#GönnDir – Warum du öfter mal Nichts-Tun solltest

Ausruhen, Faulenzen, Nichts-Tun? In unserer heutigen Leistungsgesellschaft fast schon ein Tabu! Alle möchten schneller und effizienter werden, doch werden Ruhepausen oft vergessen, die aber unbedingt notwendig sind. Dies ist ein Reminder dafür, dass ihr öfter mal eine Pause einlegen und auch mal Nichts-Tun solltet!

 

Out of Office?

Kennt ihr das, wenn eure To Do Liste immer länger anstatt kürzer wird? Plötzlich fällt uns noch etwas ein, was wir noch unbedingt erledigen sollten oder es kommt noch spät Abends ein Mail mit ein paar dringenden Arbeiten. Die Deadlines werden immer kürzer, die Geschwindigkeit, in der wir Leistung erbringen sollen, immer höher. Wir sind ganztags mit einer Flut an Informationen, Aufgaben und Erwartungen konfrontiert, die sich darüber hinaus noch ins Privatleben überträgt. Viele sind gar nicht mehr bereit, ihr Handy im Urlaub abzuschalten und unerreichbar zu sein, denn “das geht einfach nicht”. Wenn unzählige Tasks noch offen sind, die Arbeit nicht weniger wird, dazu keine Vertretungsregelungen vereinbart sind, dann fällt man ganz schön leicht in diese Art von falschem Präsentismus, nämlich jener zu glauben, dass man unersetzbar ist. Krank sein? Im Urlaub abschalten? Früher raus aus dem Office und Freizeit genießen? Diese Dinge funktionieren bei vielen von uns nicht mehr bzw. glauben sie das. Schlimm ist nur, dass hier meistens ein einscheidendes Erlebnis eintreten muss, sodass jene Menschen wieder daran erinnert werden, dass es auch ohne sie geht bzw. dass Ruhepausen genauso essentiell sind, wie Leistungsspitzen zu bezwingen. Meist ist es eine Krankheit, die sie umdenken lässt. Aber warum muss es erst soweit kommen, damit wir einsehen, dass wir auch mal zur Ruhe kommen sollten? Da stellt sich die Frage: Haben wir verlernt abzuschalten und auch mal nichts zu tun?

 

I Don’t Give A … !

Aktionismus und Rastlosigkeit – dies sind 2 Schlagworte, die in unserer Gesellschaft bezeichnend sind. Nicht nur in der Arbeitswelt liegt die Erwartungshaltung dahingehend hoch, nein, auch in unserer Freizeit sind wir darauf getrimmt, unsere Zeit effizient zu nutzen. Einfach mal auf der Couch herumliegen? Was, das geht doch nicht! Warum nicht rausgehen, Sport treiben, Spazieren gehen, Radfahren etc.? Es ist oft verpönt, den ganzen Tag so zu verbringen, wie man ihn gerne möchte und auch mal nichts zu tun. Viele meinen, dass es schade um die Zeit ist – diese könnte man doch nutzen. Doch es hat einen Grund, warum man den Drang verspürt auch mal alles hängen und sich treiben zu lassen: Man braucht es jetzt einfach! Es gibt diese Tage, an denen man fast unfähig ist, nur auch einen Handgriff zu machen und sollte es nur jener sein, den Geschirrspüler einzuräumen. Manchmal geht einfach gar nichts mehr. Doch anstatt dies als Zeichen zu werten und sich eine verdiente Pause zu gönnen, machen sich viele von uns den Stress, diesem entgegenzwirken bzw. zumindest ein schlechtes Gewissen zu haben, was uns aber wiederum unter Stress setzt. Abschalten fällt uns echt schwer, denn auch wenn gerade niemand um uns herum ist, der uns einredet, dass wir an uns arbeiten müssen, unsere Zeit effizient zu nutzen, dann lesen wir in unzähligen Artikeln darüber (egal ob on- oder offline) oder wir machen uns selbst ein schlechtes Gewissen weil “das ja so nicht geht”. Doch warum? Es ist sogar wissenschaftlich bewiesen, dass Nichts-Tun wichtig für unser Gehirn ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass unser Gehirn ein Muskel ist, der auch mal geschont werden muss. Es ist vergleichbar mit Sport: Reizen wir täglich unsere Muskeln ohne Pause, ohne Stretching, dann wird das nicht lange gut gehen. In jedem Traininsplan finden sich Pausen zur Regeneration – warum planen wir diese nicht auch in unserem Arbeitsalltag ein?

 

Deshalb hier mein Reminder: Verlangt euer Körper nach einer Pause, nach Ruhe, nach keinerlei Information, Updates oder sonstigem, dann hört auf ihn! Seht ein paar Stunden Ruhe als verdiente Pause an, die euch hilft zu einer anderen Zeit wiederum Höchstleistungen abzurufen. Je schneller die Welt sich draußen dreht, je länger darf jene Zeit sein, in der ihr ohne ein schlechtes Gewissen Nichts-Tun dürft – deshalb: #GönnDir!

 

**Ani**

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