Die Zukunft ist “petrol”

Nein, dieses mal geht es nicht um die Wahlen oder irgendeine Parteifarbe. Heute geht es um eine neue (aufstrebende) Organisationsform, die sich “Teal Organisation” nennt, also die petrol-farbene Organisation. Was es damit auf sich hat und warum es Unternehmen ohne diese Organisationsform künftig schwer haben, Talente zu finden und vor allem zu halten, erfahrt ihr jetzt …

 

Organisationsform VS. MitarbeiterInnen-Zufriedenheit

Über die verschiedensten Arten von Organisationsformen zu schreiben und zu lesen finde ich ja relativ unspektakulär. Also nicht unspannend, aber ziemlich einschläfernd muss ich zugeben. Ich möchte euch auch heute nicht mit theoretischen Konstrukten und Thesen langweilen. Einen Aspekt, den ich aber extrem spannend und vor allem wichtig für unsere tägliche Arbeit finde, ist der Rahmen, in dem wir uns bewegen bzw. den uns das Unternehmen vorgibt, in dem wir arbeiten. Dieser Rahmen wirkt sich auf unsere Arbeitsweise bis hin zu unserer -motivation aus und entscheidet schlussendlich, ob wir uns an unserem Arbeitsplatz wohl fühlen oder eben nicht. Frustration entsteht auch oft, wenn die Anforderungen an uns und unsere Arbeitsweise nicht mit dem Rahmen, den die Organisation vorgibt, zusammenpasst. Stellt euch vor, eure Führungskraft verlangt von euch, dass ihr flexibel seid, rasch Dinge umsetzt und vor allem lösungsorientiert arbeitet und dann müsst ihr euch aber strikt an Abläufe halten, an starre Strukturen und bewegt euch in einem starren Bürokratie-Konstrukt. Dies geht vielleicht eine gewisse Zeit gut, doch irgendwann befindet man sich an dem Punkt, an dem diese Arbeitsweise zermürbend ist bis hin zur Frustration. Deshalb ist es wichtig, dass sich auch die verschiedensten Organisationsformen weiterentwickeln, sodass die Arbeitsanforderungen auch zum Umfeld passen.

 

Petrol der Zukunft: Teal Organisation

In Organisationsentwicklungskreisen ist das sogenannte “Teal Management” oder die “Teal Organisation” (die petrol-farbene Organisation) keine große Neuigkeit. Ich muss zugeben, ich hatte erst vor einigen Tagen davon gehört und bin sofort neugierig geworden. Diese neue Organisationsform, begründet auf Frederic Laloux’s Buch “Reinventing Organisations”, ist eine neue Ebene in der Organisationsentwicklung und soll die bestehenden Formen radikal zum Positiven verändern. Es gibt 3 Faktoren oder Anzeichen, die sofort zeigen, ob sich eine Organisation in Richtung “Teal” entwickeln wird oder eben nicht:

 

1. Sinnhaftigkeit

Teal Organsationen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie eine Art Gespür für die eigene Entwicklung aufbringen und nicht einem vorgegebenen Pfad folgen, strikt nach einer Management-Theorie. Dies bedingt, dass die MitarbeiterInnen aufmerksam zu hören und auch erkennen, welchen Beitrag sie selbst für die Organisation leisten möchten.

 

2. Selbstmanagement

Unternehmen, in denen sich die MitarbeiterInnen großteils selbst organisieren meistern Herausforderungen und Krisen besser, als jene, die immer noch zentral gesteuert werden. Ein gewisses Maß an Selbstmanagement lässt auch viel leichter neue Arbeitsweisen und -methoden zu.

 

3. Ganzheit

Dies meint, dass wir “wir selbst” sein dürfen. Früher wurde oft verlangt, nur das sogenannte “professionelle Selbst” bei der Arbeit zu zeigen und das “private Selbst” zu Hause zu lassen. Beides nun verbinden zu können bzw. zu dürfen, fördert zum einen die Zufriedenheit der MitarbeiterInnen, zum anderen aber auch das Engagement und somit die Arbeitsleistung.

 

Obwohl diese neue Organisationsform für mich noch nicht wirklich greifbar ist, klingt sie jedenfalls sehr spannend und vielversprechend, da sie weg von der starren Konstruktion und damit der Kontrolle, hin zur Eigenverantwortung geht und vor allem diese starren Strukturen aufweicht, die langfristig der Tod eines Unternehmens sein werden. Ich bin neugierig, in welchen Rahmen wir künftig arbeiten werden und wie unsere Arbeitsweise in ein paar Jahren aussehen wird. Doch höre und lese ich über diese quasi selbst-evolutionären Formen, dann sehe ich dieser Zukunft sehr positiv entgegen.

 

**Ani**

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