies meine erste Zumba Stunde gewesen wäre, dann hätte ich für mich diesen Sport auf immer und ewig abgeschworen!” Doch was tat ich – nichts! Es war mir einfach zu peinlich die Stunde mitten drinnen zu verlassen und abzubrechen. Ich wollte nicht unhöflich wirken und drückte diese peinliche Stunde irgendwie durch. Danach ärgerte ich mich fürchterlich, aber noch mehr wegen meines eigenen Verhaltens und dachte mir nur “Schade um die Zeit”. Mein Lerneffekt war aber, so eine Situation nicht mehr einfach durchzustehen, sondern in diesem Fall einfach zu gehen.

Ihr seht, auch ich muss diesbezüglich selbst noch viel an mir arbeiten, weshalb ich auch heute oft noch jene Menschen ertrage, die mich die ganze Zeit anjammern, warum ihr Job so schlimm ist. Und ich denke mir immer wieder: “Wenn’s dir nicht gefällt, dann geh doch einfach …”, doch traue es mir nicht, ihnen genau das ins Gesicht zu sagen …

**Ani**

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