Trendreport: Working Out Loud (WOL)

Mehr Vernetzung im Unternehmen und die Förderung der Stärken jedes/jeder Einzelnen? Klingt gut und genau dies verspricht eine neue Managementmethode, die sich WOL, also Working Out Loud nennt. BMW hat diese bereits im Einsatz und ist begeistert, aber was steckt genau dahinter?

 

Was meint WOL?

Der neueste Trend in Sachen Managementtools nennt sich eher kryptisch “Working Out Loud”. Es meint aber nicht sprichwörtlich, dass man sich während der Arbeit anschreien bzw. die Arbeit in einer lauten Art und Weise erledigen soll – eher im übertragenen Sinne. Die große Stärke dieser Methode liegt nämlich darin, intrinsisch motivierte Ziele zu verwirklichen, also jene die von einer Person selbst – sozusagen aus dem Inneren  – kommen. Der Weg ist also das Ziel und somit ist WOL nicht dafür gedacht, zielgerichtet Probleme im Unternehmen zu lösen. Es geht vielmehr darin, auf dem Weg ein neues Mindset bei allen Mitgliedern der Organisation zu kreieren und zuzulassen. Die Idee zu dieser Methode stammt vom US-amerikanischen Autor John Stepper, der einen Weg finden wollte, die Stärken jedes/jeder Einzelnen zu fördern und gleichzeitig ein vernetztes Denken im Unternehmen zu schaffen. Ihm geht es also darum, nachhaltige Beziehungen aufzubauen, die uns in der Verwirklichung unserer Ideen und Ziele unterstützen können. Somit propagiert WOL modernes Netzwerken, bei dem man aber nicht gibt, um zu bekommen. Es geht vielmehr darum die eigene Arbeit und die eigenen Kompetenzen einzubringen und somit die eigenen Kompetenzen sichtbar zu machen. Deshalb stellt sich nicht die Frage: Was kann mein Netzwerk für mich tun? – sondern eher: Was kann ich persönlich geben, um das Netzwerk zu stärken?

 

Wie funktioniert WOL?

Die Ansätze klingen ja recht überzeugend und interessant, doch wie funktioniert die Methodik nun in der Praxis? WOL gestaltet sich zyklisch und dauert jeweils 12 Wochen. Jede/r TeilnehmerIn benötigt hierfür 1 Stunde pro Woche, und es wird in Kleingruppen von 5 fünf Personen aus unterschiedlichen Abteilungen zusammengearbeitet. Diese schließen sich für diesen Zeitraum gemeinsam in einer Art “Circle” zusammen, um so den Zyklus zu durchlaufen. Diese Zusammensetzung unterstützt vernetztes Denken über die Abteilungsgrenzen hinweg, Wissen wird geteilt, kann sich multiplizieren und Grundlagen für neue disruptive Ergebnisse werden geschaffen. Als Rahmen gelten die 5 WOL-Prinzipien: Sichtbarkeit, Großzügigkeit, Beziehungspflege, Zielorientierung und Offenheit. In dieser Methodik geht es um einen Umgang auf Augenhöhe, um Transparenz und vor allem Kooperation anstatt Konkurrenz. Sie soll MitarbeiterInnen auf die neuen kulturellen Herausforderungen vorbereiten, die im Zuge der Digitalisierung auf sie zukommen, und so werden sie auf ein neues Denken vorbereitet. Alle, die noch in den klassischen Projektstrukturen stecken, werden sich erst an diese neue Art der Zusammenarbeit gewöhnen müssen. Zu Beginn muss man auch sehr viel Vertrauen in diese Methode stecken, da es sich nicht gleich so anfühlt, als ob man daraus profitieren würde, da schließlich Führungsstile und Prozesse in Frage gestellt werden. Die großen Stärken liegen jedenfalls an der zukunftsgerichteten Atmosphäre, die dadurch geschaffen wird, aber auch die Wertschätzung, die man den eigenen MitarbeiterInnen entgegenbringt, dadurch, dass sie ihr gesamtes Potential einbringen kann – was wiederum Loyalität zum Unternehmen schafft.

 

Wie klingt dieser neue Ansatz für euch? Könnt ihr euch vorstellen künftig so zu arbeiten, als bis dato in fixen Strukturen? Ich freu mich über eure Meinung!

**Ani**

2 Comments

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Sarahreply
October 08 at 10:10 PM

Klingt sehr interessant. Dieses Konzept ist denke ich besonders für Generation Y-Z sehr ansprechend. Ich wäre definitiv dafür! Super Artikel 🙂

Anireply
Sunday at 01:10 PM
– In reply to: Sarah

Hallo Sarah! Vielen lieben Dank für das nette Feedback 🙂

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