Einfach mal den Stress weglachen

Leben wir nicht in einer furchtbar ernsten Welt? Die Schnelligkeit nimmt unbekannte Ausmaße an, der Druck in der Arbeit, der Uni etc. nimmt zu und es wird vorrangig die Leistung in den Vordergrund gestellt bzw. werden wir über diese definiert. Der Stress erreicht fast täglich ein neues Level. Genau dann wird es umso wichtiger, eine gewisse Resilienz aufzubauen – aber wie?

 

Immer diese Soziologinnen … 

Wusstet ihr, dass es kaum Lebewesen gibt, die Lachen können. Es geht nicht um’s wollen, sondern wirklich darum, es zu können. Seid nicht traurig, wenn am Geburtstagsfoto alle ein süsses Lächeln aufsetzen, nur eure Katze, oder euer Hund nicht. Sie können nichts dafür – es ist von Natur aus nicht vorgesehen, dass sie es können. Dafür drücken sie ihre Freude anders aus, wobei ich mir bei manchen Katzen gar nicht so sicher bin. Aber dies ist eine andere Geschichte. Was ich damit sagen möchte ist, dass wir ein unheimliches Privileg in uns tragen, welches wir kaum nutzen. Denkt doch kurz an kleine Baby’s, also Säuglinge. Diese Lachen fast 400 mal pro Tag, noch bevor sie sprechen oder laufen können. Die Natur hat uns somit eine wichtige Fähigkeit gegeben, die wir – wie so viele andere – mit dem Älterwerden einfach verlernen. Doch warum ist Lachen so wichtig? Warum lachen wir manchmal in gewissen Situationen, doch andere wiederum nicht? Wann finden wir etwas lustig und wann nicht? Und was sind das eigentlich für komische Fragen, die ich hier einfach so aufwerfe? Sorry, aber Soziologinnen stellen sich solche Fragen nunmal 🙂

 

Was hat denn Spaß mit Resilienz zu tun …?

Spaß beiseite! Doch genau diese Fragen versetzen mich wirklich in das Jahr 2003 zurück, als ich mich im 1. Semester des Studiengangs Soziologie befand. Uns wurde die Frage gestellt: “Warum lacht ihr, wenn euch jemand einen Witz erzählt?” Die Frage klingt so einfach, war aber umso schwerer zu beantworten. Keine Ahnung warum ich lache, weil es lustig ist, ganz einfach! Nur warum finde ich es lustig und jemand anderer vielleicht so gar nicht? Tja, die simple Antwort ist, weil ich etwas mit dem Kontext des Witzes anfangen kann und jemand anders vielleicht nicht, weshalb er oder sie darüber nicht lachen kann. So einfach ist das! Jaja, mit welchen Themen sich die SoziologInnen so herumschlagen. Doch warum ist nun das Lachen für Menschen so wichtig? Warum tun wir es überhaupt? Nun ja, in einer bestimmten Situation zu lachen, hilft uns, eine Balance – wenn nötig – hineinzubringen. Blöd ist nur, dass uns in solchen Situationen kaum zu lachen zu Mute ist. Stellt euch vor, ihr werdet gekündigt, wer denkt denn in dieser Situation an Spaß, Humor und Lachen? Niemand, richtig! Nur genau dann sollten wir es, denn es hilft uns, unsere persönliche Resilienz (= psychische Widerstandsfähigkeit) zu stärken. Diese ist wichtig, da wir sie in der heutigen Zeit oft genug benötigen: der Druck im Job steigt, damit auch die Anforderungen, die Schnelligkeit, auch die Anzahl der Krankheiten häufen sich uvm. Um mit all diesen Dingen gut umgehen zu können, brauchen wir eine hohe Widerstandsfähigkeit, die nur wir selbst uns aneignen können.

 

… ein kleines Alltagsexperiment!

Vor einigen Jahren hatte ich mal einen Vorgesetzten, der diese Waage an Ernsthaftigkeit und Humor sehr gut ausbalancieren konnte. Wie ihr euch vorstellen könnt, hat eine Führungskraft in einer gewissen Ebene einem hohen Druck standzuhalten. Manche haben die Fähigkeit, diesen Druck so gut “zu nehmen”, sodass die MitarbeiterInnen davon nur die nötige Dosis mitbekommen, andere wiederum geben diesen Druck 1:1 weiter, sodass hier leider das Arbeitsklima fast schon vergiftet wird. Dieser genannte Vorgesetzte verstand es, eine gewisse Seriosität in Gespräche zu bekommen, aber doch eine gute Portion Humor nicht zu vergessen. Setzt man einen witzigen Spruch im richtigen Moment ein, so können auch tief ernste Gespräch, vor denen man vielleicht sogar ein wenig Sorge hatte, aufgelockert werden. Lacht man, so werden Endorphine freigesetzt, die automatisch den Stress relativieren und damit eine gute Balance schaffen. Wir fühlen uns gleich ein wenig lockerer und können die Situation besser nehmen. Wie gesagt, die Kunst ist es, einen witzigen Spruch im richtigen Moment einzusetzen – wird dieser nämlich falsch platziert, dann passiert genau das Gegenteil und die Situation ist ganz verfahren. Hierfür benötigt man schon eine ordentliche Portion Empathie und eine gute Menschenkenntnis, damit dies positiv verläuft. Doch jede/r von uns kann schon mal bei sich selbst beginnen, in dem wir in schwierigen Situationen, in denen uns nicht zu Lachen zu Mute ist, nämlich genau das tut: Einfach den/die LieblingskomikerIn oder die Lieblingsserie streamen, die uns schnell ein Lächeln ins Gesicht zaubern – ein Experiment, an welches auch ich mich gerne anschließe 🙂

 

Happy Laughing!

**Ani**

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