Tabuthema: Herbst-Winter-Depression

Eine saisonal affektive Störung, auch Herbst-Winter-Depression genannt, kann rasch und kurzfristig auftreten. Gerade jetzt, wenn die Tage kürzer werden und somit die Sonnenstunden abnehmen, tritt diese vermehrt auf. Welche Symptome diese Störung aufweist bzw. wie man KollegInnen, die darunter leiden, unterstützen kann, gibt’s hier nachzulesen …

 

Eine saisonbedingte Störung der Serotonin-Melatonin-Balance

Ich muss ja zugeben, dass der Herbst bzw. der Winter nicht gerade zu meinen Lieblingsjahreszeiten zählen. Ich stehe auf und es ist dunkel. Ich komme von der Arbeit nach Hause und es ist wiederum dunkel. Die Tage werden kürzer und damit auch die Sonnenstunden. Außerdem ist es kalt, oftmals nass, und diese Umstände gepaart mit wenig Sonnenlicht fördern nicht gerade meine Motivation. Aber ja, es hilft ja nichts. Die Jahreszeiten kommen immer wieder und nichts lässt sie aufhalten. Meine Devise ist darum: Das Beste draus machen! Es gibt aber Menschen, die können sich ohne fremde Hilfe nicht mehr so einfach aufraffen oder sich zusammenreißen und weniger über die Lage meckern. Warum? Weil sie schlicht und einfach krank sind. Genau das meint nämlich eine Depression. Leider werden psychische Krankheiten am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft immer noch tabuisiert bzw. sind die Menschen, die mit diesen beispielsweise zusammenarbeiten, immer noch überfordert, da sie nicht wissen, wie sie mit diesem Krankheitsbild umgehen sollen. Es fehlt also immer noch an Aufklärung! Eine saisonal affektive Störung, oder eben auch Herbst-Winter-Depression genannt, kann wie der Name schon sagt, temporär auftreten, speziell wenn die Tage kürzer werden. Typische Symptome sind: Konzentrations- und Schlafprobleme sowie Energielosigkeit.

 

Was kann ich tun?

Im Arbeitskontext ist die jeweilige Führungskraft aufgrund der Fürsorgepflicht für das Wohl der MitarbeiterInnen verantwortlich. Doch auch jede/r von uns muss die Augen offen halten, ob es jemanden in unserem Umfeld gibt, der/die diese Symptome bereits für einen längeren Zeitraum aufweist. Sei es ein/e KollegIn, ein/e FreundIn oder jemand, mit dem wir flüchtig Zusammenarbeiten, es ist wichtig, dass wir die Person darauf ansprechen und dies natürlich mit einem gewissen Fingerspitzengefühl – oder zumindest zum/zur Vorgesetzten gehen und diese/n über die Beobachtungen informieren. Sollte man selbst oder eben die Führungskraft damit gar nicht umgehen können, so gilt es eine externe Stelle einzuschalten bzw. die Informationen über solche dem/der Betroffenen zur Verfügung zu stellen. An oberster Stelle steht jedenfalls diese Krankheit ernst zu nehmen, da sich die Betroffenen oft deshalb nicht öffnen können – die Scham davor führt somit zu Isolation und dies verstärkt die Krankheit. Es ist also ein Teufelskreis den es zu durchbrechen gilt. Im Idealfall gehen Unternehmen offensiv mit diesem Thema um und kommunizieren es sehr transparent im Sinne einer offenen Aufklärungsarbeit.

 

So könnt ihr helfen:

Offenheit dem Thema gegenüber

Sensibilität und Verständnis dafür zeigen sowie

Information für einschlägige Beratungsstellen zur Verfügung stellen

 

**Ani**

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