… wenn der/die HeadhunterIn plötzlich klingelt!

Wurdet ihr schon jemals von jemanden angerufen, der euch einen Job am Telefon angeboten hat? Sogenannte HeadhunterInnen versuchen durch die Direktansprache von interessanten KandidatInnen diese zu einem Jobwechsel zu bringen und so eine vakante Position bei ihrem/ihrer jeweiligen KundIn zu besetzen. Es gibt für alles ein erstes Mal, denn schon bald kann auch euer Telefon klingeln. Sollte das der Fall sein, gibt es verschiedene Möglichkeiten darauf zu reagieren …

 

Headhunting – warum eigentlich?

Headhunting ist keine Neuheit im Recruiting und wird bereits jahrelang von darauf spezialisierte Personalberatungsfirmen angeboten. Es gibt unterschiedliche Gründe warum sich Firmen dazu entscheiden, Positionen durch eine Direktansprache zu besetzen. Es kann sein, dass sich aufgrund des klassischen Stelleninserats nicht genügend geeignete KandidatInnen  gemeldet haben, die Position kann aber auch einfach zu speziell sein, dahingehend, dass es vielleicht nicht so viele ExpertInnen in diesem Bereich in Österreich gibt, oder aber es soll eine Person nachbesetzt werden, die davon selbst noch nichts erfahren darf. Ja, auch diesen Fall gibt es! Es wird sozusagen “verdeckt” gesucht, sodass niemand Verdacht schöpfen kann, und wenn die richtige Person gefunden wurde, wird diese dann nahtlos ersetzt. All diese Möglichkeiten habe ich selbst schon miterleben bzw. sogar selbst begleiten können/müssen. Auch haben sich bei mir selbst schon mehrere HeadhunterInnen gemeldet und mir die verschiedensten Jobs angeboten. Ich kann mich aber noch genau erinnern, als mich zum ersten Mal so jemand angerufen hatte. Da kamen viele verschiedene Gefühle und Gedanken auf, denn einerseits fühlt man sich natürlich sehr geehrt, sehr stolz, dass jemand auf einem aufmerksam wurde. Gleichzeitig war ich aber auch recht unsicher und nervös, denn wie sollte ich mich jetzt nur verhalten? Ist es ok, wenn ich mich auf ein weiteres Gespräch einlasse und mehr über die Position erfahren möchte? Habe ich dann automatisch bessere Verhandlungschancen wenn es um das Gehalt geht?

 

Headhunting – was ist zu tun?

Vorab stellt sich natürlich die Frage: Wie ist die Personalberatungsfirma überhaupt auf mich aufmerksam geworden? Dies kann auch wiederum unterschiedliche Gründe haben: Empfehlungen aus eurem Netzwerk, Datenbanksuche, Profilsuche in sozialen Netzwerken (LinkedIn, XING) uvm. Meistens ruft euch der “Direct Searcher” an, stellt sich kurz vor und beginnt dann mit der Frage: “Haben Sie gerade Zeit und darf ich Ihnen eine offene Position vorstellen?” Wenn ihr gerade im Büro sitzt und gar nicht über so etwas sprechen könnt, dann ist es legitim das Gespräch auf später zu verschieben oder auch gleich direkt abzusagen, falls ihr überhaupt kein Interesse daran habt. Ein No Go wäre aber unfreundlich zu werden und sich über den Anruf zu beschweren, denn auch hier gilt: Man sieht sich immer zweimal im Leben – und die Branchen hier in Österreich sind recht klein und überschaubar, weshalb dies mit großer Wahrscheinlichkeit der Fall sein wird. Es ist weiters durchaus legitim, sich die Position schildern zu lassen, Fragen dazu zu stellen und dann trotzdem abzusagen, weil diese nicht euren Vorstellungen entspricht. Natürlich könnt ihr auch einen persönlichen Termin in Anspruch nehmen, insofern euch dieser angeboten wird und schlussendlich aufgrund dessen den/die ArbeitgeberIn zu wechseln. Ein ganz großes No Go wäre aber, sehr präpotent und fordernd im Gespräch aufzutreten, aus dem Grund, da man sich ja nicht selbst beworben hatte, sondern angesprochen wurde. Auch Übertreibungen in Sachen Gehalt wären sehr unangebracht und führen wahrscheinlich dazu, dass man nicht mehr so schnell angerufen wird. Verhält man sich aber professionell und höflich, so wird einem der/die HeadhunterIn eventuell in Evidenz für weitere Vakanzen halten, sollte sich der vorgestellte Job als nicht passend erweisen.

 

Also nicht erschrecken oder gar in Panik geraten, bekommt auch ihr mal einen Job per Telefon angeboten. Grundsätzlich läuft es fast genauso ab, wie in einem “ganz normalen” Bewerbungsprozess, außer dass man selbst einen gehörigen Motivations- bzw. Selbstvertrauensschub bekommt – so war es jedenfalls bei mir. Es war schon eine Ehre angerufen und vorgeschlagen zu werden. Lustigerweise habe ich trotzdem alle meine Jobs selbst gefunden und nicht durch eine/n HeadhunterIn. Ein kleiner Tipp zu Schluss: Fragt gerne aktiv nach, wie die Person auf euch aufmerksam wurde. So wisst ihr, um welchen “Kanal” ihr euch aktiver kümmern bzw. (im Online-Bereich) aktuell halten solltet.

 

**Ani**

 

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